Wirtschaft·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
8. September 2021

Digitale Außenwerbung: Kommt die Demokratisierung des Werbemarkts?

Hyperlokale Promotion vom Kiezbäcker bis zum DAX-Konzern

Mit 50.000€ Budget wollten die Gründer des digitalen Außenwerbeunternehmens einst eines seiner früheren Projekte starten. Doch damit, so wurde ihnen schnell klar, gab es nicht mal einen Planungstermin bei einem der großen Außenwerber. So entwickelten sie und ihr Team ein eigenes System, über welches Werbeflächen niedrigschwellig und variabel online gebucht sowie mit Inhalten gefüllt werden können. Mit der skalierbaren Flexibilität öffnet sich der Werbemarkt auch für KMUs, die gezielt in ihrem Viertel, zu vordefinierten Zeiten und angepasst an ihr Budget über die Bildschirme von HYGH werben können. Bereits jetzt ist dies auf etwa 1.000 Displays in Deutschlands Großstädten möglich. Bis Ende des Jahres soll dies auf etwa 1.200 bis 1.400 Displays möglich sein. Neben Berlin, Köln und Hamburg wird nun auch der Standort Frankfurt für die digitale Außenwerbung durch HYGH vorbereitet und noch im September an den Start gehen. Danach sollen kleinere Städte folgen. Dass bekannte Namen wie Netflix, Universal und Fritz-Kola ebenso zu den Kunden zählen wie der lokale Friseur oder die Autowerkstatt spricht für die große Anschlussfähigkeit des Geschäftsmodells.

Gelebte Start-Up Kultur trifft auf etablierten Branchenführer

Möglich ist die schnelle Expansion zum einen, weil sich der relevante Markt in den letzten 7 Jahren bis zur Corona-Krise fast vervierfacht hat. Der Umsatz in der digitalen Außenwerbung ist in dieser Zeit in Deutschland von 62 auf fast 230 Millionen Euro angewachsen. Zum anderen profitiert das Start-Up von einer Kooperation mit dem Technikriesen Samsung, der die Hardware für die Werbetafeln zur Verfügung stellt. Nach Lieferverzögerungen wegen des weltweiten Chipmangels, schreitet der Aufbau nun wieder schneller voran und zeigt, dass die deutsche Wirtschaft aus Kooperationen von jungen Start-Ups mit technologischen Branchenführern großen Nutzen ziehen kann. Neu zum Sortiment von HYGH hinzugekommen sind neben den großzügigen Werbeoberflächen im öffentlichen Raum auch kleinere Displays im 13-Zoll-Format. Im Ladengeschäft nah an dem Warenumfeld aufgestellt, wirken sie wie Empfehlungen und damit subtiler auf die Kaufentscheidung ein, die laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu 70% ohnehin erst am Point-Of-Sale unweit der Kasse getroffen wird. So öffnet sich der urbane Raum in kleinen und großen Dimensionen auch für lokale Unternehmen, die auf sich aufmerksam machen wollen. Ob im Schaufenster, am Spätkauf, in der Szenekneipe oder entlang der prestigeträchtigen Einkaufsmeile: Der demokratische Wandel des Werbemarkts scheint bereits eingeleitet zu sein.

Berlin als Basis, Europa als Ziel

Und er geht von Berlin aus. Dem Ort, an dem vor über 160 Jahren bereits einmal eine neue Ära der Außenwerbung ihren Anfang nahm. 1854 wurde in der Hauptstadt die erste Litfaßsäule errichtet – damals mit dem Ziel das wilde Plakatieren in geordnete Bahnen zu lenken. Bis heute prägen die Säulen das Stadtbild. Eine ähnlich starke Wirkung erhofft sich auch Fritz Frey, weshalb HYGH seit Juli Mitglied des Berlin-Partner Netzwerks ist. Mit 230 Unternehmen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Medien will man gemeinsam die Metropole gestalten. Die digitalen Innovationen von HYGH sollen dabei helfen, dem Start-Up-Hotspot eine sichtbare Präsenz als attraktiver Ort für Leben und Arbeiten zu verleihen. „Berlin ist der richtige Ort, um an den digitalen Lösungen für morgen zu arbeiten und HYGH macht eindrucksvoll vor, wie das gehen kann“, sagt der Geschäftsführer des Netzwerks Dr. Stefan Franzke. Fritz Frey geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn er ankündigt: „Langfristig wollen wir in allen Hauptstädten Europas vertreten sein.“ Ob und wie schnell das erst 2018 gegründete Start-Up seine ambitionierten Ziele erreichen kann, wird sich auch bei einer für Ende des Jahres geplanten Finanzierungsrunde entscheiden.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Küchenplanung ohne Kostenfallen: Worauf es von der ersten Idee bis zur Montage ankommt
    Ratgeber
    Küchenplanung ohne Kostenfallen: Worauf es von der ersten Idee bis zur Montage ankommt

    Eine neue Küche ist eine langfristige Investition. Neben der Gestaltung entscheiden vor allem die Raumaufteilung, die Ausstattung und die Qualität der Montage darüber, ob sich die Anschaffung im Alltag bewährt. Fehler bei der Planung können zusätzliche Kosten verursachen oder die Nutzung dauerhaft einschränken. Wer frühzeitig seinen Bedarf ermittelt, das Budget realistisch kalkuliert und die baulichen Voraussetzungen berücksichtigt, schafft eine solide Grundlage für den Küchenkauf. Küchenplanung beginnt mit den eigenen Anforderungen Bevor Farben, Fronten oder Elektrogeräte ausgewählt werden, sollte feststehen, welche Aufgaben die Küche künftig erfüllen muss. Ein Singlehaushalt stellt andere Anforderungen an Stauraum und Arbeitsflächen als eine Familie mit mehreren Kindern. Auch die Kochgewohnheiten beeinflussen die Planung.

    7 Min. LesezeitLesen
    Druckkosten im Unternehmen optimieren: So lassen sich Druckprojekte wirtschaftlich planen
    Wirtschaftslexikon
    Druckkosten im Unternehmen optimieren: So lassen sich Druckprojekte wirtschaftlich planen

    Flyer, Broschüren, Geschäftsausstattung und Produktkataloge gehören in vielen Unternehmen weiterhin zum Marketingalltag. Doch bei der Produktion entstehen häufig vermeidbare Kosten: ungeeignete Formate, kurzfristige Änderungen oder falsch kalkulierte Auflagen können das Budget belasten. Wer Druckprojekte systematisch plant, schafft bessere Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Produktion und überzeugende Ergebnisse. Entscheidend sind dabei die Abstimmung von Kommunikationsziel, Druckverfahren, Material und Weiterverarbeitung sowie klar geregelte Abläufe zwischen Auftraggeber und Druckerei. Druckprojekte beginnen mit einer klaren Zielsetzung

    7 Min. LesezeitLesen
    Landmaschinen wirtschaftlich betreiben: So lassen sich Wartung, Reparaturen und Neuanschaffungen besser planen
    Wirtschaftslexikon
    Landmaschinen wirtschaftlich betreiben: So lassen sich Wartung, Reparaturen und Neuanschaffungen besser planen

    Ein ausgefallener Traktor während der Ernte kann für landwirtschaftliche Betriebe erhebliche Kosten verursachen. Neben der eigentlichen Reparatur entstehen Verzögerungen, zusätzlicher Personalaufwand und möglicherweise Ertragsverluste. Umso wichtiger ist ein durchdachtes Maschinenmanagement. Wer Wartungsintervalle berücksichtigt, Reparaturkosten dokumentiert und Investitionen langfristig plant, kann die Wirtschaftlichkeit seines Maschinenparks verbessern. Welche Maßnahmen sich im Betriebsalltag bewähren und wann eine Neuanschaffung sinnvoll ist, zeigt dieser Ratgeber. Warum Maschinenstillstände schnell teuer werden Landwirtschaftliche Betriebe sind auf funktionierende Technik angewiesen. Traktoren, Mähwerke, Pressen und andere Landmaschinen müssen besonders während der Aussaat, Futterernte oder Erntezeit zuverlässig arbeiten. Fällt eine wichtige Maschine aus, gerät häufig die gesamte Arbeitsplanung durcheinander.

    7 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite