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16. April 2021

Qualitätsmanagement mit FMEA

Was versteht man unter FMEA?

FMEA steht für Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse, wobei es sich um analytische Methoden der Zuverlässigkeitstechnik handelt. Mögliche Produktfehler oder Fehler in Prozessen werden dabei nach verschiedenen Kriterien bewertet: ihre Bedeutung für den Kunden, die Auftretenswahrscheinlichkeit und die Entdeckungswahrscheinlichkeit.

Der Nutzen von FMEA besteht darin, dass schon vor dem Eintreten eines möglichen Fehlers eine Präventivmaßnahme ergriffen werden kann. Dadurch steuert man zum Einen der Entdeckung möglicher Fehler nach der Veröffentlichung eines Produkts entgegen, zum Anderen ermöglicht es die Eindämmung von Risiken.

Für wen ist FMEA geeignet?

FMEA eignet sich für jedes Unternehmen, welches möglichst hochwertige und gute Produkte an seine Kunden verkaufen möchte. In einigen Branchen ist die Methode allerdings Voraussetzung: In der Raumfahrt- und Kerntechnik, wo Fehler sehr große Schäden nach sich ziehen könnten, ist FMEA der Standard. Durch die Zuverlässigkeit der Bauteile werden Sicherheitsrisiken minimiert. Auch die Automobilbranche vertraut auf die Methoden der FMEA.

Allerdings profitieren auch Unternehmen außerhalb der Raumfahrt von FMEA. Jeder, der eine Abteilung für Qualitätsmanagement im Unternehmen hat, sollte eine FMEA Weiterbildung für seine Mitarbeiter in Erwägung ziehen.

Vorteile der FMEA

Der hauptsächliche Grund, aus dem FMEA ins Leben gerufen wurde, ist das frühzeitige Erkennen von Fehlern und Risiken. So kann bereits in der Testphase ein Urteil darüber gefällt werden, ob das entsprechende Produkt für Kundenzufriedenheit sorgen oder genau das Gegenteil bewirken wird.

Ein großer Vorteil von FMEA gegenüber dem herkömmlichen Qualitätsmanagement ist, dass Produkte nicht nur aus einem einzigen Blickwinkel betrachtet werden. Man macht sich Gedanken über die möglichen Anwendungssituationen und bezieht sich mit den Analysen auf mögliche Szenarien in allen Anwendungsgebieten und Lebenslagen.

Wenn Probleme schon im Voraus erkannt und ausgemerzt werden, steigert das die Kundenzufriedenheit. Auch mögliche Folgekosten, die beispielsweise dann entstehen, wenn ein Kunde von seinem Garantierecht Gebrauch macht, lassen sich damit vermeiden.

Verschiedene Arten der FMEA

Die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse kann in verschiedene Arten unterteilt werden:

Präventive FMEA: Das Ziel von gutem Qualitätsmanagement ist die Erkennung von Risiken und die Vermeidung von möglichen Fehlern. In diesem Fall spricht man von präventiver FMEA. Zu diesem Zweck führt man eine andauernde Analyse durch, die sich auf die gesamte Lebenszeit eines Produktes bezieht und somit eine genaue Aussage über Fehler treffen kann.

Korrektive FMEA: Eine weitere Form der FMEA kommt vor allem dann ins Spiel, wenn auf eine präventive FMEA während der Entwicklungsphase verzichtet wurde. Die Rede ist von der korrektiven FMEA, die dann eingesetzt wird, wenn ein Fehler bereits aufgetreten ist. Die Betrachtung erfolgt rückwärts gerichtet und analysiert das gesamte System und alle Komponenten, um der Ursache des Fehlers auf den Grund zu gehen.

Produkt- und Prozess-FMEA: Man kann die verschiedenen Methoden innerhalb der FMEA auch hinsichtlich des Anwendungsbereiches voneinander abgrenzen. Während die Produkt-FMEA alle Analysen der Produkte und Systeme übernimmt und auf die Sicherstellung der geforderten Funktionen abzielt, analysiert die Prozess-FMEA die wertschöpfenden Abläufe und nicht das Produkt selbst.

Fazit

Die FMEA eignet sich für jedes Unternehmen, das sichere und vor allem qualitativ hochwertige Produkte für seine Kunden bereitstellen und somit die Kundenzufriedenheit fördern möchte. Mithilfe unterschiedlicher Maßnahmen können Fehler mithilfe der FMEA bereits dann festgestellt und eliminiert werden, wenn sie noch gar nicht aufgetreten sind. Allerdings ist es selbst in diesem Fall noch nicht zu spät: Mithilfe einer korrektiven FMEA kann im Falle eines aufgetretenen Fehlers die Ursache nachträglich ermittelt und ausgemerzt werden.

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