News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
14. Dezember 2021

Die deutsche Logistik- und Transportbranche im Porträt: Fakten & Trends

Drittgrößter Wirtschaftsbereich Deutschlands

Laut der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. definiert sich der Begriff „Logistik“ wie folgt: Es handelt sich dabei um die ganzheitliche Planung, Steuerung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller unternehmensinternen und unternehmensübergreifenden Informations- und Güterflüsse. Egal, ob es also um Wissen oder physische Gegenstände geht – alles, was sicher von A nach B gelangen soll, fällt in diese Kategorie. In Deutschland ist die Logistik der drittgrößte Wirtschaftsbereich – noch bedeutender sind nur noch die Automobilwirtschaft und der Handel. Über 3 Millionen Menschen arbeiten in dieser Sparte und verteilen sich auf mehr als 70.000 Unternehmen. Kein Wunder, denn die Globalisierung schreitet voran und bringt so manche Entwicklung mit sich: So haben sich in den letzten Jahren nicht nur die Transportwege verlängert, sodass Transportunternehmen heutzutage in jeden Winkel der Erde kommen, sondern auch das Verkehrsaufkommen an sich steigt kontinuierlich, schließlich sind immer mehr Produkte global verfügbar.

Lkw als wichtigstes Transportmittel

Etwa die Hälfte aller in Deutschland erbrachten logistischen Leistungen wird innerhalb von Unternehmen umgesetzt. Die andere Hälfte entfällt auf den sichtbaren Transport von Gütern. Und hierfür braucht es ein gut ausgebautes Straßennetz. Laut dem Statistischen Bundesamt ist dieses in Deutschland in den letzten Jahren auf mittlerweile 230.000 Kilometer angewachsen. 13.000 Kilometer davon entfallen auf Autobahnen, 7.700 auf Wasserstraßen. Die meisten Waren werden in Deutschland nach wie vor mit dem Lkw von A nach B transportiert. 2020 waren es insgesamt 3,2 Milliarden Tonnen, die auf diese Weise vom Produzenten hin zum Kunden gebracht wurden. Eisenbahn und Schiff werden hingegen weitaus seltener als Transportmittel gewählt. Auch der Luftverkehr liegt in Deutschland abgeschlagen auf einem der hinteren Plätze.

Corona und die damit verbundene Krise, die sich in vielen Bereichen niederschlug, machte auch vor der Logistikbranche nicht Halt. Trotzdem erwirtschaftete sie 2020 rund 272 Milliarden Euro. Und: Es wurde weiter geforscht und entwickelt, sodass sich folgende Trends abzeichnen:

Automatisierung auf dem Vormarsch

Wie bereits eingangs erwähnt, sind Automatisierung und Vernetzung auch in der Transport- und Logistikbranche längst keine Zukunftsmusik mehr. Das beginnt bei einem automatisierten Lager mit der passenden Antriebslösung, welches künftig Bereiche wie die Kommissionierung oder den Transport erleichtert. Weiters werden transparente und damit für alle Beteiligten nachvollziehbare Logistikketten immer wichtiger. Und hierbei kommt die sogenannte Blockchain-Technologie ins Spiel. Sie wurde eigentlich im Zusammenhang mit der Kryptowährung Bitcoin kreiert. Mittlerweile findet die Technologie aber auch in anderen Feldern Anwendung. Es handelt sich dabei im Grunde genommen um eine verschlüsselte, geschützte, dezentralisierte Datenbank, die damit auch manipulationssicher ist. Sie kann von jedem Netzwerkmitglied eingesehen werden, aber von niemandem beeinflusst werden und eignet sich daher insbesondere als Speicherort für Daten aller Art wie Identitäten, Rechte, Berechtigungsnachweise oder Übereinkünfte. Im Falle der Logistik würde damit das Zusammenspiel aus Material-, Informations- und Finanzflüssen verbessert werden.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Digitalisierung auf der einen Seite, Nachhaltigkeit auf der anderen – viele fragen sich, wie das zusammenpasst. Doch es passt bzw. muss passen, denn Nachhaltigkeit ist in allen Wirtschaftsbereichen mittlerweile ein großes Thema und wird von den Kunden immer stärker nachgefragt. Unter dem Schlagwort „Green Logistics“ gibt es daher auch in der Logistik- und Transportbranche erste Ansätze, die in die richtige Richtung gehen: So werden etwa Touren effizienter geplant und Prozesse ressourcenschonender gestaltet. Auch die Flotte muss künftig ökologischer ausfallen oder wird mit neuen Antriebsstoffen betrieben. In Deutschland ist daher aus umweltpolitischen Gründen auch der sogenannte kombinierte Verkehr weiter auf dem Vormarsch. Hierfür werden unterschiedliche Verkehrsmittel genutzt. So erfolgt in einem ersten Schritt der Ferntransport mit Containern und großen Behältern zum Beispiel mit der Eisenbahn oder dem Schiff. Geht es schließlich ans Ausliefern der Güter auf regionaler Ebene, so übernehmen Lkw die Fracht.

Mehr Künstliche Intelligenz

Robotersysteme und Augmented Reality – auch das ist künftig in der Logistik- und Transportbranche verstärkt denkbar. Gewisse Prozesse könnten also schon bald vollautonom gesteuert werden. Gleichzeitig sammeln diese Systeme kontinuierlich Daten, um Arbeitsschritte künftig zu verbessern, Fehler zu vermeiden, schneller zu reagieren, Prognosen anzustellen oder Ressourcen zu sparen. Das kann langfristig gesehen dazu führen, dass sich der CO2-Fußabdruck verringert – und das zahlt letztendlich wieder in den Trend zu mehr Nachhaltigkeit ein. Erste Logistikroboter sind zum Beispiel bereits in Unternehmen wie VW, DHL, Lufthansa oder China Tobacco im Einsatz und bringen dort Waren selbstständig von einer Lkw-Entladestelle zur Produktion und umgekehrt. Zustellroboter, die künftig Briefe und Pakete bis vor die Haustür bringen könnten, werden momentan an der Universität Linz in Österreich auf Herz und Nieren geprüft. Und in Texas transportieren schon autonome Lkws Güter von A nach B. Momentan ist noch ein anwesender Sicherheitsfahrer dafür nötig, aber schon bald könnten fahrerlose Transportmittel Realität werden.

Home-Office ist gekommen, um zu bleiben

Wer an die Logistik- und Transportbranche denkt, denkt in erster Linie an einsame Lkw-Fahrer, die tagelang unterwegs sind, oder an Lagermitarbeiter, die Waren stapeln. Doch auch in dieser Branche gibt es weitaus mehr Positionen und Arbeitsplätze und einige davon verlagerten sich von der Unternehmenszentrale ins Home-Office des jeweiligen Mitarbeiters. Was zunächst ungewohnt war, ist mittlerweile gang und gäbe. Wichtigste Grundvoraussetzung: Die nötigen Strukturen hierfür müssen geschaffen werden. Neben der passenden Hardware geht es vor allem um intelligente Software.

Teilen:
Weitere Artikel
Was Baufi24 von anderen Anbietern unterscheidet
Wirtschaft
Was Baufi24 von anderen Anbietern unterscheidet

Der Markt für Baufinanzierungen in Deutschland ist vielfältig und dynamisch. Wer sich mit dem Kauf oder Bau einer Immobilie beschäftigt, stellt schnell fest: Es gibt zahlreiche Wege zur Finanzierung, unzählige Modelle und ebenso viele Anbieter. Dabei unterscheiden sich diese nicht nur in ihren Konditionen, sondern vor allem in ihrer Herangehensweise, ihrer Beratung und ihrem Serviceverständnis. In diesem Umfeld positioniert sich Baufi24 als Vermittler, der verschiedene Elemente miteinander kombiniert. Doch was genau macht diesen Ansatz besonders? Und worin unterscheidet er sich von anderen Angeboten auf dem Markt? Genau das (und vieles Weitere) beleuchtet dieser Artikel.

7 Min. LesezeitLesen
Auf dem Weg zum papierarmen Büro: So sparen Unternehmen Ressourcen
IT & Software
Auf dem Weg zum papierarmen Büro: So sparen Unternehmen Ressourcen

Die fortschreitende Digitalisierung verändert Arbeitsprozesse grundlegend und stellt Unternehmen vor die Herausforderung, Ressourcen effizienter einzusetzen. Papierbasierte Abläufe gelten dabei zunehmend als überholt nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch im Hinblick auf Kosten, Zeitaufwand und Transparenz. Der Weg zum papierarmen Büro ist jedoch kein abrupter Wandel, sondern ein schrittweiser Prozess, der strategische Entscheidungen, technische Anpassungen und ein Umdenken im Arbeitsalltag erfordert. Die folgenden Abschnitte liefern Tipps, zeigen jedoch auch, dass es (zumindest jetzt noch) nicht möglich ist, komplett auf Ausdrucke und Co. zu verzichten.

5 Min. LesezeitLesen
Wertschutz im Unternehmen: Strategien für die sichere Verwahrung von Wertgegenständen, Dokumenten und Daten
Business
Wertschutz im Unternehmen: Strategien für die sichere Verwahrung von Wertgegenständen, Dokumenten und Daten

Einbruchdiebstähle verursachen jedes Jahr hohe Verluste in Unternehmen – insbesondere durch den Verlust von Bargeld, Technik und sensiblen Unterlagen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft entstehen dabei regelmäßig Schäden in Millionenhöhe, was die wirtschaftliche Relevanz unzureichender Sicherungsmaßnahmen deutlich macht. Genau hier setzt die sichere Aufbewahrung im Tresor an: Sie schützt zentrale Unternehmenswerte zuverlässig vor Diebstahl, unbefugtem Zugriff und anderen Risiken. Die Sicherheitslücken im modernen Büroalltag Trotz fortschreitender Digitalisierung bleiben physische Assets wie notarielle Verträge, Prototypen oder Offline-Backups unverzichtbar. Eine Lagerung in herkömmlichen Büromöbeln ist nicht nur grob fahrlässig, sondern gefährdet auch den Versicherungsschutz.

Lesen
Zur Startseite