Wirtschaft·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
29. August 2019

Sven Giebler – Digitale Transformation muss Chefsache sein!

Wachstum ist heutzutage ohne eine zielorientierte Digitalisierungsstrategie nicht mehr möglich.

Sascha Zöller: Konntest Du oder Dein Unternehmen durch die Digitalisierung neue Märkte, Kunden oder sogar neue Geschäftsmodelle erschließen?

Sven Giebler: Nachhaltiges Wachstum ist heutzutage ohne eine zielorientierte Digitalisierungsstrategie nicht mehr möglich. Auch als Digitalberater bediene ich mich natürlich sinnvoller Online-Marketing-Maßnahmen um neue Kunden zu gewinnen und neue Märkte zu erschließen. Durch das direkte Feedback und die zahlreichen Möglichkeiten der Kommunikation mit den Kunden konnte ich so auch frühzeitig neue Beratungsmodelle und -themen entwickeln, die nicht sofort auf der Hand lagen. Social Selling war beispielsweise so ein Thema.

Sascha Zöller: Kann durch Digitalisierung die Geschwindigkeit von Innovationen und Umsetzung erhöht werden?

Sven Giebler: Meine Erfahrung ist, dass mit der Digitalisierung und einer entsprechenden Beratung in vielen Unternehmen auch ein grundsätzliches Umdenken verbunden ist und einsetzt. Gewohnheiten werden kritisch hinterfragt, Prozesse analysiert und Unzulänglichkeiten angesprochen. Indem Herausforderungen und Probleme im Zuge der Digitalisierung konkret identifiziert und dokumentiert werden, lassen sich auch digitale Lösungen finden und umsetzten. Flankieren bedarfsorientierte Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter den Prozess – zum Beispiel in den Bereichen des Innovations- und Projektmanagements – erhöht sich grundsätzlich die Effizienz in vielen Unternehmen.

Sascha Zöller: Wer ist der Treiber der Digitalisierung im Unternehmen?

Sven Giebler: Sowohl aus meiner Erfahrung als Geschäftsführer und Führungskraft, als auch aus der Perspektive des Beraters weiß ich, dass das Treiben der Digitalen Transformation und des digitalen Wandels im Unternehmen Chefsache sein muss. Nur wenn die Unternehmensleitung vom unbestrittenen Mehrwert der Digitalisierung überzeugt ist, können entsprechende Maßnahmen zum Erfolg führen. Ansonsten wird es intern ein aussichtsloser Kampf gegen Windmühlen.

Sascha Zöller: Wie verhält sich der Wettbewerb? Rechnest Du mit neuen Mitbewerbern?

Sven Giebler: Unternehmer und Unternehmen tun gut daran, eine individuelle Lösung und einen eigenen Weg der Digitalisierung zu definieren und umzusetzen. Der Blick nach rechts und links ist hier oft irreführend und sogar hinderlich. Der Wettbewerb nimmt jedoch in nahezu allen Geschäftsbereichen immer mehr zu. Wer sich als etabliertes Unternehmen nicht jetzt um das Thema der Digitalisierung und neue digitale Geschäftsmodelle kümmert, wird auf mittel- bis langfristige Sicht nicht überlebensfähig sein.

Sascha Zöller: Hat sich in den letzten Jahren das Kundenverhalten durch die Digitalisierung geändert?

Sven Giebler: Kunden sind und waren schon immer zu Recht sehr anspruchsvoll. Durch die Digitalisierung haben sich aus meiner Sicht vor allem Kommunikation und Erwartungshaltung verändert. Es wird viel offener kommuniziert – über Social Media, Bewertungsportale, Communities oder Chats – und Reaktionen werden zeitnah erwartet. Dies birgt riesige Chancen für kleine Unternehmen und den Mittelstand. Wer Authentizität und Transparenz als Unternehmen lebt, hat große Vorteile – auch gegenüber etablierten und deutlich größeren Unternehmen.

Die Top-Themen sind Produktentwicklung, Marketing und Kunden-Support

Sascha Zöller: Welche strategischen Wachstumsfelder siehst Du in Bezug auf die Digitalisierung?

Sven Giebler: Die strategischen Wachstumsfelder sind stark branchenabhängig. Die drei branchenübergreifenden Top-Themen sind aus meiner Sicht jedoch Produktentwicklung, Marketing und Kunden-Support und somit -Bindung. Hier werden die Unternehmen punkten, die – auch durch moderne, agile Prozesse und Teams – Talente überzeugen und Kunden begeistern.

Sascha Zöller: Wie wird der Erfolgsfaktor DIGITAL die Fortbildung und auch die Qualifikationen von Mitarbeitern beeinflussen?

Sven Giebler: Der Erfolgsfaktor DIGITAL setzt im HR-Bereich aus meiner Sicht noch viel früher an – und zwar im Recruiting. Unternehmen mit einer klaren Positionierung, überzeugenden Werten und einem Sinn maximierenden Anspruch haben schon jetzt die Nase vorn. Hier fühlen sich qualifizierte, motivierte und engagierte Mitarbeiter angezogen, die an regelmäßigen Fortbildungen interessiert – und für die Veränderungen schon heute Normalität sind. Hervorragende Personalabteilungen stellen den Mensch in den Fokus und sorgen auch durch digitale Maßnahmen für eine individuelle Fortbildung und Qualifikation von Mitarbeitern.

Sascha Zöller: Wenn Du heute an den Erfolgsfaktor DIGITAL denkst, was hat aus Deiner Sicht die Menschen und die Welt bereits heute stark verändert, verbessert?

Sven Giebler: Der Erfolgsfaktor DIGITAL liegt für mich vor allem in den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Produktentwicklung, des Marketings und der Kommunikation begründet. Wenn eine Idee gut und ein Team stark genug ist, kann heute jeder alles erreichen – zu Beginn auch mit kleinen Budgets. Entscheidend sind Wissen und Kommunikation. Beides ist in Dimensionen verfügbar, die man sich noch vor wenigen Jahren nicht hätte vorstellen können.

Sascha Zöller: Welche Empfehlung gibst du den Lesern in Bezug auf den Erfolgsfaktor DIGITAL?

Sven Giebler: Als Vollblutdigitaler bin ich davon überzeugt, dass die Digitalisierung in den überwiegenden Lebensbereichen für starke positive Veränderungen und Verbesserungen sorgen wird. Meine Empfehlung ist, sich mit den eigenen Potentialen intensiv auseinander zu setzen – persönlich wie beruflich – um diese schnellstmöglich zu entfalten. Wichtig ist hierbei das Augenmaß und die individuelle Herangehensweise: Nicht alles muss digitalisiert werden. Oftmals kann Digitalisierung aber helfen, entlang der persönlichen und unternehmerischen Werte und Ziele erfolgreicher zu sein. Dabei unterstützte ich!

Fazit:
Mein Sinn und Zweck als Berater ist Unternehmer und Unternehmen dabei zu unterstützen, den Erfolgsfaktor DIGITAL für sich zu nutzen und digitale Potentiale zu entfalten. In diesem Sinn identifiziere ich diese Potentiale, erarbeite Lösungsansätze und setzte diese erfolgsorientiert um. Die größte Herausforderung besteht jedoch oft darin, mutig Neues zu wagen. Fakt ist, dass man als Unternehmer und Unternehmen jedoch nur so erfolgreich bleibt und überlebensfähig ist. Die Zukunft ist DIGITAL!

Sascha Zöller: Sven, ich danke Dir für das Interview

Sven Giebler ist Experte für digitale Strategien und Transformation. Mit seiner Digitalberatung in Bonn unterstützt Sven Giebler Unternehmer und Unternehmen beim digitalen Wandel und der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen. Mehr zu finden unter: www.digitalberatung.de

Sascha Zöller

Teilen:
Weitere Artikel
Warum ein guter Passwort-Manager für Unternehmen unverzichtbar ist
Business
Warum ein guter Passwort-Manager für Unternehmen unverzichtbar ist

Passwörter als unterschätztes Sicherheitsrisiko Digitale Konten und Anwendungen sind aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. E-Mail-Postfächer, Cloud-Dienste, Onlineshops, Banking-Systeme und interne Plattformen erfordern meist eigene Zugangsdaten. Mit der wachsenden Zahl an Accounts steigt jedoch auch die Gefahr, dass Passwörter mehrfach verwendet, zu einfach gewählt oder unsicher abgelegt werden. Gerade für Unternehmen kann daraus ein erhebliches Sicherheitsrisiko entstehen. Wird ein Zugang kompromittiert, können nicht nur einzelne Konten betroffen sein. Unter Umständen erhalten Angreifer Zugriff auf sensible Unternehmensdaten, Kundendaten oder interne Systeme. Ein durchdachtes Passwort-Management sollte deshalb ein fester Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie sein.

3 Min. LesezeitLesen
Vertragsmanagement digitalisieren: Warum Unternehmen ihre Verträge neu denken sollten
Business
Vertragsmanagement digitalisieren: Warum Unternehmen ihre Verträge neu denken sollten

Verträge gehören zum Fundament jedes Unternehmens. Sie regeln Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten, definieren Zahlungsbedingungen, Laufzeiten und Verantwortlichkeiten und können im Streitfall entscheidend sein. Trotzdem werden Verträge in vielen Unternehmen noch immer über verschiedene Ordner, E-Mail-Postfächer, Netzlaufwerke oder Tabellen verwaltet. Mit zunehmender Vertragsmenge wird dieses Vorgehen unübersichtlich und kann unnötige Risiken verursachen. Vom Dokumentenarchiv zum aktiven Vertragsmanagement Nach der Unterzeichnung beginnt für Unternehmen die laufende Vertragsverwaltung. Dazu gehören die Überwachung von Fristen, die Kontrolle vereinbarter Leistungen und die rechtzeitige Prüfung von Verlängerungen. Gerade automatische Vertragsverlängerungen können zum Problem werden, wenn Kündigungsfristen nicht rechtzeitig beachtet werden.

4 Min. LesezeitLesen
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt
Expertentalk
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt

Ob Terrasse, Eingangsbereich oder Parkett im Büro: Oberflächen prägen den ersten Eindruck eines Hauses oder Unternehmens und werden im Alltag stärker beansprucht, als viele Eigentümer annehmen. Verschmutzungen, Bewuchs oder Kratzer lassen sich dabei nicht mit ein und derselben Methode behandeln was im schlechtesten Fall mehr schadet als nützt. Im Interview ordnet REFINUM, ein Betrieb für Oberflächenaufbereitung aus der Region München, ein, welche Fragen vor einer professionellen Aufbereitung geklärt werden sollten, worin sich Innen- und Außenflächen unterscheiden und wo die Grenzen pauschaler Reinigungsversprechen liegen. Material und Verschmutzung zusammen denken business-on.de: Warum lassen sich Naturstein, Terrazzo, fugenlose Flächen und Holz nicht mit derselben Methode reinigen?

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite