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18. Dezember 2012

Computer und Internet – Segen oder Fluch für das Bildungswesen?

Während nach aktuellen Studien der Zugang zu einem Computer einen starken Einfluss auf das Lernverhalten der Schüler hat, finden Lehrer auf Online-Plattformen Unterrichtsmaterial wie Arbeitsblätter und vieles mehr. Ob uns das Internet aber schlauer oder dümmer macht, daran scheiden sich die Geister.

Eines haben Schüler von der Grundschule bis zur Oberstufe gemeinsam: in ihrer Freizeit sitzen sie gerne am PC – je älter sie sind, desto lieber. Nach einer Studie des Deutschen Jugendinstituts DJI nutzen schon 9-10-Jährige das Internet ein- oder mehrmals in der Woche, unter den 13-14-Jährigen sind es sogar 93%. Schadet dieses Freizeitverhalten dem Notenspiegel, oder verhilft der Zugang zu einem Computer sogar zu besseren Zensuren? Dazu gibt es ganz unterschiedliche Meinungen.

Schüler mit regelmäßigem Zugang zu Internet und PC schneiden im Unterricht besser ab, meldet Focus Online. Egal ob Mathe, Deutsch oder Fremdsprachen, die Arbeit mit Online- und Offline-Lernsoftware führe bei einem Großteil der Schüler zu besseren Noten. Eine Studie von Chip Communications scheint dies zu bestätigen: demnach haben 61% der Gymnasiasten einen eigenen Computer, während es bei Hauptschülern lediglich 29% sind. Daraus jedoch zu schließen, dass der Zugang zu einem PC mit größeren Schulerfolgen gleichzusetzen ist, sei Augenwischerei, meint Spiegel Online: der Computer habe damit nichts zu tun. Die meiste Zeit am Rechner werde nämlich nicht zum Lernen genutzt, sondern zum Spielen.

Beliebter Zeitvertreib: Online-Spiele

Die am Computer verbrachte Zeit allein sagt natürlich nichts darüber aus, welche Inhalte sich die Nutzer erschließen. Die bei Jugendlichen sehr beliebten Online-Spiele wie z. B. World of Warcraft haben auf den ersten Blick keinen Mehrwert für die Bildung; nach Meinung besorgter Erzieher führt die bunte Unterhaltung aus dem Netz zu einer verkürzten Aufmerksamkeitsspanne und macht die Schüler im Unterricht unruhig. Alles Unsinn, sagen andere: über die Beschäftigung mit Online-Spielen und Social Networks können Schüler sogar ihre Sprachkenntnisse verbessern. Die Frage, welche Seite hier richtig liegt, bleibt vorläufig offen. Eine Tatsache ist jedoch, dass die Preisgabe persönlicher Daten im Netz an der Schule zu Cybermobbing führen kann, und dass Kids genauso wie Erwachsene im Internet einfachen Zugang zu Pornographie finden.

Lehrer profitieren am meisten vom Internet

Lehrern hingegen bringt das Internet unbestritten Vorteile. Wenn sie am Computer fit sind, erleichtert das ihre Arbeit ungemein: der Online-Zugriff auf Unterrichtsmaterial etwa spart viel Zeit, die früher auf das Sichten und Zusammenstellen von Arbeitsunterlagen verwendet wurde. Gleichzeitig können Lehrer aus dem Netz ständig Informationen und aktuelles Material für Schulprojekte, Klassenarbeiten und Aufsatzthemen beziehen und damit einen interessanten und zeitgemäßen Unterricht gestalten. Ohnehin sollten Lehrer mit Computern und dem Internet im täglichen Umgang vertraut sein, damit die Kenntnislücke auf diesem Gebiet zwischen ihnen und den Schülern nicht zu groß wird. Lehrer müssen keine IT-Experten sein, aber ein gewisses Grundwissen sollte in diesem Bereich genauso vorhanden sein wie in allen anderen Bereichen des täglichen Lebens.

Für Lehrer wie für Schüler kann die Arbeit am PC von großem Nutzen sein, weil sich Inhalte jederzeit problemlos erschließen lassen. Ob man das Online-Angebot sinnvoll für sich nutzt, bleibt jedoch jedem selbst überlassen – entscheidend ist also, dass Eltern ihre Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet erziehen.

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