Teilhaber eines Unternehmens

Gesellschafter sind juristische oder natürliche Personen, die an einer Gesellschaft beteiligt sind. Welcher Art ihre Beteiligung ist, hängt von der Rechtsform der Gesellschaft ab. Die wichtigsten Formen sind OHG, KG, GmbH und AG.

Position des Gesellschafters

Gesellschafter sind all jene Personen, die im Gesellschaftsvertrag vermerkt sind. Je nach Höhe der Kapitaleinlage haben Sie unterschiedliche Befugnisse innerhalb des Unternehmens. Von der Rechtsform hängen die Haftungsbedingungen ab.

  • OHG: Die Gesellschafter haften mit ihrem Privatvermögen für sämtliche Schulden.
  • KG: Der Komplementär leitet die Gesellschaft und haftet mit seinem Privateigentum. Der Kommanditist haftet nur mit dem Kapitalteil, den er eingebracht hat.
  • GmbH: Die Gesellschafter haften nur mit dem eingebrachten Stammkapital.

Rechte und Pflichten eines Gesellschafters

Welche Befugnisse die einzelnen Gesellschafter haben, ist vom Gesellschaftsvertrag abhängig. Bei stillen Teilhaberschaften ist ein Gesellschafter weisungsbefugt. Der andere hat nur Einsicht in die Bücher. Bei einer anderen Rechtsform haften alle Gesellschafter in unterschiedlichem Umfang. Es gibt verschiedene Varianten, die bei Gründung der Gesellschaft genau festgelegt werden.

Rechtliche Grundlagen

Gem. § 16 Abs. 3 GmbHG zählen nur Inhaber von Geschäftsanteilen als Gesellschafter. Dabei gilt gem. § 14 Satz 1 GmbHG, dass auf den Anteil eine Einlage zu leisten ist. Gem. § 2 des Mitbestimmungsgesetzes ist der Anteilseigner einer Aktiengesellschaft (zur Aktiengesellschaft Definition) Aktionär und der Anteilseigner einer Kommanditgesellschaft auf Aktien ein Kommanditaktionär.

Grundlagen der Mitunternehmerschaften

Alle Gesellschafter arbeiten entsprechend des Prinzips der Mitunternehmerschaft zusammen. Das bedeutet, dass sie gemeinsam Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbstständiger Tätigkeit oder aus dem Gewerbe erzielen.

Der Begriff Mitunternehmerschaft ist steuerrechtlicher Natur. Als Mitunternehmer zählt nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG ein Gesellschafter, der einen Teil des Risikos trägt und Initiative übernimmt.

Gem. § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG und § 179, § 180 AO wird der Gewinn der Mitunternehmerschaft gesondert ermittelt und nach einem einheitlichen Muster auf die Mitunternehmer verteilt.

Beispiele für Mitunternehmer:

FAQ zum Gesellschafter

Wann ist man Gesellschafter?

Sobald man mit einem Geschäftsanteil an einer Gesellschaft beteiligt ist (§ 14 Satz 1 GmbHG)

Muss ein Gesellschafter eine natürliche Person sein?

Nein. Auch eine juristische Person kann Gesellschafter einer GmbH sein. So ist es beispielsweise möglich, dass eine GmbH Komplementär in einer KG wird (GmbH § Co. KG).

Wo ist schriftlich festgehalten, wer als Gesellschafter gilt?

Alle Gesellschafter sind im Gesellschaftsvertrag festgehalten.

Aktualisiert im August 2022

Teilen:
Weitere Artikel
Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden? Der Zeitpunkt
Recht & Steuern
Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden? Der Zeitpunkt

Wer eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, fragt sich schnell, ab wann ein Gewerbe angemeldet werden muss. Die Antwort ist eindeutig. Ein Gewerbe ist mit der tatsächlichen Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit anzumelden, unabhängig von der Höhe der Einnahmen. Eine allgemeine Umsatz- oder Bagatellgrenze gibt es nicht (§ 14 GewO). Die verbreitete Vorstellung, erst ab 410 Euro werde eine Gewerbeanmeldung fällig, ist ein Irrtum. Dieser Wert betrifft ausschließlich die Einkommensteuer. Welche Kriterien eine gewerbliche Tätigkeit ausmachen, wie sich Grenzfälle wie Online-Verkauf oder Influencer einordnen lassen und was die neuen PStTG-Meldepflichten bedeuten, klärt der folgende Überblick. Kerninfos auf einen Blick Die Anmeldepflicht entsteht mit dem Beginn der Tätigkeit, unabhängig von Umsatz oder Gewinn (§ 14 GewO).

Lesen
EDV-Kenntnisse im Lebenslauf überzeugend formulieren
Ratgeber
EDV-Kenntnisse im Lebenslauf überzeugend formulieren

EDV-Kenntnisse gehören in den Lebenslauf, sobald der Job mit dem Computer zu tun hat, und das trifft heute auf nahezu jede Stelle zu. Wer die EDV-Kenntnisse im Lebenslauf richtig angeben will, folgt drei Prinzipien. Nenne konkrete Programme statt Sammelbegriffe, stufe das eigene Kompetenzniveau ehrlich ein und passe die Auswahl an die Stellenausschreibung an. Platziert werden sie meist in einem eigenen Abschnitt unterhalb der Berufserfahrung. Der Begriff „EDV“ selbst gilt inzwischen als veraltet. Die folgende Anleitung geht datengestützt, branchenspezifisch und mit Blick auf 2026 in die Tiefe, samt KI-Kompetenzen und ATS-Optimierung. Das sollten Sie wissen Der Begriff EDV gilt heute als veraltet, zeitgemäß sind IT-Kenntnisse oder Computerkenntnisse.

11 Min. LesezeitLesen
Café eröffnen – was es kostet und wann es sich lohnt
Ratgeber
Café eröffnen – was es kostet und wann es sich lohnt

Wer ein Café eröffnen will, durchläuft fünf zentrale Stationen. Am Anfang stehen Konzept und Standort, dann folgen Genehmigungen, Businessplan und Finanzierung. Realistisch braucht es dafür zwischen 50.000 und 150.000 Euro Kapital, je nach Größe, Lage und Ausstattung. Beim Risiko sollte man ehrlich bleiben. Das Gastgewerbe verzeichnet seit 2025 überdurchschnittlich viele Insolvenzen, und wer zu knapp kalkuliert, verschwindet oft schon im ersten Jahr wieder vom Markt. Entscheidend ist deshalb weniger die Leidenschaft für guten Kaffee als eine belastbare Rechnung. Genau die liefert dieser Beitrag mit Kostentabelle, Kalkulation pro Tasse und Break-even-Betrachtung. Alles Wichtige im Überblick Der Kapitalbedarf für ein eigenes Café liegt realistisch zwischen 50.000 und 150.000 Euro je nach Größe und Lage.

Lesen
Zur Startseite