Wo ist der Midijob in den Beschäftigungsmodellen angesiedelt?
Der Midijob ist, wie der Name schon sagt, ein Mittel-Modell zwischen dem Minijob und der klassischen Vollzeitbeschäftigung. Im Unterschied zu den Minijobbern sind Midijobber laut Sozialversicherungsgesetz beitragspflichtig (§ 20 SGB 4). Bisher wurde der Einkommensbereich zwischen 450,01 Euro bis 850 Euro mit dem Midijob abgedeckt. Sobald der Arbeitnehmer also die 450 Euro-Marke überschritten hatte, wurden automatisch die kompletten 21 Prozent Sozialversicherungsbeiträge abgezogen.
Obergrenze wird angehoben
Neu ist ab Juli 2019, dass die Obergrenze für den Midijob von den bisher 850 Euro auf 1300 Euro angehoben wird. Das bedeutet, dass viele Teilzeitbeschäftigte, die bisher nicht unter die Midijob-Regelung fielen, ab Juli ebenfalls darunterfallen. Etwa 3,5 Milliarden Beschäftigte sind laut Einschätzungen des Arbeitsministeriums betroffen – derzeit sind es nur 1,3 Millionen Arbeitnehmer. Ausgenommen sind aber immer noch:
- Azubis
- Studierende im Dualen Studium
- Praktikanten
- Bundesfreiwilligendienstler, kurz Bufdis
Aus der Gleitzone wird der Übergangsbereich
Der Gesetzgeber sieht ab Juli 2019 ebenfalls eine Namensänderung für die bisherige Gleitzone vor. Sie heißt künftig „Übergangsbereich“. Aber mit einer bloßen Änderung der Bezeichnung ist es noch nicht getan: Parallel dazu ändern sich auch die Sozialversicherungsbeiträge. So werden diese nun anteilig nach dem jeweiligen Verdienst im Übergangsbereich berechnet. Sie können zwischen minimal 12 Prozent und regulär 21 Prozent liegen. Genaueres zu den einzelnen Stufen des Übergangsbereichs im Midijob-Modell bietet diese Ratgeberseite. Die vollen rund 20 Prozent greifen übrigens automatisch ab einem Verdienst von 850 Euro.
Mehrfach beschäftigte Midijobber
Arbeitnehmer, die zu den Midijobbern zählen, allerdings noch einer weiteren Beschäftigung nachgehen, müssen Folgendes beachten: Die Gehälter aller Jobs werden zur Ermittlung der Höhe der Sozialversicherungsbeiträge sowie der generellen Einstufung als Midijobbler zusammengerechnet.
Einige Beispiele:
Midijob + Midijob
Verdienst bei Arbeitgeber 1: 500 Euro + Verdienst bei Arbeitgeber 2: 600 Euro = Gesamtverdienst 1100 Euro.
Damit zählt der Arbeitnehmer zu den Midijobbern. Wird die Einkommensobergrenze von 1300 Euro allerdings überschritten, gilt er als regulär beschäftigt.
Midijob + Minijob
Verdienst Midijob: 1200 Euro + Verdienst Minijob 450 Euro = 1200 Euro, die sozialversicherungspflichtig sind, daher Midijobber
Der erste Minijob, der neben dem Midijob ausgeführt wird, ist generell anrechnungsfrei. Der zweite wird allerdings in voller Höhe dazugerechnet. Viele Arbeitnehmer fallen deshalb ab zwei Minijobs aus dem Midijob-Modell heraus und gelten als regulär beschäftigt.
Generell müssen Arbeitnehmer ihre Arbeitgeber über Mehrfachbeschäftigungen informieren. Ist das nicht der Fall, können die Abgaben zur Sozialversicherung nicht ordnungsgemäß berechnet und abgeführt werden. Das kann Konsequenzen für beide Seiten haben.
Volle Rentenansprüche trotz reduzierter Beiträge
Eine der wichtigsten Änderungen hinsichtlich des Midijobs sind die Rentenansprüche. Ab dem 1. Juli 2019 haben Arbeitnehmer, die in dieser Beschäftigungsform arbeiten, dieselben Rentenansprüche wie Teil- oder Vollzeitkräfte. Dabei zahlen sie allerdings nicht den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenversicherung ein. Die individuellen Beiträge berechnen sich nach dieser Formel:
1,273825 x AE (tatsächliches Arbeitsentgelt des Beschäftigten) – 232,75125
Die Formel rechnet den Tatsächlichen Verdienst in einen Fiktivverdienst um. Daraus lassen sich dann die Gesamtbeiträge zu den einzelnen Versicherungsbereichen berechnen.
Wer profitiert von den Änderungen?
Generell profitieren alle Arbeitnehmer, die bisher, sobald sie über die Untergrenze von 450,01 Euro gerutscht sind, den vollen Beitrag zur Sozialversicherung abgezogen bekommen haben. Die Experten vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gehen ebenfalls davon aus, dass vor allem in Teilzeit beschäftigte Frauen aus der Midijob-Reform 2019 als die Gewinner herausgehen werden. Sie profitieren, wenn sie bis zu 25 Wochenstunden arbeiten, von rund 80 Prozent der Entlastungen, die der Gesetzgeber beschlossen hat.
Kritische Stimmen kommen von den Rentenversicherungen
Durch die gestiegenen Rentenansprüche sehen sich vor allem die Deutschen Rentenversicherungen unter Druck. Die Mehrbelastung für die Kassen würde enorm ansteigen. Dirk von der Heide, der Rentenversicherungssprecher, kritisierte, dass diese Entlastung der Geringverdiener stark im Kontrast mit dem Äquivalenzgrundsatz stehe. So würden Beitragszahler, die wenig eingezahlt haben, dennoch den vollen Rentenanspruch beziehen können – für den Experten eine Ungerechtigkeit.
KarriereWer Feuerwehrmann werden will, braucht körperliche Belastbarkeit, technisches Verständnis, Disziplin und einen realistischen Blick auf den Berufsalltag. Der Einstieg führt in Deutschland in vielen Fällen über den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, teils auch über kombinierte Ausbildungsmodelle bei der Berufsfeuerwehr oder über die Werkfeuerwehr. Entscheidend sind dabei nicht nur die formalen Voraussetzungen, sondern auch die persönliche Eignung. Der Beruf besteht dabei nicht nur aus Brandeinsätzen. Zum Dienst gehören ebenso Hilfe bei Unfällen, technische Einsätze, Arbeit mit Fahrzeugen und Geräten, Schichtdienst, Rettungsdienst und der Umgang mit Menschen in akuten Notlagen. Wer sich mit der Frage beschäftigt, wie man Feuerwehrmann wird, sucht meist nach einem verlässlichen Überblick: Welcher Schulabschluss wird verlangt, wie läuft die Ausbildung ab, was passiert im Einstellungstest und wie sieht der spätere Dienst wirklich aus? Genau darum geht es in diesem Beitrag.
BusinessDie Künstlersozialkasse ist für viele Selbstständige in Musik, Kunst, Medien und Publizistik ein zentraler Baustein der sozialen Absicherung. Ihr besonderer Stellenwert liegt darin, dass sie selbstständige Künstler und Publizisten in die gesetzliche Sozialversicherung einbindet, ohne dass diese den gesamten Beitrag allein tragen müssen. Gerade für Berufsgruppen mit schwankenden Honoraren, projektbezogener Arbeit und unregelmäßigem Arbeitseinkommen macht das einen erheblichen Unterschied. Zugleich ist das Thema rechtlich anspruchsvoll. Wer in den Kreis der Versicherten fällt, entscheidet sich nicht nach Bauchgefühl oder Berufsbezeichnung, sondern nach der tatsächlichen Tätigkeit, der wirtschaftlichen Ausrichtung und den Voraussetzungen des Künstlersozialversicherungsgesetzes. Deshalb lohnt ein genauer Blick auf Aufbau, Leistungen und Systematik der Künstlersozialversicherung. Was die Künstlersozialkasse eigentlich macht
LifestyleIkigai ist ein japanisches Konzept, das sich am treffendsten mit „das, wofür es sich zu leben lohnt" übersetzen lässt. Der Begriff beschreibt ein tief empfundenes Gefühl von Sinn und Lebensfreude. Wenn Sie den Begriff googeln, stoßen Sie fast unweigerlich auf ein Venn-Diagramm mit vier überlappenden Kreisen: Was Sie lieben, was Sie gut können, was die Welt braucht, wofür Sie bezahlt werden. Dieses Modell ist eingängig, millionenfach geteilt. Mit dem japanischen Original hat es überraschend wenig zu tun. Das Wichtigste in Kürze Der japanische Begriff beschreibt ein Sinnerleben, das auch in kleinen Alltagsfreuden und sozialen Beziehungen liegen kann.

