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Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben: Wie beide Teile der Bewerbung zusammenspielen

Unterschied Anschreiben und Motivationsschreiben

Wer sich bewirbt, stößt schnell auf unterschiedliche Begriffe: Anschreiben, Bewerbungsschreiben, Motivationsschreiben, dritte Seite. In vielen Fällen werden diese Wörter durcheinander verwendet, obwohl sie verschiedene Funktionen erfüllen. Gerade Unternehmen und Personalverantwortliche achten jedoch sehr genau darauf, wie Bewerbungsunterlagen aufgebaut sind und welche Informationen in welchem Dokument auftauchen.

Entscheidend ist: Das Anschreiben ist in der Regel das zentrale Bewerbungsschreiben für eine konkrete ausgeschriebene Stelle. Das Motivationsschreiben dient als Ergänzung, wenn Beweggründe, Ziele und Persönlichkeit ausführlicher erläutert werden sollen – etwa für einen Studienplatz, ein Stipendium oder besonders anspruchsvolle Positionen. Wer diesen Unterschied versteht, kann Anschreiben und Motivationsschreiben gezielt einsetzen und die Chance auf eine Einladung erhöhen.

Was ist ein Anschreiben und was unterscheidet es vom allgemeinen Bewerbungsschreiben?

Im deutschen Bewerbungsalltag wird der Begriff Bewerbungsschreiben häufig als Überbegriff verwendet. Gemeint ist dann meist das Anschreiben, also der Begleitbrief zur Bewerbung. Dieses Dokument steht typischerweise an erster Stelle der Bewerbungsunterlagen und vermittelt den ersten Eindruck vom Bewerberprofil.

Das Anschreiben verfolgt einen klar umrissenen Zweck: Es stellt die Verbindung zwischen Stellenausschreibung und Lebenslauf her. Es greift die Anforderungen aus der Anzeige auf, ordnet die wichtigsten Qualifikationen und Erfahrungen ein und zeigt, warum die Person zur ausgeschriebenen Stelle passt. Dabei sollte es nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein und in Aufbau und Layout zum Rest der Bewerbung passen.

Im klassischen Aufbau moderner Bewerbungen hat sich folgende Reihenfolge etabliert: Deckblatt (optional), Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse sowie weitere Dokumente. Bei einer Online- oder E-Mail-Bewerbung wird das Anschreiben entweder als eigene PDF-Datei verschickt oder bildet die erste Seite einer zusammengefassten PDF. Manche Unternehmen wünschen sich das Anschreiben direkt im E-Mail-Text und den Lebenslauf als Anhang, andere bevorzugen alle Bestandteile in einer Datei.

Das Anschreiben erfüllt mehrere Kernfunktionen:

  • Es benennt die Stelle, auf die sich der Bewerber bezieht, inklusive Stellenbezeichnung und gegebenenfalls Referenznummer.
  • Es zeigt den Bezug zum Unternehmen, statt nur allgemein von einem „großen Interesse“ an einer Branche zu sprechen.
  • Es greift die wichtigsten Punkte aus der Stellenausschreibung auf und verbindet sie mit den eigenen Qualifikationen und Erfahrungen.
  • Es ordnet einzelne Stationen aus dem Lebenslauf ein, ohne sie zeilenweise zu wiederholen.
  • Es vermittelt einen professionellen Eindruck durch stimmiges Layout, korrekte Rechtschreibung und eine nachvollziehbare Argumentation.

Damit ist das Anschreiben wesentlich mehr als ein reiner Begleitbrief. Es gilt als erste Arbeitsprobe: Wer es schafft, auf einer DIN-A4-Seite strukturiert und präzise zu schreiben, hinterlässt bereits vor dem ersten Gespräch ein positives Bild.

Was ist ein Motivationsschreiben – und wann wird es überhaupt verlangt?

Im Unterschied zum Anschreiben ist das Motivationsschreiben eine Erweiterung der Bewerbung. Es dient dazu, persönliche Beweggründe, Ziele und Werte ausführlicher zu erläutern, als dies in einem kompakten Anschreiben möglich ist. Besonders häufig wird es dort eingesetzt, wo eine hohe Passung zu einem bestimmten Programm oder einer Einrichtung erwartet wird.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Bewerbungen um einen Studienplatz, vor allem in zulassungsbeschränkten oder weiterführenden Studiengängen
  • Auswahlverfahren für ein Stipendium
  • Traineeprogramme oder Förderprogramme mit besonderem Fokus auf Persönlichkeit und Werte
  • anspruchsvolle Positionen, bei denen ausdrücklich ein Motivationsschreiben oder eine dritte Seite verlangt wird

In vielen Fällen wird das Motivationsschreiben als „dritte Seite“ bezeichnet. Es ergänzt Anschreiben und Lebenslauf, wenn besondere Aspekte der Person ausführlicher dargestellt werden sollen. Dazu können etwa längerfristige Ziele, prägende Erfahrungen oder Gründe für einen bestimmten fachlichen Schwerpunkt gehören.

Inhaltlich unterscheidet sich das Motivationsschreiben deutlich vom Anschreiben. Es konzentriert sich weniger auf die reine Eignung für eine konkrete Stelle und stärker auf die Frage, warum jemand diesen Weg gehen möchte. Die eigene Motivation steht im Mittelpunkt: Warum passt die gewählte Hochschule, die Branche oder die Firma zur eigenen Persönlichkeit? Welche Werte teilt man, welche Ziele sollen über die nächsten Jahre verfolgt werden, und wie lässt sich der eigene Beitrag beschreiben?

Gleichzeitig bleibt das Motivationsschreiben ein strukturiertes, sachlich formuliertes Dokument. Übertriebene Werbesprache oder lange Ausschmückungen helfen nicht weiter. Wer nur allgemeine Floskeln nutzt, ohne konkrete Erfahrungen und Stärken zu nennen, verschenkt die zusätzliche Möglichkeit, sich von anderen Bewerbungen abzuheben.

Ein Vergleich verdeutlicht die Unterschiede je nach Einsatzfeld:

Kontext Rolle des Motivationsschreibens Schwerpunkt Typischer Umfang
Bewerbung um Studienplatz Pflicht- oder Zusatzdokument zur Begründung der Studienwahl persönliche Beweggründe, Ziele, Eignung häufig 0,5 bis 1 Seite
Bewerbung um Stipendium zentrale Grundlage der Auswahlentscheidung Werte, Engagement, langfristige Perspektive meist 1 bis 2 Seiten
Jobbewerbung mit dritter Seite optionale Ergänzung zu Anschreiben und Lebenslauf besondere Projekte, Motivation für Stelle etwa 1 zusätzliche Seite

Entscheidend ist stets, was in der jeweiligen Stellenausschreibung oder Programmbeschreibung gefordert wird. Manche Institutionen sprechen ausdrücklich vom Motivationsschreiben, andere verwenden Begriffe wie „Letter of Motivation“, „Persönliche Stellungnahme“ oder „Begründung der Bewerbung“.

Worin liegt der Kernunterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben?

Der Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben lässt sich auf eine einfache Formel bringen:

  • Das Anschreiben beantwortet vor allem die Frage, warum der Bewerber in fachlicher und beruflicher Hinsicht für die konkrete Stelle geeignet ist.
  • Das Motivationsschreiben beantwortet ausführlicher, warum gerade dieser Weg, dieser Bereich und dieses Unternehmen oder Programm zur Person passen.

Das Anschreiben ist in der klassischen Bewerbung Pflicht. Es stellt die Verbindung zwischen Stellenausschreibung und Qualifikationen her, geht auf die Anforderungen aus der Anzeige ein und zeigt, wie sich Berufserfahrung, Kenntnisse und Stärken auf die ausgeschriebene Stelle übertragen lassen. Es arbeitet stark mit dem Abgleich zwischen Anforderungsprofil und Lebenslauf.

Das Motivationsschreiben ist dagegen eine Ergänzung. Es wird nur verlangt, wenn dies ausdrücklich gewünscht ist oder wenn der Kontext – etwa ein Stipendium – es vorsieht. Im Mittelpunkt stehen Beweggründe, Ziele und Werte. Es darf persönlicher sein, bleibt aber dennoch sachlich und nachvollziehbar. Statt einzelne Aufgaben aus der Stellenausschreibung nachzuerzählen, zeigt das Motivationsschreiben den inneren Antrieb: Warum passt die Branche? Welche Erfahrungen haben das Interesse geprägt? Welche Ziele verbindet die Person mit der Stelle oder dem Studium?

Die Unterschiede lassen sich in einigen Punkten zusammenfassen:

  • Im Anschreiben liegt der Fokus auf der Eignung für die ausgeschriebene Stelle; im Motivationsschreiben auf der langfristigen Motivation.
  • Das Anschreiben bezieht sich eng auf die Stellenausschreibung, das Motivationsschreiben stärker auf den Bereich, das Programm und die eigenen Ziele.
  • Das Anschreiben ist knapp und auf eine DIN-A4-Seite begrenzt, das Motivationsschreiben kann etwas ausführlicher sein, sofern der Rahmen nicht gesprengt wird.
  • Im Anschreiben werden Qualifikationen und Erfahrungen auf die Anforderungen übertragen, im Motivationsschreiben dienen Beispiele dazu, die Persönlichkeit und Haltung sichtbar zu machen.

Ein häufiger Fehler besteht darin, das Motivationsschreiben als verlängertes Anschreiben zu verstehen. Wer dort nur dieselben Inhalte wiederholt, verpasst den Zweck dieses zusätzlichen Dokuments. Personalverantwortliche erwarten eine sinnvolle Ergänzung, keine Kopie.

Eine kompakte Gegenüberstellung hilft zur Orientierung:

  • Im Anschreiben steht die Frage „Warum passt diese Person zur Stelle?“ im Vordergrund.
  • Im Motivationsschreiben geht es um „Warum passt dieser Weg zu dieser Person?“.
  • Das Anschreiben tritt als formaler Brief auf, das Motivationsschreiben als zusätzlicher Einblick in Beweggründe und Persönlichkeit.

Beide Dokumente haben also ihren eigenen Platz. Zusammen können sie ein stimmiges Gesamtbild ergeben, wenn die Inhalte sauber voneinander abgegrenzt werden.

Wie sieht ein professioneller Aufbau von Anschreiben und Motivationsschreiben aus?

Sowohl Anschreiben als auch Motivationsschreiben folgen einem klaren Aufbau. Wer sich daran orientiert, behält den roten Faden und vermeidet, wichtige Inhalte zu übersehen oder sich in Details zu verlieren.

Aufbau des Anschreibens

Das Anschreiben lässt sich in mehrere Abschnitte gliedern, die sich auf einer DIN-A4-Seite unterbringen lassen:

  1. Kopfbereich
    Kontaktdaten, Adresse, E-Mail-Adresse, gegebenenfalls Telefonnummer. Darunter folgen Datum sowie die Angaben zum Unternehmen mit vollständigem Firmennamen und Anschrift.
  2. Betreffzeile
    Nennung der ausgeschriebenen Stelle, eventuell mit Referenznummer, etwa „Bewerbung als Marketingreferent (Stelle XY)“.
  3. Einstieg
    Kurze Einführung, in der deutlich wird, auf welche Anzeige Bezug genommen wird und warum diese Stelle interessiert. Hier wird der Bezug zum Unternehmen hergestellt und nicht nur allgemein auf einen „spannenden Job“ verwiesen.
  4. Hauptteil
    Verknüpfung von Qualifikationen und Erfahrungen mit den Anforderungen der Stellenausschreibung. Es geht nicht darum, den Lebenslauf zu wiederholen, sondern ausgewählte Stationen hervorzuheben und zu erläutern, welche Fähigkeiten dabei erworben wurden und wie diese in der angestrebten Position eingesetzt werden können.
  5. Schlussabschnitt
    Abrundung des Gesamteindrucks, Hinweis auf beigefügte Bewerbungsunterlagen, eventuell Angabe eines möglichen Eintrittstermins oder besonderer Rahmenbedingungen. Der Ton bleibt sachlich und professionell, ohne leere Floskeln.

Ein professionelles Anschreiben stellt den Bezug zur Stellenausschreibung her, wählt die wichtigsten Qualifikationen aus und begründet sie, macht das Interesse an Unternehmen und Aufgabenfeld deutlich, hält den formalen Rahmen mit Layout, Rechtschreibung und Länge ein und bietet eine in sich schlüssige Argumentation.

Damit bildet das Anschreiben den entscheidenden ersten Teil der Bewerbung, verbindet die Fakten aus dem Lebenslauf mit der ausgeschriebenen Stelle und zeigt, wie sich fachliche Eignung und Berufserfahrung in der Praxis einsetzen lassen.

Aufbau des Motivationsschreibens

Das Motivationsschreiben setzt an einem anderen Punkt an. Es knüpft an die im Anschreiben und im Lebenslauf angelegten Informationen an, geht jedoch stärker auf Beweggründe, Ziele und persönliche Schwerpunkte ein. Ein bewährter Aufbau kann so aussehen:

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  • Einleitung
    Kurze Darstellung, für welchen Studienplatz, welches Stipendium oder welche Stelle das Motivationsschreiben verfasst wird. Ein Satz, der die Ausgangssituation beschreibt, genügt.
  • Hauptteil 1: Persönliche Beweggründe
    Beschreibung, wie das Interesse für den gewählten Bereich entstanden ist. Hier können prägende Erfahrungen, Projekte oder Praktika genannt werden, die die Entscheidung beeinflusst haben. Es geht darum, den Weg zur aktuellen Bewerbung nachzuzeichnen.
  • Hauptteil 2: Verbindung von Fähigkeiten und Zielen
    Darstellung, welche Stärken, Fähigkeiten und Qualifikationen die Person mitbringt und wie diese mit den Anforderungen des Programms oder der Stelle zusammenpassen. Gleichzeitig wird erläutert, welche Ziele mit dem nächsten Schritt verbunden sind, etwa berufliche Perspektiven, Forschungsschwerpunkte oder gesellschaftliches Engagement.
  • Schlussabschnitt
    Verdichtung der wichtigsten Argumente in wenigen Sätzen. Das Motivationsschreiben soll den Eindruck ergänzen, den Anschreiben und Lebenslauf bereits vermitteln, und keinen neuen Lebenslauf in Fließtextform darstellen.

Wer diesen Aufbau nutzt, erhält eine nachvollziehbare Struktur. Das Motivationsschreiben wirkt dadurch nicht wie eine lose Sammlung von Argumenten, sondern wie ein zusammenhängender Text, der Schritt für Schritt begründet, warum gerade dieses Studium, dieses Stipendium oder diese Stelle zum eigenen Profil passt.

Das hilft bei der Planung:

  1. Informationen aus Stellenausschreibung oder Programmbeschreibung sorgfältig lesen.
  2. zentrale Erwartungen und Schlüsselbegriffe notieren.
  3. eigene Erfahrungen und Stärken auswählen, die dazu passen.
  4. Beweggründe und Ziele formulieren, die darüber hinausgehen.
  5. eine stimmige Reihenfolge festlegen, bevor der Text verfasst wird.

Welche Inhalte gehören wohin und was darf sich nicht doppeln?

Lebenslauf, Anschreiben und Motivationsschreiben sind drei verschiedene Teile derselben Bewerbung. Jede Seite hat einen eigenen Zweck und sollte diesen auch sichtbar erfüllen. Wiederholungen kosten Platz und schwächen den Gesamteindruck, weil sie den Eindruck erwecken, der vorhandene Raum werde nicht sinnvoll genutzt.

Der folgende Überblick schafft Klarheit:

  • Der Lebenslauf liefert die zeitliche und sachliche Struktur.
  • Das Anschreiben verbindet diese Fakten mit der ausgeschriebenen Stelle.
  • Das Motivationsschreiben erklärt die Beweggründe und Ziele dahinter.

Im Lebenslauf stehen Daten und Stationen im Vordergrund: Ausbildungen, Positionen, Beschäftigungszeiträume, Abschlüsse, zusätzliche Qualifikationen. Hier geht es um Übersicht, nicht um Erzählungen. Eine klare Gliederung nach Abschnitten wie Schule, Studium, Berufserfahrung und Weiterbildungen erleichtert Personalverantwortlichen den schnellen Blick auf das bisherige Profil.

Im Anschreiben wird eine Auswahl aus diesen Informationen getroffen. Es muss nicht alles vorkommen, sondern nur das, was für die Stelle wirklich relevant ist. So lässt sich etwa eine Projektverantwortung aus einer früheren Position herausgreifen, um zu zeigen, warum die Person zu Stelle XY im Projektmanagement passt. Konkrete Beispiele ersetzen Aufzählungen allgemeiner Stärken. Wer „Teamfähigkeit“ erwähnt, sollte dazu eine Situation aus dem Arbeitsalltag nennen, in der diese Fähigkeit sichtbar geworden ist.

Das Motivationsschreiben ergänzt diese beiden Perspektiven. Es erklärt, warum sich jemand für eine bestimmte Branche, ein Studium oder ein Stipendium entschieden hat. Hier können Beweggründe beschrieben werden, die im Lebenslauf nur indirekt erkennbar sind. Dazu gehören etwa ehrenamtliche Tätigkeiten, persönliche Werte oder Interessen, die den bisherigen Weg geprägt haben.

Eine sinnvolle Aufteilung kann sich an folgenden Leitfragen orientieren:

  • Lebenslauf: Welche Stationen und Qualifikationen zeigen den formalen Hintergrund?
  • Anschreiben: Welche Erfahrungen und Fähigkeiten belegen die Eignung für genau diese Stelle?
  • Motivationsschreiben: Welche Ziele, Werte und Erfahrungen erklären die langfristige Ausrichtung?

Doppelte Inhalte lassen sich vermeiden, wenn jede Information nur dort ausführlich beschrieben wird, wo sie den größten Mehrwert bietet. Eine besondere Auslandserfahrung kann im Lebenslauf als Station auftauchen, im Anschreiben kurz im Zusammenhang mit einer geforderten Sprachkompetenz erwähnt werden und im Motivationsschreiben als Schlüsselerlebnis erläutert werden. Inhaltlich besteht ein Zusammenhang, die Perspektive ist jedoch jeweils eine andere.

Wie lang sollten Anschreiben und Motivationsschreiben sein und welche formalen Regeln gelten?

Auch bei inhaltlich starken Unterlagen spielt die äußere Form eine große Rolle. Die Länge der Dokumente ist ein wichtiger Faktor, denn Personalabteilungen müssen die Flut an Bewerbungen in begrenzter Zeit sichten.

Für das Anschreiben gilt als verbreitete Regel, dass eine DIN-A4-Seite ausreicht. Ein Text, der deutlich kürzer ist, wirkt schnell skizzenhaft. Ein Anschreiben, das deutlich länger wird, lässt sich häufig straffen. Wer in der ersten Hälfte alles Wichtige unterbringt, kann im zweiten Teil einzelne Punkte vertiefen, ohne das Maß zu sprengen. Ziel ist ein Text, der sich in einem Zug lesen lässt.

Beim Motivationsschreiben hängt die Länge stärker vom Kontext ab. Für ein Studium oder einen Studienplatz geben Hochschulen nicht selten genaue Vorgaben vor, etwa eine halbe oder eine ganze Seite. In Stipendienprogrammen werden teilweise ein bis zwei Seiten erwartet. In der klassischen Jobbewerbung, in der das Motivationsschreiben als dritte Seite verwendet wird, hat sich eine zusätzliche DIN-A4-Seite etabliert. Mehr als zwei Seiten sind selten sinnvoll, weil die Aufmerksamkeit im Auswahlprozess begrenzt ist.

Neben der Länge zählen formale Aspekte:

  • Einheitliches Layout in allen Dokumenten
  • gut lesbare Schriftgröße und Zeilenabstände
  • saubere Absätze ohne zu breite Textblöcke
  • korrekte Rechtschreibung und Grammatik in jedem Satz
  • einheitliche Schreibweise von Namen, Positionen und Begriffen

Noch immer gehören Rechtschreib- und Grammatikfehler zu den häufigsten Kritikpunkten von Personalverantwortlichen. Sie signalisieren mangelnde Sorgfalt, auch wenn die fachliche Eignung eigentlich überzeugen könnte. Eine gründliche Endkontrolle ist deshalb unverzichtbar.

Wie entsteht ein überzeugendes Motivationsschreiben – Schritt für Schritt?

Ein starkes Motivationsschreiben entsteht nicht im ersten Entwurf. Es entwickelt sich in mehreren Schritten, in denen Gedanken sortiert und Inhalte geschärft werden. Hilfreich ist ein systematisches Vorgehen, das von außen nach innen führt: erst Anforderungen, dann eigene Erfahrungen, erst danach Formulierungen.

Eine bewährte Schritt-für-Schritt-Anleitung kann so aussehen:

  1. Anforderungen und Kontext klären
    Zunächst werden alle Informationen aus der Stellenausschreibung, Programmbeschreibung oder Ausschreibung für ein Stipendium zusammengetragen. Welche Ziele stehen dahinter? Welche Erwartungen werden an Bewerber formuliert? Wo finden sich Hinweise auf Werte, Arbeitsweise oder Schwerpunkte?
  2. Eigene Beweggründe sammeln
    Im zweiten Schritt geht es um den eigenen Weg. Welche Erfahrungen haben das Interesse für diesen Bereich geprägt? Welche Situationen haben gezeigt, dass die Richtung passt? Dazu gehören Studieninhalte, Praktika, Projekte, aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten.
  3. Stärken und Fähigkeiten auswählen
    Aus der Vielzahl möglicher Stärken werden diejenigen herausgegriffen, die zur geplanten Aufgabe passen. Wer sich zum Beispiel auf ein Stipendium mit starkem Praxisbezug bewirbt, wird andere Schwerpunkte setzen als jemand, der eine forschungsorientierte Promotion plant.
  4. Verbindung zu Zielen herstellen
    Beweggründe und Fähigkeiten werden nun mit den eigenen Zielen verknüpft. Ein Motivationsschreiben gewinnt an Überzeugungskraft, wenn sich erkennen lässt, wie bisherige Erfahrungen auf zukünftige Pläne einzahlen und warum der nächste Schritt logisch erscheint.
  5. Rohfassung verfassen und überarbeiten
    Erst jetzt wird der Text geschrieben. In der ersten Fassung geht es darum, den roten Faden zu Papier zu bringen. Anschließend wird geprüft, ob der Text verständlich, gut strukturiert und frei von Wiederholungen ist. An dieser Stelle lassen sich auch unnötige Ausschmückungen streichen.

Ein Motivationsschreiben gewinnt, wenn es konkrete Beispiele enthält. Allgemeine Aussagen wie „Es besteht großes Interesse an dieser Branche“ können durch kurze Einblicke aus Praktika, Projekten oder anderen Erfahrungen ersetzt werden. Ein kurzer Hinweis auf ein bestimmtes Projekt oder eine Aufgabe zeigt deutlich mehr Persönlichkeit als ein langer Abschnitt mit abstrakten Formulierungen.

Die eigene Leidenschaft darf sichtbar sein, sollte aber immer in Bezug zu Anforderungen und Zielen stehen. Ein Motivationsschreiben ist kein freier Aufsatz, sondern ein sachlich begründeter Text. Wer nachvollziehbar erklärt, warum die eigene Biografie, die vorhandenen Fähigkeiten und die angestrebten Ziele zueinander passen, unterstreicht die Eignung auf überzeugende Weise.

Welche Rolle spielt das Motivationsschreiben als „dritte Seite“ in Bewerbungen?

In klassischen Bewerbungen um einen Job ist das Motivationsschreiben häufig als dritte Seite bekannt. Es wird nicht in allen Branchen verlangt, kann aber ein starkes Instrument sein, wenn die Stelle besonders begehrt ist oder einen hohen Identifikationsgrad mit dem Unternehmen erfordert.

Die dritte Seite bietet Raum für Inhalte, die weder in den tabellarischen Lebenslauf noch in das auf eine Seite begrenzte Anschreiben passen. Sie eignet sich insbesondere für:

  • ausführliche Darstellung eines wichtigen Projekts
  • Beschreibung eines beruflichen Wechsels mit Begründung
  • Hervorhebung persönlicher Werte, die zur Kultur des Arbeitgebers passen
  • Erklärung besonderer Umstände im Lebenslauf, etwa längerer Auslandsaufenthalte

Wichtig ist, dass die dritte Seite tatsächlich neue Inhalte bringt. Ein bloßes Wiederholen von Qualifikationen wirkt überflüssig. Stattdessen sollte sie als Ergänzung zum Anschreiben verstanden werden, die einen weiteren Blick auf die Person und ihre Motivation ermöglicht.

In Auswahlverfahren mit großem Bewerberfeld kann ein sorgfältig aufgebautes Motivationsschreiben den Unterschied machen. Es zeigt, dass sich jemand intensiv mit der Stelle und dem Unternehmen auseinandergesetzt hat und bereit ist, zusätzlichen Aufwand in die Darstellung der eigenen Beweggründe zu investieren. Gleichzeitig muss die Länge im Rahmen bleiben, sonst geht der Vorteil verloren.

Die Entscheidung, ob eine dritte Seite sinnvoll ist, hängt auch von der Branche ab. In kreativen Bereichen, im Bildungssektor oder in Organisationen mit starkem Werteprofil wird ein solches Zusatzdokument häufiger positiv aufgenommen als in sehr standardisierten Bewerbungsverfahren.

Wie lassen sich typische Fehler vermeiden – von Rechtschreibung bis unpassender E-Mail-Adresse?

Selbst gut durchdachte Inhalte verlieren an Wirkung, wenn formale Fehler ins Auge fallen. Viele Probleme lassen sich jedoch mit überschaubarem Aufwand vermeiden.

Zu den häufigsten Fehlern gehören Rechtschreib- und Grammatikfehler in Überschriften oder bereits im ersten Absatz, die falsche Schreibweise von Unternehmensnamen oder Ansprechpartnern, eine unpassende E-Mail-Adresse, die nicht zur Professionalität des Profils passt, ein unübersichtliches Layout mit zu kleinen Schriftgrößen oder engen Zeilenabständen sowie Anschreiben und Motivationsschreiben, die nahezu identische Formulierungen verwenden.

Ein Blick auf die folgenden Punkte hilft, sie systematisch auszuschließen:

  • Sprache prüfen
    Vor dem Versand der Bewerbung werden Anschreiben und Motivationsschreiben sorgfältig gelesen. Eine zweite Person oder eine zeitliche Distanz erhöht die Chance, Fehler zu entdecken, die im ersten Moment übersehen wurden.
  • Namen und Angaben kontrollieren
    Unternehmensname, Abteilung, eventuell angegebene Ansprechpartner und die Bezeichnung der Stelle werden mit der Stellenausschreibung abgeglichen. Ein Tippfehler an dieser Stelle fällt besonders stark ins Gewicht.
  • E-Mail-Adresse und Kontaktdaten prüfen
    Eine seriöse E-Mail-Adresse mit Vor- und Nachnamen wirkt im beruflichen Umfeld stimmig. Fantasieadressen vermitteln in Bewerbungen einen unprofessionellen Eindruck, selbst wenn der restliche Inhalt überzeugt.
  • Layout vereinheitlichen
    Alle Dokumente folgen demselben grundsätzlichen Layout: Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Ränder sind aufeinander abgestimmt. Das erleichtert die Lektüre und wirkt in sich geschlossen.

Hilfreich ist es, Anschreiben und Motivationsschreiben nicht in derselben Sitzung final zu formulieren. Wer die Texte mit etwas Abstand liest, erkennt schneller, wo Formulierungen doppelt vorkommen oder wo der Inhalt noch Schärfung benötigt. So entsteht aus mehreren sorgfältig geprüften Teilen ein stimmiges Gesamtbild.

Wie passen Anschreiben und Motivationsschreiben in die gesamte Bewerbungsstrategie?

Eine Bewerbung besteht aus mehr als der Summe ihrer Teile. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, eventuell Portfolio und Motivationsschreiben ergeben gemeinsam ein Bild, das über die Einladung zum Gespräch entscheidet. Dieses Gesamtbild wirkt umso überzeugender, je besser sich die einzelnen Dokumente ergänzen.

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Das Anschreiben führt in die Bewerbung ein. Es zeigt, in welchem Rahmen sich die Stelle bewegt, wo Anknüpfungspunkte zur bisherigen Laufbahn bestehen und welche Stärken besonders relevant sind. Der Lebenslauf belegt diese Aussagen mit Daten und Stationen.

Das Motivationsschreiben erweitert die Perspektive. Es erklärt, wie sich persönliche Ziele, Werte und Erfahrungen mit der angestrebten Position verbinden lassen. Wer etwa den Wechsel in eine neue Branche anstrebt, kann hier erläutern, warum dieser Schritt sinnvoll ist und welche bisherigen Erfahrungen übertragbar sind.

In einigen Fällen gehört zusätzlich ein Portfolio, etwa mit Arbeitsproben, zum Gesamtpaket. Dann spielt das Motivationsschreiben eine verbindende Rolle: Es kann erläutern, warum bestimmte Projekte ausgewählt wurden und wie diese mit den Anforderungen der Stelle zusammenhängen.

Eine durchdachte Bewerbungsstrategie achtet darauf, dass sich Inhalte nicht widersprechen. Die Angaben zur Dauer einer Beschäftigung, zu Qualifikationen oder Aufgabenbereichen sollten in allen Dokumenten übereinstimmen. Ergänzungen sind erwünscht, Widersprüche nicht.

Wer seine Unterlagen als Gesamtpaket betrachtet, erkennt schnell, welche Rolle jedes Dokument einnimmt:

  • Der Lebenslauf bietet den objektiven Überblick.
  • Das Anschreiben zeigt die Passung zur konkreten Position.
  • Das Motivationsschreiben macht die Beweggründe und Ziele sichtbar.

Fazit: Anschreiben und Motivationsschreiben gezielt nutzen

Der Unterschied zwischen Anschreiben und Motivationsschreiben ist mehr als eine Frage der Bezeichnung. Beide Dokumente verfolgen unterschiedliche Zwecke und tragen gemeinsam dazu bei, ein vollständiges Bild zu zeichnen.

Das Anschreiben ist das zentrale Bewerbungsschreiben und muss die Eignung für die ausgeschriebene Stelle auf einer DIN-A4-Seite nachvollziehbar begründen. Es setzt den Schwerpunkt auf Qualifikationen, Erfahrungen und den Bezug zur konkreten Position.

Das Motivationsschreiben ist eine Ergänzung, die bei bestimmten Verfahren unverzichtbar ist und in anderen Kontexten als dritte Seite eingesetzt werden kann. Es erklärt Beweggründe, Ziele und Werte und zeigt, wie gut die Person langfristig zum gewählten Weg passt.

Lebenslauf, Anschreiben und Motivationsschreiben bilden im Idealfall eine Einheit. Jedes Dokument erfüllt eine eigene Aufgabe, ohne die anderen zu wiederholen. Wer diese Aufteilung beachtet, die formalen Regeln einhält und die Texte sorgfältig formuliert, verschafft sich eine solide Grundlage für den nächsten Karriereschritt und verbessert die Chance auf eine Einladung zum Gespräch.

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