Demzufolge ergibt der Absatzpreis mit der abgesetzten Menge multipliziert, den Umsatz. Um den Umsatz für mehrere Produkte zu bestimmen, werden die Teilumsätze der einzelnen Produkte addiert. Der Umsatz dient als Grundlage für die Ermittlung der Umsatzsteuer und wird in der Gewinn – und Verlust rechnung ausgewiesen.
Für die Ertragsberechnung im internen und externen Rechnungswesen eines Unternehmens ist der Umsatz eine entscheidende Größe. Dabei müssen Handelsunternehmen und Produktionsunternehmen unterschiedlich behandelt werden. Bei einem Handelsunternehmen ist der Umsatz gleich der Ertrag. Grund dafür ist, dass Handelsunternehmen über keine Eigenleistungen verfügen und es keine Bestandsänderungen an Halb- und Fertigerzeugnissen gibt. In einem Produktionsunternehmen hingegen wird zum Umsatz zusätzlich der Ertrag aus den hergestellten Produkten addiert.
Man unterscheidet zwischen Brutto und Netto
Unterschieden wird der Begriff Umsatz in Brutto-Umsatz und Netto-Umsatz. Der für den Verbraucher entscheidende Brutto-Umsatz setzt sich zusammen aus dem Artikelpreis und der Umsatzsteuer. Für ein Unternehmen ausschlaggebend ist der Netto-Umsatz, der die Umsatzsteuer nicht berücksichtigt. Die eingenommene Umsatzsteuer wird dabei an das Finanzamt weitergeleitet.
Rechtliche Abgrenzung der Umsatzerlöse
Welche Stellen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatzerlöse ausgewiesen werden dürfen, ist im Handelsgesetzbuch unter § 277 Abs. 1 HGB festgeschrieben. Demnach zählen nur solche Erlöse, die aus der normalen Geschäftstätigkeit heraus entstanden sind.
Ein Beispiel:
Ein Automobilhersteller verkauft eine alte Fertigungsmaschine, da er sie durch eine neue ersetzen will. Das Geld (zur Geld Definition), das er dabei verdient, gehört nicht zu den Umsätzen, da die gewöhnliche Geschäftstätigkeit in der Herstellung und im Verkauf von Autos besteht. Stattdessen zählt es zu den sonstigen betrieblichen Erträgen der GuV .
Mitunter ist es erforderlich, mehrgliedrige Umsatzgeschäfte voneinander abzugrenzen. Das ist z.B. dann der Fall, wenn ein Computerhersteller nebst des PCs einen mehrjährigen Wartungsvertrag anbietet. In diesem Fall ist nur der Teil als Umsatz abzurechnen, der unmittelbar für den PC anfällt. Die restlichen Erlöse werden im Rahmen einer Passiven Rechnungsabgrenzung ausgewiesen.
Errechnung des Umsatzes
Die einfachste Formel zur Errechnung des Umsatzes lautet: (E)= (p) x (x). Man bezeichnet sie als Erlös-, Ertrags- oder Umsatzfunktion. Dabei ist:
- E = Erlös (Umsatz)
- p = Verkaufspreis (Preis pro Stück)
- x = die abgesetzte Menge der erzeugten Produkte und Dienstleistungen
Um Umsätze vergleichbar zu machen, muss noch eine dritte Variable hinzukommen, die Zeit. Die vollständige Formel lautet entsprechend:
(E)= (p) x (x) x (t)
• t = Zeit
Umsatzschmälerungen, wie sie durch Rabatte , Bonuszahlungen oder Skonti auftreten, gehören nicht zum Umsatz. Bei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden sie einfach abgezogen
Die erste Ableitung der Umsatzfunktion bezeichnet man als Grenzerlös. Er gibt an, wie viel Umsatz mehr gemacht wird, wenn man eine zusätzliche Produkteinheit mehr absetzt.
Bedeutung des Umsatzes für die Gewinnschwelle
Als Gewinnschwelle bezeichnet man den Punkt, an dem der Umsatz und die Produktionskosten gleich hoch sind. Überschreitet man diesen Break-Even-Point mit höheren Umsätzen, macht man Gewinne. Unterschreitet man ihn, schreibt man Verluste.
Merke:
Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass Umsatz und Gewinn dasselbe sind. Dabei wird vergessen, dass vom Umsatz noch die Ausgaben und Steuern abgezogen werden müssen. Der Gewinn ist die Differenz von Umsatz (Einnahmen) und Ausgaben.
Für den Erfolg eines Unternehmens ist es also wichtig, die Umsätze zu steigern und die Kosten zu senken. Ersteres kann auf zwei Arten geschehen:
- Die abgesetzte Menge wird erhöht.
- Das Unternehmen erzielt höhere Verkaufspreise auf dem Markt.
Umsätze in verschiedenen Branchen
Je nach Tätigkeitsfeld des Unternehmens ergeben sich die Umsätze aus unterschiedlichen Produkten und Leistungen. Anbei einige Beispiele:
- Banken: Zinsen, Dividende, Kommission
- Einzelhandel: Warenverkauf
- Freie Berufe: Honorare
- Wohnungswirtschaft: Mietverträge
- Versicherungen: Prämien, Provisionen
Der Umsatz wird nicht nur für einzelne Unternehmen ermittelt. Es gibt noch den Branchen- und den Systemumsatz. Beim Branchenumsatz bildet man die Summe der Umsätze aller Unternehmen aus einem Wirtschaftszweig. Üblicherweise berechnet sie für ein Kalenderjahr. Eine detaillierte Berechnung des Branchenumsatzes ist dann nötig, wenn es darum geht, Marktanteile zu berechnen.
Eine weitere Form ist der sogenannte Systemumsatz. So bezeichnet man in Franchising-Unternehmen den Umsatz, den alle Filialen gemeinsam erwirtschaften.
Der Grenzerlös
Der Grenzerlös (auch Grenzumsatz) ist der Erlöszuwachs, der sich aus dem Verkauf einer zusätzlichen Mengeneinheit ergibt. Es handelt sich dabei eine Kenngröße aus der Mikroökonomie die vom Verlauf der Nachfragefunktion des entsprechenden Produkts abhängt. Vom analytischen Standpunkt aus ist der Grenzerlös die erste Ableitung der Erlösfunktion nach der Anzahl der verkauften Leistungseinheiten.
Grundsätzlich gilt, dass ein Marktgleichgewicht dort entsteht, wo der Grenzerlös den Grenzkosten entspricht. Das gilt in einfachen Markt-Modellen sowohl für Monopole als auch für Polypole. In diesem Zusammenhang ist der Grenzerlös ein wichtiger Faktor, wenn es um die Preisbildung geht.
Auf einem vollkommen homogenen Markt gilt, dass der Grenzerlös konstant dem Marktpreis entspricht. Voraussetzung ist, dass der Produzent weniger als die Gleichgewichtsmenge herstellt.
Aktualisiert im August 2022
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