Neue Studie von Mastercard: Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung der Banken

Loyalität gegenüber Hausbanken sinkt weiter
Der Wandel wird auch durch die sinkende Loyalität der Bankkunden sichtbar: In Europa können sich inzwischen 62 % der Befragten einen Wechsel zu einer Digitalbank vorstellen (2019: 54 %). In Deutschland stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr sogar um elf Prozentpunkte: Jeder zweite Deutsche (51 %) zieht einen Wechsel in Erwägung, jeder zehnte Deutsche ist bereits Kunde einer Digitalbank (Europa: 6 %).
Ansprüche der Bankkunden verändern sich
Mehr als drei Viertel der Deutschen (78 %) erwarten in Zukunft eine noch stärkere Nachfrage nach mobilen Banking-Lösungen. Durch die zunehmende Anwendung ändern sich auch die Ansprüche der Bankkunden an die digitalen Angebote: Die Deutschen sehen Zeitersparnis (61 %) und einfache Handhabung (56 %) wie auch im Vorjahr als die größten Vorteile an, diese Faktoren verlieren jedoch an Zuspruch. Dafür legt jeder dritte Befragte (32 %) inzwischen mehr Wert auf die Lifestyle-Eigenschaften eines digitalen Bankangebots (+ 12 Prozentpunkte ggü. 2019) und eine hohe Verfügbarkeit (38 %, + 12 Prozentpunkte ggü. 2019). Wichtigstes Kriterium für die Nutzung eines digitalen Bankangebots bleibt für die Deutschen mit 46 % die Sicherheit. Dieser Wert sank allerdings um 15 Prozentpunkte, im Vorjahr waren es noch 61 %.
Peter Bakenecker, Division President für Deutschland und die Schweiz bei Mastercard, sagt: „Mit der verstärkten Nutzung digitaler Angebote verändern sich auch die Ansprüche der Verbraucher. Digitale Bankangebote müssen intuitiv und einfach zu bedienen sein und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards erfüllen. Wir arbeiten mit zahlreichen Partnern zusammen – von traditionellen Banken, über reine Digitalbanken bis hin zu Fintechs – um mit ihnen gemeinsam innovative digitale Lösungen zu entwickeln, die zum digitalen Alltag der Kunden passen und gleichzeitig deren Zahlungen schützt.“
Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung der Banken. Das zeigt die Mastercard-Studie »Evolution of Banking», die die aktuellen Trends im digitalen Bankwesen in zwölf europäischen Ländern untersuchte: Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung der Banken
Traditionelle Finanzinstitute punkten bei Vertrauenswerten, Apps legen zu
Wenn auch die Loyalität der Deutschen gegenüber ihrer Hausbank nachlässt, glaubt die Mehrheit von ihnen (83 %) daran, dass es auch in zehn Jahren noch Bankfilialen geben wird. Zudem gehören Banken mit 59 % (2019: 64 %) nach wie vor mit Abstand zu den vertrauenswürdigsten Quellen, wenn es um Informationen zur Verwaltung des eigenen Geldes geht. Freunde und Familie folgen mit 34 % (2019: 30 %). Allerdings holen auch hier die digitalen Angebote auf: Vergangenes Jahr hatten lediglich sieben Prozent der Deutschen Vertrauen in die beratenden Funktionen von Apps aus dem Finanzbereich, jetzt sagten dies bereits 15 %.
Open Banking: Starkes Interesse an kontoübergreifenden Apps
Auch beim Thema Open Banking zeigt sich eine starke Dynamik im Vergleich zum Vorjahr. Die PSD2-Richtlinie verpflichtet die Banken in der EU ihre Schnittstellen für Drittanbieter zu öffnen. Dies ermöglicht es Anbietern von Apps und anderen autorisierten Drittanbietern auf die Informationen von Banken zuzugreifen und den Kunden so neue digitale Services anzubieten – immer mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden. Bereits jeder sechste Deutsche (17 %) nutzt dank Open Banking bankenunabhängige und kontoübergreifende Apps (2019: 8 %), um einen besseren Überblick über seine Finanzen zu haben. Weitere 31 % würden so ein Angebot nutzen, stünde es ihnen zur Verfügung (2019: 29 %).
Im Oktober 2020 startete Deutschlands größtes Vergleichsportal CHECK24 eine eigene Bank, die C24, und wurde ein wichtiger Partner von Mastercard. „Open Banking erfordert Mut, ist aber der einzige Weg im Rahmen der Digitalisierung Kundenbedürfnisse konsequent zu erfüllen. Dabei sind verlässliche Technologiepartner, die neue Kundenanforderungen schnell und sicher umsetzen, unerlässlich. Außerdem möchten wir unseren Kunden attraktive Konditionen und Zusatzleistungen bieten, wie beispielsweise unser Cashback-Programm für jede Zahlung mit der Mastercard“, sagt Christoph Röttele, CEO und Sprecher der Geschäftsführung bei CHECK24, zu den Gründen der Zusammenarbeit mit Mastercard.
*Über die europäische „Evolution of Banking“-Studie
Nach Studien aus dem Jahr 2017 und 2019 in elf Ländern wurde diese aktuelle Studie vom 18. September 2020 bis zum 27. September 2020 von Finer Weston Data Analysis im Auftrag von Mastercard durchgeführt. 9605 Personen aus den folgenden zwölf Märkten haben an der Befragung teilgenommen: Bulgarien (400), Deutschland (1000), Frankreich (1000), Großbritannien (1001), Italien (1000), Irland (1002), Niederlande (1000), Polen (400), Schweiz (402), Spanien (1000), Russland (1000) und Ungarn (400).
(ots)
- Titelbild: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
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