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Ist Tupperware pleite? Die Lage von Tupperware in Deutschland und weltweit

Tupperware pleite

Tupperware galt jahrzehntelang als Synonym für robuste Frischhaltedosen und als Paradebeispiel für Direktvertrieb. Inzwischen steht jedoch die Frage im Raum, ob Tupperware pleite ist. Die Antwort fällt differenziert aus: In Deutschland ist die Tupperware Deutschland GmbH insolvent, der bisherige Geschäftsbetrieb wurde eingestellt. Gleichzeitig wird die Marke Tupperware international in einem groß angelegten Restrukturierungsprozess neu aufgestellt und in mehreren europäischen Ländern – darunter wieder in Deutschland – mit verändertem Geschäftsmodell neu gestartet.

Damit ist Tupperware nicht einfach verschwunden, aber das gewohnte System aus Tupperpartys, Vertriebspartnern und jahrzehntelangen Garantiezusagen existiert in dieser Form nicht mehr. Entscheidend ist der Blick auf zwei Ebenen: die deutsche Vertriebsgesellschaft und die internationale Mutter mit ihren europäischen Ablegern.

Ist Tupperware pleite – oder nur in Deutschland?

Die Tupperware Deutschland GmbH hat am 27. November 2024 beim Amtsgericht Frankfurt wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Rechtsanwalt Thomas Rittmeister von der Kanzlei REIMER bestellt. Zunächst lief der Geschäftsbetrieb weiter, Lagerbestände wurden abverkauft und Optionen zur Sanierung geprüft. Anfang 2025 stand jedoch fest, dass es für die deutsche Vertriebsgesellschaft keinen tragfähigen Fortführungspfad gibt. Der Geschäftsbetrieb in Deutschland wurde eingestellt, die Tupperpartys in ihrer bisherigen Form beendet und die Organisation abgewickelt.

Parallel dazu hatte die US-Mutter Tupperware Brands Corporation in den Vereinigten Staaten bereits ein Chapter-11-Verfahren beantragt. Dieses Verfahren dient nicht der sofortigen Liquidation, sondern soll eine Entschuldung und Neuaufstellung ermöglichen. Ein Teil der Schulden wurde restrukturiert, ein Gläubigerkonsortium übernahm im Rahmen eines Deals die Kontrolle über die „New Tupperware Company“, die das operative Geschäft außerhalb Deutschlands fortführt.

Formell ist Tupperware in Deutschland damit tatsächlich pleite: Die Tupperware Deutschland GmbH befindet sich im Insolvenzverfahren, der ursprüngliche Geschäftszweig wurde geschlossen. Die Marke Tupperware lebt jedoch weiter – sowohl in den USA als auch in mehreren europäischen Ländern, in denen der Vertrieb auf Basis neuer Gesellschaften und Strukturen wieder angelaufen ist.

Wie konnte es so weit kommen – vom Kultprodukt zum Sanierungsfall?

Über Jahrzehnte war Tupperware ein Musterbeispiel für ein skalierbares Vertriebssystem: In den 1950er-Jahren erfand der US-Unternehmer Earl Silas Tupper luftdichte Kunststoffbehälter für den Haushalt. Der eigentliche Durchbruch gelang aber erst mit dem Konzept der Tupperpartys, bei denen Beraterinnen im privaten Rahmen die Produkte vorstellten. Dieser Direktvertrieb prägte das Bild der Marke und machte den Haushaltswarenhersteller zum Kultprodukt.

Ab etwa 2013 drehten sich die Vorzeichen. Der Konzernumsatz erreichte zwar noch einmal die Größenordnung mehrerer Milliarden Dollar, doch danach geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck. Mehrere Faktoren kamen zusammen:

  • Der Online-Handel veränderte das Kaufverhalten grundlegend. Kunststoffdosen und Aufbewahrungsboxen wurden zu Massenware, die sich bei zahlreichen Anbietern, vom Discounter bis zum spezialisierten Online-Shop, deutlich günstiger bestellen lässt.
  • Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit und die Anti-Plastik-Stimmung belasteten das Image eines Herstellers, dessen Kernsortiment lange überwiegend aus Kunststoff bestand. Glas, Edelstahl und wiederverwendbare Systeme anderer Anbieter drängten in den Markt.
  • Lebensstile änderten sich. Klassische Vorratshaltung und Kochabende in größerer Runde verloren an Bedeutung, Lieferdienste und Convenience-Produkte gewannen an Gewicht. Die Tupperpartys passten weniger gut in einen Alltag, der stärker digital und spontaner organisiert ist.
  • Innerhalb des Konzerns sorgten eine hohe Verschuldung und wiederholte Restrukturierungsversuche für zusätzlichen Druck. Chancen im Online-Handel wurden lange vernachlässigt, erst spät kam es zu Kooperationen mit großen Plattformen.

Die Folge war ein fortschreitender Abstieg: sinkende Verkaufszahlen, schrumpfende Vertriebspartnerstrukturen und wachsende Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells. Das Traditionsunternehmen hatte sich stark auf das Erfolgsrezept Direktvertrieb verlassen, während Wettbewerber flexibel über Handel, Eigenmarken und Online-Plattformen wuchsen.

Diese Entwicklung betraf nicht nur Deutschland. In mehreren europäischen Ländern gerieten Tupperware-Gesellschaften unter Druck, auch in Österreich und anderen Märkten wurden Restrukturierungs- und Insolvenzverfahren eingeleitet.

Was bedeutet die Insolvenz der Tupperware Deutschland GmbH konkret?

Die Tupperware Deutschland GmbH war über Jahrzehnte die zentrale Vertriebsgesellschaft für den deutschen Markt. Sie koordinierte Tupperpartys, lieferte Ware an die Beraterinnen und Berater, kümmerte sich um Schulungen, Werbung und die Abwicklung von Garantiefällen. Mit dem Insolvenzantrag Ende November 2024 und der anschließenden Einstellung des Geschäftsbetriebs ist diese Struktur weggefallen.

Der Ablauf lässt sich grob in drei Phasen gliedern:

Datum Ereignis Akteur
27.11.2024 Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Tupperware Deutschland GmbH
02.12.2024 Bestellung von Thomas Rittmeister zum Insolvenzverwalter Amtsgericht Frankfurt
Dezember 2024–Jan 2025 Fortführung und Abverkauf der Bestände, Prüfung von Sanierungsoptionen Insolvenzverwalter, Geschäftspartner
Januar 2025 Einstellung des Geschäftsbetriebs in Deutschland Tupperware Deutschland GmbH, Insolvenzverwalter

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob sich ein Investor für die deutsche Vertriebsgesellschaft findet oder ob ein Anschluss an andere europäische Strukturen sinnvoll wäre. Der Insolvenzverwalter lotete gemeinsam mit der Muttergesellschaft und potenziellen Geschäftspartnern verschiedene Szenarien aus. Parallel wurde die Produktion für den deutschen Markt, die unter anderem in Werken in Portugal und Belgien organisiert war, auf ein Auslaufen der bestehenden Aufträge vorbereitet.

Für Beschäftigte und Vertriebspartner hatte dies weitreichende Folgen. In der Zentrale und in den Logistikstrukturen fielen Arbeitsplätze weg, hunderte Beraterinnen und Berater verloren die Grundlage für ihr neben- oder hauptberufliches Einkommen. Viele von ihnen hatten über Jahre ein Netzwerk von Stammkunden aufgebaut und mussten nun ihr Geschäft neu ausrichten, auf andere Anbieter wechseln oder den Direktvertrieb ganz aufgeben.

Mit den Insolvenzanträgen der europäischen Ableger und der Einstellung des deutschen Geschäftsbetriebs war das Kapitel der klassischen Tupperware Deutschland GmbH damit faktisch abgeschlossen. Der Name Tupperware blieb zwar als Marke präsent, die deutsche Gesellschaft selbst ist jedoch Teil eines regulären Insolvenzverfahrens, das sich auf Abwicklung, Gläubigerbefriedigung und die Verwertung der verbliebenen Vermögenswerte konzentriert.

Was heißt das für Kunden – Garantie, Ersatzteile und offene Fragen?

Über Jahrzehnte war die außergewöhnlich lange Garantie ein zentrales Verkaufsargument von Tupperware. Viele Produkte wurden mit einem Versprechen von bis zu 30 Jahren Herstellergarantie beworben. Diese Praxis führte dazu, dass Kundinnen und Kunden Tupperware-Dosen als nahezu lebenslange Anschaffung wahrnahmen.

Mit der Insolvenz der Tupperware Deutschland GmbH hat sich diese Situation grundlegend geändert. Garantieansprüche, die direkt gegenüber der deutschen Gesellschaft bestanden, werden nicht mehr wie gewohnt abgewickelt. Die bekannte 30-Jahre-Garantie wird von der neuen europäischen Organisation nicht fortgeführt; verschiedene Händler und Informationsseiten weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich heute um eine andere Gesellschaft handelt, die alte Zusagen nicht übernimmt.

Gleichzeitig gilt weiterhin die gesetzliche Gewährleistung. Sie richtet sich jedoch nicht gegen Tupperware als Marke, sondern gegen den jeweiligen Händler, bei dem ein Produkt gekauft wurde. Für Kundinnen und Kunden ist entscheidend, ob die Ware über eine Tupperparty, einen Online-Shop oder den stationären Handel erworben wurde und ob die reguläre Gewährleistungsfrist von in der Regel zwei Jahren noch läuft.

Typische Szenarien lassen sich unterscheiden:

  • Produkte, die vor dem Insolvenzantrag direkt über eine Tupperparty oder den offiziellen deutschen Vertrieb gekauft wurden: Hier waren frühere Garantieansprüche an die Tupperware Deutschland GmbH gekoppelt. Durch die Insolvenz sind diese Zusagen wirtschaftlich kaum noch durchsetzbar.
  • Produkte, die über unabhängige Online-Händler oder Restpostenverkäufe bezogen wurden: Hier greifen nur die gesetzlichen Gewährleistungsregeln des jeweiligen Verkäufers.
  • Neuere Produkte, die bereits über die neu aufgestellte Tupperware-Organisation in Europa bestellt werden: Für diese Artikel gelten neue, deutlich kürzere Garantiebestimmungen, die sich je nach Land und Vertriebskanal unterscheiden und zum Teil eine Garantie von mehreren Jahren auf Material- und Herstellungsfehler vorsehen, ohne an die alten 30-Jahre-Garantie anzuknüpfen.

Für Verbraucher ist die Situation damit komplexer geworden. Die Marke Tupperware steht weiterhin für langlebige Produkte, doch das frühere Versprechen einer jahrzehntelangen Garantie gilt nicht mehr. Wer heute Ersatzteile oder Umtauschmöglichkeiten sucht, muss genau prüfen, wann und über welchen Anbieter die betreffenden Artikel gekauft wurden und welche Bedingungen im Einzelfall gelten.

Neustart statt Rückzug – wie Tupperware in Europa wieder Fuß fassen will

Trotz der Insolvenzen in Deutschland und anderen Ländern ist Tupperware nicht vollständig vom Markt verschwunden. Die Marke erlebt in Europa einen Neustart, der insbesondere von Frankreich aus gesteuert wird. Ein zentraler Akteur ist der französische Unternehmer Cédric Meston, der Tupperware France übernommen hat und einen Relaunch in mehreren europäischen Ländern koordiniert.

Der Plan ist ambitioniert: Tupperware soll in fünf Kernländern – Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien und Polen – wieder sichtbarer werden. Der Vertrieb wird neu aufgestellt, die Logistik überarbeitet und die Produktpalette erweitert. Neben klassischen Plastikdosen rücken Glasbehälter, Edelstahlprodukte und Artikel aus recyceltem Kunststoff stärker in den Vordergrund. Das Traditionsunternehmen versucht, auf diese Weise die Anti-Plastik-Stimmung aufzugreifen und sich im Markt für moderne Haushaltswaren neu zu positionieren.

Charakteristisch für den Neustart ist die Kombination aus bekannten und neuen Elementen. Tupperpartys bleiben als Instrument im Vertrieb erhalten, werden aber digital unterstützt. Vertriebspartner erhalten Apps und Online-Werkzeuge, um Veranstaltungen zu organisieren, Bestellungen abzuwickeln und Produkte über soziale Netzwerke zu präsentieren. Parallel dazu gewinnt der Online-Handel an Gewicht: Tupperware-Produkte sollen nicht mehr ausschließlich über Partys oder klassische Vertriebspartner, sondern verstärkt auch über Webshops und Kooperationspartner im Handel angeboten werden.

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Die Ziele sind hoch: Die neue europäische Struktur peilt innerhalb kurzer Zeit einen Umsatz im Bereich von rund 100 Millionen Euro an. Dafür sollen zehntausende selbstständige Vertriebspartner in Europa wieder aktiv werden. Aus Unternehmenssicht ist der Neustart auch eine Antwort auf den Niedergang des alten Systems. Die Muttergesellschaft kann über das europaweite Konzept Kosten bündeln, Markenauftritt und Werbung einheitlicher steuern und gleichzeitig länderspezifische Besonderheiten berücksichtigen.

Die Hebel dieses Neustarts lassen sich in einige Kernelemente gliedern:

  • Modernisierung der Produktpalette mit Glas, Edelstahl und recyceltem Kunststoff
  • Stärkerer Fokus auf digitale Vertriebskanäle und Online-Bestellungen
  • Nutzung der bekannten Marke als Synonym für robuste Frischhaltelösungen
  • Neu strukturierte Logistik und vereinheitlichte Prozesse in Europa
  • Mehr Flexibilität im Vertrieb, kombiniert aus Partys, Online-Handel und Handelspartnern

Für Deutschland bedeutet das: Die frühere Tupperware Deutschland GmbH bleibt zwar im Insolvenzverfahren, aber parallel dazu entsteht ein neues Vertriebsgeflecht, das unter der europäischen Steuerung von Cédric Meston arbeitet. Die Marke Tupperware kehrt damit auf den deutschen Markt zurück, jedoch mit veränderter Struktur, neuen Produkten und anderen Garantiebedingungen als zuvor.

Lehren aus dem Fall Tupperware – was andere Unternehmen daraus mitnehmen können

Der Niedergang der bisherigen Strukturen und das erneute Comeback von Tupperware in Europa liefern mehrere Lehren, die weit über den Haushaltswarenhersteller hinausgehen. Unternehmen, die stark von einem bestimmten Vertriebskanal, einem Produkt oder einer regionalen Struktur abhängen, können aus diesem Fall viel ableiten.

Erstens zeigt Tupperware, wie riskant es ist, ein erfolgreiches Konzept über Jahrzehnte fast unverändert fortzuführen. Das frühere Erfolgsmodell, über Tupperpartys im privaten Umfeld zu verkaufen, funktionierte in einer Zeit, in der Homepartys, feste Nachbarschaften und ein überschaubares Angebot an Konkurrenzprodukten typisch waren. Mit der Verlagerung des Konsums ins Internet und der breiten Verfügbarkeit ähnlicher Produkte zu niedrigeren Preisen verlor dieses System an Zugkraft. Chancen im Online-Handel wurden spät genutzt, während andere Anbieter längst mit aggressiver Preisgestaltung, flexiblen Rückgaberegeln und schneller Lieferung punkteten.

Zweitens verdeutlicht die Entwicklung, wie wichtig eine frühzeitige strategische Trendbeobachtung ist. Die Anti-Plastik-Stimmung, Debatten über Müllvermeidung und der Aufstieg nachhaltiger Verpackungslösungen sind keine kurzfristigen Phänomene. Hersteller, die spät auf Glas, Edelstahl oder recycelte Materialien setzen, geraten schnell in Erklärungsnot. Tupperware musste seine Produktpalette im Zuge des Neustarts deutlich anpassen, um als Marke nicht gänzlich an Akzeptanz zu verlieren.

Drittens wird im Umgang mit den europäischen Ablegern deutlich, welche Rolle finanzielle Resilienz spielt. In mehreren Ländern – darunter Deutschland, Österreich und andere Märkte – kam es zu Insolvenzanträgen und gerichtlichen Verfahren, während parallel an Rettungs- und Verkaufsmodellen gearbeitet wurde. Für Geschäftspartner, Beraterinnen und Berater sowie für Kunden bedeutet das eine Phase hoher Unsicherheit. Unternehmen, die frühzeitig restrukturieren, ihre Verschuldung begrenzen und ihr Geschäftsmodell anpassen, können ein geordnetes Insolvenzverfahren oder eine Zerschlagung oftmals vermeiden.

Aus dieser Entwicklung lassen sich mehrere Lessons learned formulieren, die für zahlreiche Branchen gelten:

  1. Geschäftsmodelle regelmäßig überprüfen: Auch erfolgreiche Konzepte brauchen Anpassung, wenn sich Markt, Technologie und Konsumverhalten verändern.
  2. Vertriebskanäle diversifizieren: Ein Unternehmen sollte nicht ausschließlich von einem Kanal wie Partys, Katalogen oder stationärem Handel abhängig sein, sondern parallel Online-Angebote und Kooperationen mit Handelspartnern nutzen.
  3. Nachhaltigkeit frühzeitig integrieren: Produkte, die dauerhaft auf umstrittene Materialien setzen, riskieren langfristig Imageverlust und schwindende Nachfrage.
  4. Kommunikation modernisieren: Tradition und Kultstatus sind wertvoll, ersetzen aber keine zeitgemäße Ansprache und keine Präsenz in digitalen Kanälen.
  5. Restrukturierung als laufenden Prozess verstehen: Wer nur im Krisenfall reagiert, hat es deutlich schwerer, Investoren und Geschäftspartner zu überzeugen.

Der Fall Tupperware zeigt damit, wie eng Traditionsbewusstsein und Erneuerungsfähigkeit miteinander verbunden sein müssen. Eine Marke kann über Jahrzehnte zum festen Bestandteil des Alltags werden und trotzdem in eine existenzielle Schieflage geraten, wenn zentrale Marktveränderungen zu lange ignoriert werden.

Ausblick – wie viel Zukunft hat die Marke Tupperware noch?

Die Ausgangslage ist ambivalent. Auf der einen Seite steht der Niedergang einer vertrauten Struktur: Die Tupperware Deutschland GmbH ist insolvent, der frühere Geschäftsbetrieb wurde beendet, und mit ihm verschwanden bekannte Ansprechpartner, Beraterinnen und Berater sowie das bisherige Garantieversprechen. Auf der anderen Seite steht ein Neustart in Europa, getragen von einer neuen Eigentümerstruktur, einer moderneren Produktpalette und einer stärkeren Einbindung des Online-Vertriebs.

Ob Tupperware langfristig wieder zu einem stabilen Anbieter im Markt für Haushaltswaren wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist, ob es gelingt, die Marke mit ihren klassischen Stärken – Langlebigkeit und praktikable Produkte – mit aktuellen Erwartungen an Nachhaltigkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und digitale Erreichbarkeit zu verbinden. Die Rückkehr in fünf europäische Länder, darunter Deutschland, Belgien und Polen, zeigt, dass Investoren an dieses Potenzial glauben. Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb intensiv: Zahlreiche Hersteller bieten ähnliche Produkte an, oft günstiger und mit kurzer Lieferzeit.

Für Verbraucher bedeutet die Lage, dass Tupperware künftig in einem anderen Umfeld wahrgenommen wird. Die Marke tritt nicht mehr als unangreifbares Kultprodukt auf, sondern als Anbieter, der sich neu beweisen muss – mit überzeugenden Produkten, transparenter Kommunikation und realistischen Garantiebedingungen. Für Unternehmen und Unternehmer liefert der Fall Tupperware ein Lehrstück darüber, wie schnell selbst etablierte Geschäftsmodelle unter Druck geraten können und wie wichtig es ist, rechtzeitig in Digitalisierung, neue Materialien und flexible Vertriebswege zu investieren.

Die Frage „Ist Tupperware pleite?“ lässt sich daher nur im engeren Sinn mit Ja beantworten: Die alte deutsche Gesellschaft ist insolvent, und in mehreren Ländern wurden ähnliche Schritte nötig. Im weiteren Sinn steht Tupperware heute für einen tiefgreifenden Umbau – weg vom starren Direktvertrieb eines Traditionsunternehmens hin zu einer schlankeren, stärker digital ausgerichteten Organisation in Europa. Ob daraus ein dauerhaftes Comeback wird, entscheidet sich nicht nur in Gerichtssälen und Verhandlungen mit Gläubigern, sondern vor allem im Alltag: am Küchenschrank, im Online-Shop und beim Vergleich mit der wachsenden Zahl alternativer Produkte.

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