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business-on.de Redaktion
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30. August 2011

„Mehr Geschmack als Geld“

business-on.de: „Mehr Geschmack als Geld“ ist Ihr unternehmerisches Credo. Was bedeutet das konkret?

Peter Schönhofen: Eine Absage an langweiliges, überteuertes Einrichten! Seit 1981 setzen wir uns detailversessen und leidenschaftlich für alles andere als gewöhnliche Wohnideen ein. Design, wie wir es verstehen, soll unterhalten, ein visueller Höhepunkt im Alltag sein oder einfach einen bezaubernden Moment schenken. Und das zu einem fairen, erschwinglichen Preis. Darum lautet unser Credo: „Mehr Geschmack als Geld“ – ein mehr als erfolgreicher Gegenentwurf zu traditionell sehr teuren Designermöbeln. Billig aber ist Kare nie: zu uns gehört eine ordentliche Portion Glamour und Grandezza. Unser unverwechselbarer Look spricht mit extravaganten Solitärmöbeln, trendorientierten Wohnaccessoires und Klassikern mit Bestand eine ausgesuchte und konsumfreudige Zielgruppe an.

business-on.de: Wie kamen Sie auf die Idee, Ihr Unternehmen zu gründen?

Jürgen Reiter: Mit einem klaren Nein auf die Frage, ob Möbel eigentlich immer den langweiligen, althergebrachten Formmustern folgen müssen. Seitdem gibt es die Marke Kare. Während unseres BWL-Studiums in München eröffneten wir einen Laden für solide Holzregale, die schnell zum Erfolg wurden. Peter Schönhofen hat mit seiner Lust am Marketing provokante Vermarktungsideen entwickelt. Er erfand uns als „Die Zwei Wohnsinnigen“: unkonventionelle und humorvolle Unternehmer zum Anfassen. Werbesprüche, die respektlos auf ein schwedisches Möbelhaus anspielten, beschäftigten Rechtsanwälte und machten die Medien auf uns aufmerksam. Für Furore sorgte der nackte Männer-Popo auf Großflächen, der unter dem Slogan „Manche Entscheidung sollte man nicht mit dem Kopf treffen“ für Sofas warb.

business-on.de: Wie ging es weiter?

Peter Schönhofen: Mit vorwitzigen Produktideen und reproduzierbaren Produkten mit Designfaktor. Unsere phantasievollen Nischenprodukte wurden zum erfolgreichen Steigbügel in größere Märkte und zeigten Wachstumspotential. Die Vermarktung über Handelspartner und eigene Einkaufsbüros waren die logische unternehmerische Konsequenz. Was auf den Märkten gab, war uns nicht genug: Wir starteten mit eigenen Designentwürfen ins internationale Geschäft.

Jürgen Reiter: Mit Auftritten auf nationalen und internationalen Konsumgütermessen. Gleichzeitig bauten wir unsere Münchner Einzelhandelstandorte aus. Bis Anfang 2011 wuchs die Zahl der Franchisepartner auf über rund 50 weltweit: von Bahrain über Lissabon und Brüssel bis nach Kiew und Sao Paulo.

business-on.de: Sie haben Geschäfte in der ganzen Welt, von Sao Paulo bis Wien – hat nicht jedes Land sein eigenes Stilempfinden? Wie schaffen Sie es, das zu bedienen?

Jürgen Reiter: Es gibt keine Trenddiktate – alles ist möglich! Design muss eine schöne Geschichte erzählen können. Unser Style erfüllt diesen Wunsch mit einem inspirierenden und überraschenden Sortiment. Eine ständige Auswahl von rund 4.000 Produkten mit circa 1.500 Neuheiten jährlich ist auf eine kosmopolitische Zielgruppe zugeschnitten. Natürlich nehmen wir auf kulturelle Unterschiede Rücksicht. Unsere Kunden können in unserem Münchner Showroom auswählen, Russland liebt den Glamour mit glitzernden Kristallen, im arabischen Raum wird gerne prachtvoll und in goldenen Farbtönen gewohnt.

business-on.de: Was macht Kare einmalig?

Peter Schönhofen: Außergewöhnliches und fantasievolles Design zu einem unglaublichen Preis. Der Kontrast zu vielerorts stehen gebliebene Marken, die überteuert und/oder langweilig sind. Ein inszeniertes, sinnliches und erregendes Wohntheater, das mit dem Auftritt klassischer Möbelhäuser nichts gemeinsam hat. Die unterhaltsame Präsentation von Trendshows mit spektakulären Spiegelobjekten, Alice-im-Wunderland-Kommoden und Loftatmosphäre wie in New Yorker Szene-Vierteln. Unser Portfolio spricht Individualisten an, die Mittelmaß ablehnen und grenzüberschreitend experimentieren wollen. Hedonisten, die sich unabhängig ihres Alters jung fühlen, im Sinne von Weltoffenheit und Toleranz.

business-on.de: Ihre Produkte kann man auch online kaufen. Wie schaffen Sie es, Design über das Internet zu verkaufen, wenn das reale Kauferlebnis fehlt, das für Design sehr wichtig ist?

Jürgen Reiter: Mit einer visuellen Verführung. Wir entführen in genau die Wohnwelt, von der der User schon immer geträumt hat. Der 2.0-Konsument hat gelernt, Kaufentscheidungen am Bildschirm zu treffen, wenn dieser Vertriebskanal für ihn im Moment des Entscheidungswunsches eine optimale Lösung darstellt. Trotz Internetshopping, der Konsument wird weiter den Weg in ein Möbelgeschäft finden: Menschen wollen den Stoff, die Holzoberfläche fühlen, wollen sich in tiefe Sessel fallen lassen.

business-on.de: Kare pflegt den Austausch mit Konsumenten auf Facebook. Wie wichtig finden Sie soziale Netzwerke für Unternehmen?

Peter Schönhofen: Ein Must-have. Kare kommuniziert weltweit mit seinen Fangruppen in den sozialen Netzwerken. Schaut her wer ich bin, schaut her, wie ich wohne, ein fantastisches Thema für den digitalen Dialog, für Inspiration und Unterhaltsames und um neue Spotlights auf seine Marke zu richten.

business-on.de: Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Peter Schönhofen: Frei nach unserem Slogan: Shameless since 1981 – stets die Nase im Wind zu haben, nie mit dem Mainstream zu schwimmen und immer unkonventionell und unterhaltend zu sein.

Jürgen Reiter: Können, Wollen, Spaß und der Einsatz unserer Mitarbeiter.

business-on.de: Wie hat sich Kare in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Peter Schönhofen: Unser frischer, weltoffener und immer auch ein bisschen verrückter Spirit und unsere Mission „Mehr Geschmack als Geld“ sind aktueller denn je. Die Expansion in globale und potente Märkte ist sicherlich der stärkste Motor der Veränderung. Wir haben 50 Shops unter der Marke Kare weltweit und gehen mit innovativen Geschäftskonzepten tiefer in Märkte wie Russland und China.

business-on.de: Wie wird sich Kare in Zukunft entwickeln?

Jürgen Reiter: Ideenreich und smart, sicher nicht 08/15, und mit gesundem Wachstum.

Peter Schönhofen: Unser Ziel: 2021 feiern wir mit dem zweitausendsten Shop die nächste runde Zahl!

Kathrin Hollmer

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