News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
25. September 2018

Rund 7% Maklerprovision – ist das berechtigt?

Makler bieten Kaufwilligen ihre Unterstützung an, um sich auf dem Markt zurechtzufinden und das für sie passende Angebot herausfiltern zu können. Tatsächlich scheuen aber viele Deutsche den Gang zum Makler und versuchen zunächst auf eigenen Faust ihre Traumimmobilie zu finden. Schuld daran ist die Gebührenpraxis der Immobilienmakler.

Keine Gebührenordnung für Makler

Ein Makler tritt immer dann in Aktion, wenn er von einem Vermieter oder Kaufinteressierten beauftragt wird entweder einen passenden Käufer oder die passende Immobilie zu finden. Die Maklerprovision beträgt im bundesweiten Schnitt rund 7% des Bruttokaufpreises. Ebenfalls vom Bundesland abhängig ist, wer die Provision letztendlich zu zahlen hat. Der Käufer oder der Verkäufer? In den meisten deutschen Bundesländern teilen sich beide Parteien die Kosten. Einzig in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Bremen und Hessen trägt der Immobilienkäufer die Gesamtprovision. Anders als bei der Vermittlung von Mietobjekten gibt es bei Immobilienveräußerungen keine gesetzlich geregelten Rahmenbedingungen. Für die Vermittlungstätigkeit bei Vermietungen dürfen Makler als Höchstsatz 2 Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer als Provision veranschlagen. Zusätzlich gilt bei Vermietungen das Bestellerprinzip. Dieses Prinzip regelt, wer für die Kosten des Maklers aufkommen muss, und zwar immer derjenige, der die Maklertätigkeit in Auftrag gegeben hat. Konkret bedeutet das, wenn ein Vermieter den Makler damit betraut, einen geeigneten Mieter für seine Immobilie zu finden, dann übernimmt er die Maklerprovision. Im umgekehrten Fall bedeutet das, wenn ein Mietinteressent eine Immobilie über einen Makler angeboten bekommt und diese schlussendlich anmietet, dann hat er die Maklerkosten zu tragen. Das Bestellerprinzip wurde 2015 zum Schutz der Mieter eingeführt.

Einführung des Bestellerprinzips für Immobilienkäufe

Bislang gilt das Bestellerprinzip nur für Mietvereinbarungen. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat im August 2018 einen Antrag zur Einführung des Bestellerprinzips auch bei Immobilienkäufen gestellt. Zusätzlich fordern die Grünen-Politiker eine Begrenzung der Maklerprovision auf zwei Prozent. Auch die SPD liegt in Sachen Bestellerprinzip ganz klar auf der gleichen Linie wie die Grünen. Die FDP möchte die Einführung eines Bestellerprinzips gerne noch um einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer erweitern. In die gleiche Richtung argumentiert der Eigentümerverband Haus & Grund. In einer Pressemitteilung vom 14.08.2018 spricht sich der Verband für eine generelle Abschaffung der Grunderwerbssteuer aus. Gleichzeitig fordern die Interessenvertreter eine Unterbindung von Preisabsprachen der Makler, die an vielen Orten zu festen Provisionssätzen führen.

Ist die Maklerprovision in dem Maße gerechtfertigt?

Die oftmals hohen Kosten für Immobilienmakler, gerade in den Zeiten der steigenden Immobilienpreise, schrecken viele Kaufinteressenten ab. Doch sind die Maklerprovisionen wirklich so ungerechtfertigt? Bei Kaufimmobilien ist die Provision im einzelnen frei verhandelbar und richtet sich nicht nach festgelegten Gebührenordnungen. So entsteht schnell der Eindruck von Willkür. Bei Immobilienverkäufen ist der Makler dafür zuständig, ein aussagekräftiges Exposé zu erstellen, unterstützt bei der Verkaufspreisfindung und den Vertragsvereinbarungen, führt Besichtigungen durch und selektiert die Kaufinteressenten. Die Provision bekommt der Makler nur bei einem erfolgreichen Geschäftsabschluss. Ist bei einem Immobilienverkauf lange nicht der richtige Käufer dabei, verdient der Makler in der Zeit keinen einzigen Cent an der Immobilie. Das Risiko liegt also ganz auf der Seite des Maklers. Gerechtfertigt oder nicht, kann die Maklerprovision vor allem bei einem Kauf von hochwertigen Immobilien ganz schön weh tun. Trotz der vielerorts ähnlichen Provisionssätze lohnt es sich, das Angebot der jeweiligen Makler miteinander zu vergleichen. Der Berufsbezeichnung des Maklers ist in Deutschland nicht geschützt, so dass hinsichtlich der Qualitätsstandards oftmals große Unterschiede herrschen. Bei Immobilienkäufen ist zudem die Bereitschaft der Makler zu Verhandlungen erfahrungsgemäß höher als bei Vermietungsgeschäften. Wann das Bestellerprinzip auch für Immobilienkäufe eingeführt wird, ist noch unklar. Mit diesen Immobilenscout24 Gutscheinen lässt sich schon jetzt ein wenig einsparen, bevor das neue Gesetz zugunsten der Käufer in Kraft tritt.

Teilen:
Weitere Artikel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
Handel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

5 Min. LesezeitLesen
Zahnärzte Obermünsterstraße in Regensburg: Moderne Zahnmedizin, Spezialisierung und Versorgung aus einer Hand
Wirtschaft
Zahnärzte Obermünsterstraße in Regensburg: Moderne Zahnmedizin, Spezialisierung und Versorgung aus einer Hand

Die Gemeinschaftspraxis Zahnärzte Obermünsterstraße in Regensburg steht für ein umfassendes zahnmedizinisches Konzept, das moderne Behandlungsmethoden mit individueller Betreuung verbindet. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, Patientinnen und Patienten nicht nur fachlich auf hohem Niveau zu behandeln, sondern sie während des gesamten Behandlungsprozesses persönlich zu begleiten. Von der ersten Beratung bis zur Nachsorge wird großer Wert auf Transparenz, Zeit und eine angenehme Atmosphäre gelegt. Die folgenden Abschnitte stellen die Praxis genauer vor.

5 Min. LesezeitLesen
Produktivität im Büro steigern: Warum Bewegung am Arbeitsplatz entscheidend ist
Arbeitsleben
Produktivität im Büro steigern: Warum Bewegung am Arbeitsplatz entscheidend ist

Die Anforderungen an moderne Büroarbeit haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Digitale Prozesse, lange Bildschirmzeiten und ein hoher Anteil sitzender Tätigkeiten prägen den Arbeitsalltag vieler Menschen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass starre Arbeitsweisen langfristig zu Einschränkungen führen können – sowohl in Bezug auf die Leistungsfähigkeit als auch auf das allgemeine Wohlbefinden. Bewegung am Arbeitsplatz wird daher zunehmend als wichtiger Bestandteil eines produktiven Arbeitsumfelds betrachtet. Dabei geht es nicht um intensive körperliche Aktivität, sondern vielmehr um regelmäßige, kleine Veränderungen im Arbeitsablauf. Diese tragen dazu bei, Routinen aufzubrechen und die Arbeitsweise dynamischer zu gestalten. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf es im Einzelnen zu achten gilt.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite