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Interview

Thorsten Hahn: „Eine Entführung hat mich nach Köln gebracht.“

Thorsten Hahn ist Gründer und Geschäftsführer der BANKINGCLUB GmbH, eines der führenden Netzwerke innerhalb der Bank- und Finanzwirtschaft. Entsprechend vertritt er im Interview mit Business-on.de eine klare Meinung zum kölschen Klüngel, der für den gebürtigen Hamburger nichts anderes als Netzwerken ist.

Business-on.de: Sind Sie gebürtig aus dem Rheinland?

Thorsten Hahn: Nein, ich bin ein waschechter Immi aus Hamburg.

Business-on.de: Sind Sie nur beruflich oder auch privat im Rheinland ansässig?

Thorsten Hahn: Ich arbeite mitten in Köln und wohne mitten in Köln.

Business-on.de: Wenn Sie zugezogen sind: Seit wann wohnen Sie im Rheinland und was hat Sie damals zu dem Umzug bewogen?

Thorsten Hahn: Ich war acht Jahre, als meine Eltern Hamburg verlassen haben. Ich hatte noch kein Mitspracherecht. Im Grunde also eine klassische Entführung. Zum Glück. So bin ich dann irgendwann in Köln gelandet.

Business-on.de: Wie viele Mitarbeiter beschäftigt Ihr Unternehmen?

Thorsten Hahn: 18. Übrigens, der Tatsache geschuldet, dass wir in den letzten neun Jahren viele Werksstudenten an Bord hatten, sind wir bereits bei Personalnummer 31. Und von allen Alumnis und Kollegen ist eine einzige gebürtige Kölnerin dabei!

Business-on.de: Wieso arbeiten Sie gerne im Rheinland?

Thorsten Hahn: Ich mag die Menschen und die Mentalität. Und das sind ja oft gar keine Kölner oder Rheinländer. Köln ist eine Millionenstadt und hier kommen viele Menschen aus den „Bundesländern“ und „Ländern“ zusammen. Alle scheinen hier gut miteinander auszukommen. Zudem ist das kulturelle Angebot in Köln und Umgebung einfach Klasse.

„Der negative Beigeschmack des Klüngel kommt von Menschen, die keinen Zugang zu gewissen Netzwerken haben.“

Business-on.de: Ihre Meinung zum berüchtigten Kölner Klüngel

Thorsten Hahn: Den gibt es nicht nur in Köln. Ja, und Klüngel liest sich negativ, auch Vetternwirtschaft, Seilschaften und Vitamin B, sind regelmäßig negativ behaftet. Alle diese Begriffe bezeichnen eine Sache. Netzwerken. Und schon ist der negative Beigeschmack weg. Mal im Ernst. Diese negativen Bezeichnungen erfinden doch immer nur Menschen, die in solchen Netzwerken immer vor der Tür stehen. Es braucht die richtige Kommunikationsmethode, um Netzwerke für sich erfolgreich nutzen zu können. Dann klappt es auch mit dem Klüngel.

Business-on.de: In welchen Clubs netzwerken Sie?

Thorsten Hahn: Na, zunächst mal in dem von mir gegründeten BANKINGCLUB, einem der führenden Netzwerke innerhalb der Bank- und Finanzwirtschaft. Ich besuche zudem regionale Veranstaltungen meiner Branche oder regionale Events der Ambassadoren bei Xing.

Thorsten Hahn: „Politische Steuerung führt zu wirtschaftlichen Verschiebungen.“

Business-on.de: Sehen Sie sich als Unternehmer seitens der Politik ausreichend unterstützt?

Thorsten Hahn: Ich bin nicht der, der ständig nach der Politik ruft. Aus meiner Sicht führt zu viel politische Steuerung zu wirtschaftlichen Verschiebungen. Irgendwann geht das dann regelmäßig nicht mehr auf. Ich bin ein großer Anhänger des Marktes und sehe die Verfehlungen des Marktes oftmals durch regulatorische Eingriffe verursacht. Der Staat soll unbedingt eine soziale Komponente habe, kann Ideen und Unternehmen anschieben, darf sie aber nicht künstlich am Leben erhalten.

Bisher hat mich die Politik nicht unterstützt und ich hoffe, unsere Firma bleibt auch ohne Politik weiter erfolgreich.

Business-on.de: Beenden Sie diesen Satz: „Wenn ich nicht in Köln wäre, dann wäre ich in …

Thorsten Hahn: … Hamburg, meiner Heimat.“ In Wien, Budapest, Barcelona oder Berlin, auch wunderbare Städte mit interessanten Menschen. Oder auf Mallorca zum relaxen.

(Christian Weis)


 


 

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