Business·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
8. September 2025

Start-up-Land am Wasser: Wie Mecklenburg-Vorpommern Gründer anzieht

Mecklenburg-Vorpommern bietet Ruhe zum Arbeiten, bezahlbare Flächen und kurze Wege in Verwaltung und Netzwerken – ideale Bedingungen für den Company-Build. Orientierung liefern zentrale Hubs und Communities wie landesweite Gründerportale, lokale Chapter-Treffen und Matchmakings mit Mittelstand und Kommunen. Hochschulen in Rostock und Greifswald bringen Talent, Labore und Transferangebote ein; aus dem ersten Prototypen entsteht so schneller ein Pilot beim regionalen Partner. Für Zuziehende spielt die Lebensqualität eine Rolle: Ostsee, Seenplatte und kurze Pendelzeiten helfen beim Recruiting und Halten von Fachkräften.

Förderung und Finanzierung

Wer startet, braucht Zeit, Liquidität und Sparring. In MV unterstützen Gründungsstipendien mit monatlicher Basisförderung, Coaching und Workshops, damit Teams Marktvalidierung und Produktentwicklung nicht nebenbei stemmen müssen. Für Technologievorhaben steht mit GENIUS ein landeseigener VC-Ansprechpartner bereit, der gemeinsam mit Business Angels und Family Offices co-investiert. Ergänzend helfen Bürgschaften und Beteiligungen, wenn Bankfinanzierung oder Working Capital den nächsten Schritt ermöglichen sollen. Wertvoll ist die Nähe zu öffentlichen Einrichtungen: Kliniken, kommunale Betriebe oder Tourismusakteure sind praxistaugliche erste Pilotkunden.

Beispiele aus MV – was schon funktioniert

Rostocks InsurTech hepster zeigt, wie aus der Region heraus skalierbare Embedded-Insurance-Modelle entstehen, die europaweit Partner überzeugen. Sawayo aus Rostock hat mit HR- und Compliance-Software einen klaren Mittelstands-Fit bewiesen und den Exit an einen DACH-Provider geschafft – ein Signal, dass MV-Teams attraktive Buy-and-Build-Ziele sein können. Hardware-nah liefert Duschkraft einen Dusch-Entfeuchter gegen Schimmelbildung, der Wohnungswirtschaft und Hotellerie adressiert. In Greifswald entwickelt Enzymicals biokatalytische Verfahren und kooperiert eng mit Forschung und Industrie. Diese Bandbreite – Software, Hardware, Life Sciences – macht das Ökosystem robust und anschlussfähig für Corporate-Piloten.

Müritz-Region: Testfeld vor der Haustür

Rund um die Müritz treffen hohe Besucherzahlen auf sensible Natur – perfektes Terrain, um Produkte im Realbetrieb zu schärfen. Tourismus- und Service-Tech kann mit Besucherlenkung, Kapazitäts- und Buchungstools, Routenempfehlungen oder Safety-Features direkt an maritimen Hotspots getestet werden. Für Gastronomie und Hotellerie sind digitale Bestellprozesse, Zahlungs- und Personalplanung messbare Effizienzhebel. Coworking-Angebote und Gründerzentren in der Seenplatte erleichtern saisonales Arbeiten: in der Hochsaison testen, im Winter iterieren. Handwerk und Outdoor-Anbieter sind ideale Pilotpartner, um Features zu priorisieren und Referenzen aufzubauen – genau die Belege, die später Investorinnen und Investoren sehen wollen.

Blockchain und Krypto: Neue Impulse für die Region

Auch im Bereich Krypto- und Blockchain-Technologien entstehen in Mecklenburg-Vorpommern erste Ansätze: Von tokenisierten Finanzierungsmodellen für Startups über Anwendungen in der Lieferketten-Transparenz bis hin zu Pilotprojekten mit digitalen Identitäten. Hochschulen und Forschungseinrichtungen greifen das Thema in Projekten zu dezentralen Dateninfrastrukturen auf, während Communities in Rostock und Schwerin Meetups und Hackathons organisieren. Für Tourismus, Energie und Verwaltung bieten sich konkrete Anwendungsfelder – etwa digitale Gästekarten auf Blockchain-Basis, Herkunftsnachweise für regionale Produkte, Web3 Krypto Wallet Deutschland oder Smart-Contract-Lösungen im Energiemanagement. Damit ergänzt Blockchain die regionale Innovationslandschaft um einen Baustein mit hoher Skalierbarkeit und internationaler Anschlussfähigkeit.

Herausforderungen – und wie Teams sie lösen

Kapital und spezialisierte Talente sind weniger dicht als in Metropolen. Erfolgreich sind Teams, die die Standortvorteile ausspielen und früh überregionale Brücken bauen: Remote-First-Strukturen, klare Employer-Branding-Botschaften, regelmäßige Präsenz auf Branchenevents sowie Co-Investments mit überregionalen Geldgebern. Operativ hilft ein strenges Pilot-Set-up: Hypothesen definieren, Nutzerdaten erheben, Kennzahlen offenlegen. Wer so arbeitet, überzeugt Kundschaft und Kapitalgeber gleichermaßen – und zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern nicht nur für schönen Hintergrund sorgt, sondern für belastbare Wachstumsstories.

Am Ende zählt: konkrete Probleme lösen, lokal testen, skalierbar denken – dafür ist MV aktuell ein überraschend guter Ort.

Teilen:
Weitere Artikel
Naturstein und Großkeramik in Küche, Bad und Boden: Worauf es bei Sanierung und Neubau ankommt
Ratgeber
Naturstein und Großkeramik in Küche, Bad und Boden: Worauf es bei Sanierung und Neubau ankommt

Wer Küche, Bad oder Böden erneuert, trifft eine Entscheidung für Jahrzehnte oder nur für wenige Jahre. Während Dekore und Trendfarben schnell wechseln, bleibt das eingebaute Material meist sehr lange im Alltag. Naturstein und Großkeramik gelten als besonders langlebige Optionen, unterscheiden sich aber deutlich in Optik, Pflegeaufwand und Budget. Wer vor der Investition weiß, welches Material zu welchem Raum und welcher Nutzung passt, vermeidet teure Fehlgriffe und kann in manchen Fällen sogar den kompletten Austausch bestehender Flächen vermeiden. Warum Naturstein und Großkeramik bei Sanierungen an Bedeutung gewinnen Der Markt bietet viele Alternativen von Vinyl und Laminat über Fliesen bis zu beschichteten Holzwerkstoffen. Trotzdem entscheiden sich Bauherren und Sanierer immer häufiger für Naturstein oder großformatige Keramikplatten. Der wichtigste Grund liegt in der Nutzungsdauer: Ein Granitboden oder eine Natursteinarbeitsplatte hält bei fachgerechter Verarbeitung Jahrzehnte, ohne sichtbar zu altern. Kleinere Beschädigungen lassen sich häufig herausschleifen oder wegpolieren, ohne dass das ganze Element ausgetauscht werden muss.

6 Min. LesezeitLesen
Wenn der Arbeitsvertrag zum Streitfall wird: Die Kanzlei Hollmayr – Perl & Kollegen in Deggendorf und Regen
Arbeitsleben
Wenn der Arbeitsvertrag zum Streitfall wird: Die Kanzlei Hollmayr – Perl & Kollegen in Deggendorf und Regen

Ein Arbeitsvertrag, dessen Klauseln plötzlich strittig sind. Eine Kündigung, die ausgesprochen werden muss oder eine, die ein Beschäftigter erhalten hat und nicht akzeptieren will. Ein Vorwurf der Diskriminierung am Arbeitsplatz. Solche Situationen gehören zum betrieblichen Alltag vieler Unternehmen, und sie verlangen meist schnell eine verlässliche rechtliche Einschätzung. Denn Fehler im Arbeitsrecht können teuer werden: Die Fristen sind kurz, Formfehler haben Folgen, und nicht jede vermeintlich klare Regelung hält einer gerichtlichen Prüfung stand. Gerade für kleine und mittlere Betriebe ohne eigene Rechtsabteilung ist der Zugang zu fachkundiger Beratung deshalb entscheidend. In Niederbayern hat sich für solche Fälle seit Jahrzehnten eine Kanzlei etabliert, die heute mit sechs Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten an zwei Standorten arbeitet: die Kanzlei Hollmayr Perl & Kollegen mit Büros in Deggendorf und Regen. Ihr klarer Schwerpunkt ist das Arbeitsrecht als Experte für Arbeitsrecht in Deggendorf deckt die Kanzlei ein Dauerthema ab, das Unternehmer, Personalverantwortliche und Beschäftigte gleichermaßen betrifft. Dieses Porträt stellt die Kanzlei, ihre Geschichte und ihre Ansprechpartner vor. Von der Einzelkanzlei zum Anwaltsteam

6 Min. LesezeitLesen
„Automatisierung ist kein IT-Projekt, sondern eine Führungsaufgabe" – Interview mit einem HERMOS-Experten über Digitalisierung im Mittelstand
Expertentalk
„Automatisierung ist kein IT-Projekt, sondern eine Führungsaufgabe" – Interview mit einem HERMOS-Experten über Digitalisierung im Mittelstand

Automatisierung im Mittelstand gelingt dann, wenn sie zur Chefsache wird. So lautet die Kernaussage unseres Gesprächspartners. Viele Mittelständler stehen vor derselben Frage: Wo anfangen, wenn Produktion, Gebäude und IT eigentlich gleichzeitig modernisiert werden müssten? Wir haben mit einem Experten der HERMOS Group gesprochen, die als Anbieter von Automatisierungstechnik für Unternehmen Industrie- und Gebäudeprojekte von der Planung bis zum After-Sales aus einer Hand umsetzt. Im Gespräch geht es um typische Fehler, realistische Zeitachsen und die Rolle der Geschäftsführung. „Der Reifegrad ist oft niedriger, als das Management denkt" business-on.de: Wenn Sie heute in einen mittelständischen Produktionsbetrieb kommen, wo stehen die Unternehmen wirklich beim Thema Automatisierung?

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite