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ergobag: Rucksack statt Ranzen

Mit dem innovativen Schul-Rucksack „ergobag“ wollen vier Betriebswirtschaftler aus Köln und eine Frankfurter Physiotherapeutin Haltungsschäden bei I-Dötzchen oder ABC-Schützen verhindern. Zudem wollen sie mit ihrer Neugründung ein Unternehmen für einen Markt starten, der zur Zeit noch von einem anscheinend übermächtigen Mitbewerber beherrscht wird. Mit witzigen Ideen haben sie nicht nur den neuen Rucksack entwickelt sondern auch im Marketing neue Zeichen gesetzt.

„Wenn man zur Zeit der Ersteinschulung die kleinen Kinder mit ihren riesigen und voll gestopften Schulranzen sieht, bekommt man schnell Mitleid,“ empfindet Sven Oliver Pink in der Kölner ergobag-Zentrale. Seine Geschäftspartnerin Melanie Gabriel, studierte Physiotherapeutin (M. Sc. Phys.) in Marburg, hat früh mit den gesundheitlichen Folgen der in ihren Augen falsch konstruierten Schulranzen zu tun: schon viele Grundschüler müssen wegen Rückenschmerzen und Schäden an der Wirbelsäule behandelt werden.

„Wir haben entdeckt, dass Wanderer und andere Outdoor-Sportler keine starren Ranzen oder Tornister auf ihren beschwerlichen Touren schleppen, sondern weiche Rucksäcke, die sich dem Körper und vor allem der Wirbelsäule anpassen,“ schildert Sven Oliver Pink den kreativen Prozess, der schließlich zum „ergobag“, also zum ergonomisch optimalen Rucksack für den Rücken geführt hat.

Die Aluschiene entlastet den Rücken

Die wichtigste Innovation steckt kaum sichtbar im Inneren des Bags: eine Aluschiene, geformt wie die kindliche Wirbelsäule. Diese Schiene sorgt für exzellenten Tragekomfort, denn sie verteilt das Gewicht der vielen Schulsachen richtig auf den ganzen Rücken. Breite Tragegurte sowie ein System aus Becken- und Brustgurten entlastet zudem die Schultern und belasten den stabilen Beckenbereich.

Sven Oliver Pink kommt nicht direkt von der Uni, an der er Betriebswirtschaft studiert hat. Er war Consultant bei Kienbaum, hat auch für den Finanzdienstleister American Express gearbeitet. Bei einer US-Bank in Genf ist auch ein weiteres Mitglied des Quartetts (noch?) beschäftigt, währen sich die beiden anderen Teilhaber frisch nach den erfolgreichen BWL-Prüfungen an dem Start-up-Unternehmen beteiligt haben. Melanie Gabriel als Fachfrau komplettiert das Jungunternehmer -Quintett.

Mit ihrer soliden Vorbildung haben die ergobag- Gründer professionell und erfolgreich nach Fördermitteln aus verschiedensten Töpfen gebohrt. So „sponsert“ das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ihr Vorhaben ebenso wie die EU, der Europäische Sozialfonds für Deutschland (ESF) und eXIST, das Förderprogramm für Projekte an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die zur Verankerung einer Kultur der unternehmerischen Selbstständigkeit beitragen. Mit im Boot sind auch die Justus Liebig-Universität Gießen und die Uniklinik Marburg.

Mit „Kletties“ den ergobag personalisieren

Der neue Schulrucksack „ergobag“ ist so kunterbunt, wie Erstklässler es lieben. Quietschgrün, Pink, Hellblau, Alarmrot – in sechs Farben wird geliefert. Der Bag ist nicht nur schön weich, sondern hat auch viele Fächer für Bücher, Hefte und Schulmäppchen. In einer Außentasche finden Brotdose und Getränkeflaschen Platz, so kann deren Inhalt beim Auslaufen die Lernmaterialien nicht nass machen. Die Kinder sind ganz verliebt in die Möglichkeit, mit „Kletties“ genannten Stickern ihren „ergobag“ individuell zu schmücken. Diese Sticker gibt es mit verschiedenen Logos oder Comic-Figuren. Sie haften per Klettband und können im Schulfachhandel (Schreibwarengeschäft) dann nachgekauft werden, wenn die Schüler neue „Dekorationen“ für ihren Rucksack wünschen.

Reflektierende Zonen am Bag sowie ein aktives Blinklicht sorgen für Sicherheit der Schulkinder auch bei Nebel oder Dunkelheit. Ein Sportbeutel kann einfach per Klick auf dem „ergobag“ fest gemacht werden, damit die Kinder ihre Hände frei benutzen können. Sogar an ein „eingebautes“ Regencape haben die Konstrukteure gedacht. Produziert werden die Rucksäcke nach strengen Qualitätsvorgaben aus Köln in China, die Reißverschlüsse kommen aus Japan, die Farben aus Deutschland. „Wir erfüllen alle Sicherheitskriterien“, versichert Sven Oliver Pink.

Schulranzenparties und ergobag-Botschafter

Beim Vertrieb setzen die Kölner auf den Fachhandel für Schulbedarf sowie Lederwarengeschäfte und Kaufhäuser. Sie beteiligen sich an den in Mode gekommenen Schulranzen-Parties für Erstklässler, die viele Fachhändler veranstalten. Die Kinder werden vor der Einschulung samt Eltern eingeladen. Ihnen wird die bunte Vielfalt des Angebots an Schulartikeln zur Auswahl präsentiert. „Etwa 20% der Rucksäcke oder Ranzen werden schon zu Weihnachten gekauft, rund 60% spätestens zu Ostern“, hat Sven Oliver Pink herausgefunden. „Spontankäufe eine Woche vor dem ersten Schultag sind ganz selten, weil die Kinder zu Hause Druck machen für den frühzeitigen Kauf.“
Neben diesen Parties zu Absatzförderung beschäftigen die „ergobag“-Produzenten „Botschafter“ in vielen deutschen Städten. „Mache den ergobag bekannt in Deiner Stadt - als gesunde Alternative zu kantigen Ranzen! Knüpfe Kontakte zu Kindergärten, Grundschulen und interessierten Müttern in Deiner Umgebung, organisiere Info-Veranstaltungen und lege Flyer aus. Sei Multiplikator für eine Idee, die Kindern der Rücken stärkt und Eltern schon jetzt begeistert,“ werben sie um Mitarbeiter, die für ihre Tätigkeit Provisionen erhalten.

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5 Kommentare

von Anonym
15.03.10 15:35 Uhr

mir tun die kinder auch immer leid, wenn sie mit den großen ranzen am straßenrand zur schule gehen..teilweise sind die taschen höher als die kleinen stöpsel!

von Anonym
04.06.10 22:34 Uhr
Nicht so neu wie es scheint

Der Schulranzen ähnelt einem Modell der Firma Beckmann in Norwegen, welches dort schon seit einigen Jahren auf dem Markt ist. www.beckmann.no

von Tanja
07.07.10 12:02 Uhr

Diser Rucksack ähnelt dem norwegischen Rucksack so wie Pepsi Coca Cola ähnelt - beides ist und bleibt Cola. Soweit ich das erkennen kann, kann man diesen Rcucksack auch personalisieren. Da liegt ja auch ein Unterschied. So sehe ich das zumindest.

von Plagiarius
22.09.10 15:46 Uhr
Dreist geklaut

So kann man Kreativität auch definieren. Der Rucksack ist hinsichtlich Schnitt und der Konstruktion eine dreiste Kopie des in Norwegen recht erfolgreichen Beckmann "Skolesakker". Daß das dann auch noch von der EU gefördert wird ist spannend …

von Anonym
18.09.11 08:27 Uhr
nicht nur die Chinesen Kopieren

Wie schon gesagt die idee ist schon eine alte in Norwegen. Tsja, da regtman sich auf das Chinesen kopieren und siehe da wir haben auch unsere kopiere die sich dann mit fremden federn schmücken.

 

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