Kapitalbindung in Unternehmen reduzieren: Tipps und Möglichkeiten

Kapital ist für ein Unternehmen ein wichtiger Faktor für Wachstum und Weiterentwicklung. Mit ihm lassen sich notwendige Anschaffungen, Modernisierungen oder ein Ausbau des Unternehmens finanzieren. Welche Möglichkeiten gibt es, die Kapitalbindung zu senken und dadurch den Cash-Flow zu stärken?
Mieten statt kaufen
Abhängig von der Branche benötigen Unternehmen teilweise eine große Vielfalt von Arbeitsgeräten. Beides führt zu einer Kapitalbindung, die sich deutlich reduzieren lässt. Die Lösung hierfür ist das Mieten. Zur Miete bieten sich Arbeitsgeräte an, die nur temporär oder selten benötigt werden. Firmen können beispielsweise einen Holzspalter mieten, wenn bei einem Auftrag Bäume gefällt und zu Feuerholz verarbeitet werden sollen. Gehört das nicht zu den regelmäßigen Aufgaben des Unternehmens, lohnt sich der Kauf eines Holzspalters aus wirtschaftlicher Sicht nicht. Auch wenn der eigene Bestand bei einem hohen Auftragsaufkommen nicht ausreicht, ist die Anmietung eine praktische Lösung, ohne Kapital zu binden. Reinigungsunternehmen können beispielsweise für einen Großauftrag auch kurzfristig einen Hochdruckreiniger mieten.
Fuhrpark auf Leasing umstellen
Die Anschaffung von Firmenfahrzeugen für Mitarbeiter bringt eine hohe Kapitalbindung mit sich. Sie kann gesenkt werden, indem beim Fuhrpark vorrangig auf Leasing umgestellt wird. Das Leasen von Firmenfahrzeugen ist oft preislich attraktiv, reduziert den Aufwand der Wartung und Fahrzeugpflege und ist deutlich flexibler als ein Kauf.
Anpassung der Produktpalette
Um weniger Unternehmenskapital zu binden, lohnt sich zudem ein Blick auf die eigene Produktpalette. Ist es hier möglich, wenig nachgefragte Artikel aus dem Sortiment zu nehmen, um Lagerbestände zu reduzieren? Einen ähnlichen Effekt hat die zeitliche Umstrukturierung der Produktion. Werden benötigte Artikel Just-in-Time hergestellt, senkt das Kosten und bindet Kapital nur kurzfristig. Auch wenn Produkte nicht im eigenen Unternehmen hergestellt werden, kann ein optimierter Warenfluss die Kapitalbindung verbessern. Kurze Lieferzeiten und eine enge Zusammenarbeit mit den Lieferanten senken den Bedarf an Vorratsmengen im eigenen Lager.
Zahlungsziele optimieren
Eine weitere Stellschraube, um Unternehmenskapital verfügbar zu machen, ist die Optimierung von Zahlungszielen. Damit ist einerseits die Frist zur Zahlung von Rechnungen durch Kunden gemeint. Mit Preisnachlässen oder anderen Vorteilen lässt sich vielfach erreichen, dass Kunden ihre Rechnungen früher begleichen. Andererseits können mit Lieferanten und zuarbeitenden Unternehmen neue Zahlungsziele für eingehende Rechnungen ausgehandelt werden. Offene Forderungen, deren Zahlungsziel bereits abgelaufen ist, sollten mit Priorität und Nachdruck bearbeitet werden.
Mit Outsourcing weniger Kapital binden
Lassen sich einzelne Produktionsschritte oder Abteilungen aus dem Unternehmen auslagern? Durch das Outsourcing wird ebenfalls Unternehmenskapital frei, ohne dabei Qualität oder Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen. Bei der Planung neuer Produkte oder Serviceleistungen sollte bereits vorab geprüft werden, ob das Outsourcing einzelner Bereiche möglich ist.
- Titelbild: Bild von Jacob Wackerhausen
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