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EBIT

Definition EBIT - earnings before interest and taxes

EBIT bezeichnet eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die Auskunft über den Gewinn eines Unternehmens gibt. Die Höhe des Gewinns für einen festgelegten Zeitraum wird durch die Abkürzung für „earnings before interest and taxes“ gekennzeichnet. EBIT kennzeichnet den Gewinn vor Abzug von Steuern und Zinsen. Die Kennzahl gehört zu den Pro-Forma-Kennzahlen, die sich nach dem IFRS richten.

Inhaltsverzeichnis zu EBIT Definition

  1. Entstehung und Berechnung der EBIT
  2. So wird der EBIT errechnet
  3. Weiterverwendung des EBIT
  4. Welche Faktoren haben einen Einfluss auf den EBIT?
  5. Wo sind der Aussagekraft des EBIT Grenzen gesetzt?
  6. Das EBIT im Rahmen von Covenants

Die sogenannte EBIT-Marge stellt das Verhältnis von EBIT zum Umsatz (Umsatz Definition) dar. Sie errechnet sich durch den Quotienten aus EBIT und Umsatz. Der Prozentbetrag stellt das operative Ergebnis des Jahresumsatzes dar. Die EBIT-Margen zeigen zudem den Wettbewerb in der Branche auf.

Entstehung und Berechnung der EBIT

Die EBIT basiert aus der Rechnungslegung nach IFRS . Sie stellt den Jahresabschluss dar. Die EBIT wird nach ihrer Berechnung um das außerordentliche Ergebnis bereinigt. Die Bereinigung des Gewinns erfolgt nach einem einfachen Muster: Zum Jahresabschluss werden das außerordentliche Ergebnis sowie der Steueraufwand addiert. Die Steuererträge werden abgezogen. Nach der folgenden Addition des Finanzergebnisses ergibt sich die EBIT.

Der Jahresüberschuss wird der GuV-Rechnung entnommen. Hier findet sie ich unter dem Jahresüberschuss (zur Definition Jahresüberschuss) auf Position 19. Steueraufwendungen sind in der GuV-Rechnung auf Position 18 zu finden. Die EBIT bietet eine Grundlage zum Vergleich von Unternehmen auf internationaler Ebene. Der betriebliche Gewinn aus verschiedenen Jahren und Bereichen des Unternehmens lässt sich so feststellen. Weitere Kennzahlen, die auch die Abschreibungen einschließen, sind die EBITA und die EBITDA. Die EBIT-Marge ist unter Umständen nötig, um Kreditverträge abzuschließen. Hier ist der Schuldner verpflichtet, eine festgelegte Marge nicht zu unterschreiten. Ist das doch der Fall, liegt eine Verletzung der Vertragsbedingungen gegenüber dem Gläubiger vor.

So wird der EBIT errechnet

Umsatz

So wird der EBIT errechnet
+ -
Bestandsveränderungen Materialaufwand
aktivierte EigenleistungenPersonalaufwand
sonstige betriebliche Erträgesonstige betriebliche Aufwendungen
Zuschreibungen zum AnlagevermögenAbschreibungen zum Anlagevermögen

= EBIT

Weiterverwendung des EBIT

Der EBIT dient als Grundlage zur Ermittlung weiterer betriebswirtschaftlicher Kennzahlen. Hierzu gehören:

  • der Zinsdeckungsgrad
  • der Schuldendienstdeckungsgrad
  • die Eigenkapitalrentabilität

Die EBIT-Marge gibt das Verhältnis des EBIT zum Umsatz an. Sie errechnet sich folgendermaßen:

EBIT-Marge (in Prozent) = EBIT/Umsatz

Anhand der EBIT-Marge lässt sich erkennen, welches operative Ergebnis durch einen Jahresumsatz erzielt wurde. Darüber hinaus trifft man anhand der EBIT-Marge auch Aussagen über den Wettbewerb innerhalb einer Branche. Das hängt damit zusammen, dass in oligopolistischen und monopolistischen Strukturen meistens größere Preisfreiheiten und EBIT-Margen möglich sind. Dabei haben vor allem Unternehmen mit niedrigen Produktionskosten Chancen, höhere EBIT-Margen zu erzielen.

Am ertragsstärksten sind Unternehmen mit einer EBIT-Marge von 15%. EBIT-Margen von weniger als 3 % stehen dagegen für Rentabilitätsrisiken.

Merke: Die EBIT-Marge ist ein guter Gradmesser für die Rentabilitätsziele eines Unternehmens.

Welche Faktoren haben einen Einfluss auf den EBIT?

Beim Blick auf die Rechnung erkennt man, dass die Möglichkeiten zur Veränderung der Erlös- und Aufwandspositionen vielfältig sind. Möglichkeiten bestehen in der:

  • Erhöhung der Umsatzerlöse (verstärktes internationales Management, Produktinnovationen),
  • Verringerung der Umsatzerlöse (z. B. weil ein Großkunde verloren gegangen ist),
  • strengeres Kostenmanagement (z. B. durch Reduzierung der Kosten für Personal und Material),
  • Erhöhung der Kosten (Neueinstellungen, Restrukturierungen, Abfindungen, Sozialpläne, intensivere Forschungs- und Entwicklungstätigkeit),
  • höhere Abschreibungen (Erweiterungen von Investitionen).

Wo sind der Aussagekraft des EBIT Grenzen gesetzt?

Die Kennziffer EBIT erfährt von vielen Seiten Kritik. Das spielt vor allem in Hinblick auf die Ermessensspielräume bei der Erstellung des IFRS- und HGB-Jahresabschlusses eine Rolle. Der EBIT ist in diesem Zusammenhang zwar formal eine fest definierte Größe, allerdings gibt es keine allgemein anerkannte inhaltliche Definition. So ist zum Beispiel nicht genau geregelt, ob Ertragssteueraufwendungen oder Betriebssteuern zum Betriebsergebnis addiert werden müssen.

Eine mangelnde Aussagekraft wird dem EBIT deshalb bescheinigt, weil er einen wichtigen Aspekt ganz außer Acht lässt, die Schulden. Viele Unternehmen finanzieren ihr Wachstum nämlich ausschließlich über Schulden. Werden z. B. andere Unternehmen oder teure UMTS-Lizenzen gekauft, müssen die Unternehmen hohe Schuldenberge abarbeiten. Wenn die hohen Zinsen dann nicht durch entsprechende Erlöse gedeckt werden, droht der Liquiditätsengpass.

Ebenfalls nicht erfasst wird die Kapitalbindung.

Folge: Im Interesse aussagekräftiger Zahlen empfiehlt es sich deshalb, weitere Indikatoren für die Rentabilität heranzuziehen (z. B. ROI, Cash Flow ). Vor allem Anleger sollten hier genau aufpassen. Wenn Unternehmen in Ad-hoc-Mitteilungen nur den EBIT nennen, heißt das meist nichts Gutes.

Das EBIT im Rahmen von Covenants

EBIT-Margen sind oftmals Bestandteile von Kreditverträgen oder Anleihebedingungen im Rahmen des Covenants. Der Schuldner verpflichtet sich hierbei gegenüber seinen Gläubigern, eine zuvor festgelegte EBIT-Marge-Untergrenze nicht zu unterschreiten. Wenn es zu einer Unterschreitung kommt, handelt es sich um eine Vertragsverletzung. Dieser folgt meistens zuerst einmal eine Heilungsperiode, die es dem Kreditnehmer ermöglichen soll, seine vorgegebenen Kennzahlen nachträglich zu erreichen. Wenn es jedoch nicht gelingt, wird die Kreditmarge erhöht. Auch kann ein außerordentliches Kündigungsrecht des Gläubigers ausgelöst werden.

(Christian Weis)


 


 

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