News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
27. August 2021

SolarCheck 2021: Viel Platz auf Deutschlands Dächern

Dächer von Neubauten sind der ideale Ort für neue Photovoltaikanlagen. Sie bieten ein riesiges Potenzial für die Energiewende. Doch dieses Solarpotenzial wird in Deutschlands 14 größten Metropolen nur unzureichend ausgeschöpft. Der Solar-Faktor – das Verhältnis der Fläche neu errichteter Solaranlagen zu neu gebauten Dachflächen – liegt in 8 von 14 untersuchten Metropolen unter 30 Prozent. Das geht aus dem neuen LichtBlick SolarCheck 2021 hervor.

Die regionalen Unterschiede sind enorm. In Essen liegt der Solar-Faktor bei 62,9 Prozent, in Köln bei 47,2 Prozent, in Leipzig bei 46,5 Prozent. Der Berliner Solar-Faktor beträgt nur bescheidene 14,9 Prozent, in Frankfurt sind es 11,8 Prozent und in Hamburg sogar nur 10,3 Prozent. Die Elbmetropole ist damit zum zweiten Mal nach 2020 Schlusslicht des Solar-Checks. Das könnte sich jedoch ab 2023 ändern, wenn die Solarpflicht in der Hansestadt in Kraft tritt.

„Dächer sind die grünen Kraftwerke der Zukunft. Hier kann Klimaschutz bezahlbar und verbrauchernah realisiert werden. Kommunen und Bauträger müssen die solare Energiewende auf Deutschlands Dächern dringend beschleunigen“, so Ralf Schmidt-Pleschka, Koordinator Klima- und Energiepolitik bei LichtBlick.

Die von der dpa GmbH durchgeführte Untersuchung zeigt detailliert auf, wie die 14 größten deutschen Städte mit über 500.000 Einwohner*innen ihre Solarpotenziale ausschöpfen. Ein weiteres Fazit der Analyse: Wo viel gebaut wird, liegt der Solar-Faktor meist niedrig. Für die meisten Bauträger spielt Photovoltaik nach wie vor keine Rolle.

Gegenüber dem ersten LichtBlick SolarCheck 2020 ergeben sich im Städte-Ranking erhebliche Veränderungen. So erreicht Vorjahressieger Nürnberg diesmal nur Platz 4 Hannover rutscht von Platz 2 auf Platz 7. Sieger Essen lag im Vorjahr noch auf Platz 7. Es gibt einen positiven Trend: Gegenüber dem Vorjahr steigt der durchschnittliche Solar-Faktor in den 14 Metropolen von 26 auf 29 Prozent an.

Auffällig bei den Ergebnissen ist auch, dass ein guter Solar-Faktor oft auf den Neubau weniger großer Dachanlagen zurückgeht. So machen in Leipzig, Bremen, Dortmund und der Siegerstadt Essen große Anlagen mit einer Leistung von mindestens 100 Kilowatt über die Hälfte des gesamten PV-Neubaus aus. Solarmodule auf neuen Ein- oder Mehrfamilienhäusern oder kleineren Gewerbebauten sind auch in den gut platzierten Städten eher die Ausnahme.

Dabei werden vor allem in den Millionenstädten enorme Chancen vergeben. Das zeigt ein Blick auf die Potenziale bei der Stromversorgung. Hätte zum Beispiel Berlin seine neuen Dachflächen 2019 vollständig mit Solar ausgerüstet, könnten damit 19.311 Haushalte versorgt werden. Die realisierten Solardächer liefern dagegen nur Strom für 2.880 Haushalte. In Hamburg liegt das Verhältnis Potenzial zu Realisierung bei 11.962 zu 1.232 Haushalten, in München bei 11.181 zu 1.755.

Ralf Schmidt-Pleschka zieht ein klares Fazit: „Die Solarförderung greift in den Metropolen bei weitem nicht so, wie es erforderlich wäre, um die neuen Klimaziele zu erreichen. Die nächste Bundesregierung sollte daher eine bundesweite Solarpflicht für Neubauten einführen.“ Die bisher von einigen Ländern wie Hamburg, Berlin oder Baden-Württemberg geplanten Solarpflicht-Regelungen gleichen aktuell noch einem Flickenteppich.

(ots)

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Retourenmanagement als Wettbewerbsfaktor: So verbessern Unternehmen Kundenerlebnis und Profitabilität
    Business
    Retourenmanagement als Wettbewerbsfaktor: So verbessern Unternehmen Kundenerlebnis und Profitabilität

    Retouren gehören im Online-Handel zu den großen operativen Herausforderungen. Je nach Branche bewegen sich die Retourenquoten im E-Commerce häufig zwischen 20 und 50 Prozent, im Online-Modehandel teils deutlich darüber. Damit sind Rücksendungen nicht nur ein Service-Thema, sondern ein relevanter Kosten- und Margenfaktor. Transport, Prüfung, Wiedereinlagerung, Wertverluste und zusätzlicher Kundenservice verursachen erhebliche Aufwände. Gleichzeitig gehören einfache und transparente Rückgabeprozesse heute zu den grundlegenden Kundenerwartungen. Damit entwickelt sich professionelles Retourenmanagement zunehmend zu einem strategischen Instrument. Effiziente Prozesse können nicht nur die Kundenzufriedenheit stärken, sondern auch Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit von E-Commerce-Unternehmen verbessern. Transparente Prozesse reduzieren Reibungsverluste

    3 Min. LesezeitLesen
    Kundenbindung im Mittelstand: Warum kleine Gesten große Wirkung haben
    Business
    Kundenbindung im Mittelstand: Warum kleine Gesten große Wirkung haben

    Kundenbindung klingt nach CRM-System, Bonusprogramm und Marketingbudget. Im Mittelstand beginnt sie meist viel früher: bei einer schnellen Rückmeldung, einer ehrlichen Entschuldigung, einem gut vorbereiteten Termin oder einer Aufmerksamkeit, die nicht nach Massenversand aussieht. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen haben hier einen Vorteil. Sie kennen viele Kunden persönlich, verstehen wiederkehrende Anliegen und können schneller reagieren als große Organisationen mit starren Abläufen. Die aktuelle wirtschaftliche Situation macht dieses Thema relevanter. Kunden vergleichen stärker, Preise stehen unter Beobachtung, digitale Angebote machen Wechsel einfacher. Gleichzeitig wird Neukundengewinnung teurer, weil Aufmerksamkeit knapper wird und klassische Werbung nicht jeden erreicht. Was bleibt also? Beziehungen, die über den einzelnen Auftrag hinausgehen. Genau dort wirken kleine Gesten: Sie ersetzen keine gute Leistung, verstärken aber den Eindruck, dass ein Unternehmen mitdenkt. Im Mittelstand entscheidet Kundenbindung selten ein einzelner Moment. Sie entsteht aus vielen Kontakten, die sich über Monate oder Jahre summieren. Ein Handwerksbetrieb, der nach einer Reparatur noch einmal nachfragt. Ein Zulieferer, der vor einer Engpassphase früh informiert. Eine Agentur, die nach Projektabschluss eine kurze Auswertung mit konkreten Empfehlungen schickt. Ein Händler, der Stammkunden nicht erst beachtet, wenn ein neuer Auftrag ansteht.

    13 Min. LesezeitLesen
    Versicherungen clever abschließen: Spartipps für Selbstständige
    Finanzen
    Versicherungen clever abschließen: Spartipps für Selbstständige

    Für Selbstständige gehören Versicherungen zu den wichtigsten Bausteinen einer soliden finanziellen Absicherung. Ob: · Betriebshaftpflicht · Berufsunfähigkeitsversicherung

    4 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite