Anzeigepflicht bei Arbeitsunfähigkeit
Dabei haben sie dem Arbeitgeber auch die voraussichtliche Dauer ihrer Arbeitsunfähigkeit mitzuteilen. Die Mitteilung muss dem Arbeitgeber grundsätzlich am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit und zwar nach Möglichkeit in den ersten Arbeitsstunden zugehen. Das bloße Absenden einer entsprechenden Erklärung genügt nicht. Entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis darf der Arbeitnehmer mit der Anzeige keineswegs solange warten, bis eine ärztliche Diagnose vorliegt (BAG, Urteil vom 31.8.1989, NZA 1990, 433 = DB 1990, 790).
Die Anzeige kann mündlich, telefonisch, schriftlich, aber auch durch Angehörige oder Arbeitskollegen erfolgen. Die Anzeige ist gegenüber dem Arbeitgeber abzugeben. Dabei reicht es aus, wenn sie gegenüber solchen Personen erfolgt, die zur Entgegennahme derartiger Äußerungen berechtigt sind (Leiter oder Sachbearbeiter der Personalabteilung, ggf. der Dienstvorgesetzte).
Ein schuldhafter Verstoß gegen die Anzeigepflicht ist – nach einer entsprechenden erfolglosen Abmahnung– geeignet, eine verhaltensbedingte ordentliche Kündigung zu rechtfertigen (BAG, Urteil vom 31.8.1989, AP Nr. 23 zu § 1 KSchG 1969 Verhaltensbedingte Kündigung = NZA 1990, 433 = DB 1990, 790). Eine außerordentliche (fristlose) Kündigung ist im Regelfall nicht gerechtfertigt (LAG Düsseldorf, Urteil vom 27.2.1964, BB 1964, 720).
Zu beachten ist, dass der Arbeitnehmer nicht nur verpflichtet ist, die Ersterkrankung und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich anzuzeigen. Die Anzeigepflicht betrifft auch den Fall, dass eine Erkrankung über die voraussichtliche Dauer hinaus anhält. Die schuldhafte Verletzung dieser Meldepflicht stellt ebenfalls einen verhaltensbedingten Kündigungsgrund dar.
Angestellte in verantwortlicher Stellung können sich nicht auf die Anzeige der Arbeitsunfähigkeit und ggf. Übersendung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beschränken, sondern müssen sich auch darum kümmern, was ohne ihre Anwesenheit geschehen soll. Eine Verletzung dieser Pflicht kann – regelmäßig nach einer erfolglosen Abmahnung – eine verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigen.
Literatur: Berenz, Anzeige- und Nachweispflichten bei Erkrankung im Ausland, DB 1995, 1462 f; Berkowsky, Die personen- und verhaltensbedingte Kündigung, § 21 Rdnr. 80 ff; KR-Etzel, KSchG, § 1 Rdnr. 498 ff; Hueck/v.Hoyningen-Huene, KSchG, § 1 Rdnr. 336; Lepke, Kündigung bei Krankheit , Kapitel D I, S. 193 ff; Lepke, Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers bei Krankheit als Kündigungsgrund, NZA 1995, 1084, 1085; Sowka/Schiefer, Teil H, KSchG, § 1 Rdnr. 313, 317 ff; Preis/Stahlhacke/ Vossen, Rdnr. 704
Anzeigepflicht bei Arbeitsunfähigkeit
VSRW-Verlag
RatgeberEine neue Küche ist eine langfristige Investition. Neben der Gestaltung entscheiden vor allem die Raumaufteilung, die Ausstattung und die Qualität der Montage darüber, ob sich die Anschaffung im Alltag bewährt. Fehler bei der Planung können zusätzliche Kosten verursachen oder die Nutzung dauerhaft einschränken. Wer frühzeitig seinen Bedarf ermittelt, das Budget realistisch kalkuliert und die baulichen Voraussetzungen berücksichtigt, schafft eine solide Grundlage für den Küchenkauf. Küchenplanung beginnt mit den eigenen Anforderungen Bevor Farben, Fronten oder Elektrogeräte ausgewählt werden, sollte feststehen, welche Aufgaben die Küche künftig erfüllen muss. Ein Singlehaushalt stellt andere Anforderungen an Stauraum und Arbeitsflächen als eine Familie mit mehreren Kindern. Auch die Kochgewohnheiten beeinflussen die Planung.
WirtschaftslexikonFlyer, Broschüren, Geschäftsausstattung und Produktkataloge gehören in vielen Unternehmen weiterhin zum Marketingalltag. Doch bei der Produktion entstehen häufig vermeidbare Kosten: ungeeignete Formate, kurzfristige Änderungen oder falsch kalkulierte Auflagen können das Budget belasten. Wer Druckprojekte systematisch plant, schafft bessere Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Produktion und überzeugende Ergebnisse. Entscheidend sind dabei die Abstimmung von Kommunikationsziel, Druckverfahren, Material und Weiterverarbeitung sowie klar geregelte Abläufe zwischen Auftraggeber und Druckerei. Druckprojekte beginnen mit einer klaren Zielsetzung
WirtschaftslexikonEin ausgefallener Traktor während der Ernte kann für landwirtschaftliche Betriebe erhebliche Kosten verursachen. Neben der eigentlichen Reparatur entstehen Verzögerungen, zusätzlicher Personalaufwand und möglicherweise Ertragsverluste. Umso wichtiger ist ein durchdachtes Maschinenmanagement. Wer Wartungsintervalle berücksichtigt, Reparaturkosten dokumentiert und Investitionen langfristig plant, kann die Wirtschaftlichkeit seines Maschinenparks verbessern. Welche Maßnahmen sich im Betriebsalltag bewähren und wann eine Neuanschaffung sinnvoll ist, zeigt dieser Ratgeber. Warum Maschinenstillstände schnell teuer werden Landwirtschaftliche Betriebe sind auf funktionierende Technik angewiesen. Traktoren, Mähwerke, Pressen und andere Landmaschinen müssen besonders während der Aussaat, Futterernte oder Erntezeit zuverlässig arbeiten. Fällt eine wichtige Maschine aus, gerät häufig die gesamte Arbeitsplanung durcheinander.
