Siegen/Olpe. Ohne ein angemessenes Flächenangebot nutzt Wirtschaftsförderung den heimischen Betrieben wenig. Hierin waren sich die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung der IHK Siegen für ein regionales Gewerbeflächenkonzept einig. Zu ihnen gehörten die Bürgermeister und Planer der 18 Kommunen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe sowie Vertreter der beiden Kreisverwaltungen und der Bezirksregierung Arnsberg. Anlass für die Initiative der Kammer: die aktuelle Fortschreibung des Regionalplans. Er gibt wichtige Eckpfeiler und Orientierungen für kommunale Planungen vor. „Der Zeitplan für den neuen Regionalplan ist ambitioniert. Der Handlungsdruck ist groß. Unser Ziel ist, dass die Städte und Gemeinden der heimischen Wirtschaft für die nächsten zehn bis 20 Jahre ein auskömmliches Flächenangebot machen können, das den tatsächlichen örtlichen Gegebenheiten und Bedarfen entspricht. Zudem brauchen die Kommunen genügend Auswahlmöglichkeiten, um auf unternehmerische Anfragen angemessen reagieren zu können“, unterstrich Hermann-Josef Droege, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen.
Mit ihrem Vorstoß für ein regionales, interkommunal abgestimmtes Gewerbeflächenkonzept, das sich als Fachbeitrag für den neuen Regionalplan versteht, will die IHK das bestmögliche Ergebnis bei der Suche nach künftigen Industrie- und Gewerbeflächen erzielen. Gleichzeitig werden die Kommunen in ihren Entwicklungszielen und die Bezirksregierung in ihrer Arbeit unterstützt. Für diesen neuen regionalen Weg hat die IHK auf eigene Kosten das Kölner Planungsbüro Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen mit der erforderlichen konzeptionellen Arbeit beauftragt. Das Büro hatte bereits im Vorfeld mit entsprechenden Arbeiten im Märkischen Kreis und im Oberbergischen Kreis überzeugt. „Dies sichert einen unverstellten und unvoreingenommenen Blick von außen. Das Büro bietet Unterstützung in allen konkreten Einzelfragen zur Flächenpolitik in den Kommunen und unterstützt die notwendigen innergemeindlichen Diskussions- und Entscheidungsprozesse“, so Hermann-Josef Droege.
Neue mögliche Industrie- und Gewerbeflächen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe zu finden, sei eine „Herkulesaufgabe“, meint Dominik Geyer, Geschäftsführer der Dr. Jansen GmbH. „Zu den Hürden zählen die hier verbreiteten Tallagen, die schwierige Topographie, aber auch die vielen umwelt- und naturschutzrechtlichen Einschränkungen. Außerdem befinden sich viele Flächen in privater Hand, was häufig zu schwierigen Verhandlungen führt. Und schließlich summieren sich viele kleine Reserveflächen in der Bilanz, obwohl sie in der Praxis aufgrund ihrer geringen Größe auf keinerlei Nachfrage stoßen. Diese unbrauchbaren Restflächen kommen auf den Prüfstand!“
Hinzu kommt: Die IHK Siegen hatte bereits vor Jahren in einer Studie nachgewiesen, dass durchschnittlich nur rund 56 Prozent der im Regionalplan als Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereiche (GIB) dargestellten Flächen am Ende tatsächlich durch die Städte und Gemeinden vermarktet werden können. Deshalb sollen mit dem Gewerbeflächenkonzept neue Auswahlmöglichkeiten und Entscheidungsspielräume für die Kommunen entstehen. Hermann-Josef Droege: „Bei 80 bis 90 Prozent der Ansiedlungen auf den neuen Flächen handelt es sich nachweisbar um heimische Betriebe, die an ihren gewachsenen Standorten keine Erweiterungsperspektiven hätten. Können diesen Unternehmen keine Alternativen geboten werden, werden über kurz oder lang Produktions- und Standortverlagerungen die Folge sein. Die Betriebe gingen unserem Wirtschaftsraum unwiderruflich verloren!“
Am Anfang der Arbeit steht für das Planungsbüro eine wirtschaftsstrukturelle und sozioökonomische Analyse. Dabei soll unter anderem aufgearbeitet werden, welche Bedarfe die verschiedenen Branchen haben und welche Flächengrößen und -zuschnitte zur Verfügung stehen. In einem zweiten Schritt wird eine Flächenbedarfsanalyse für jede Kommune erstellt. Dabei wird unter anderem untersucht, welche Reserveflächen bestehen und welche Flächen tatsächlich vor Ort verfügbar sind. Mittels differenzierter Berechnungsmethoden wird schließlich ein Bedarf ermittelt. Erst danach schließt sich in einem dritten Schritt die eigentliche Standortsuche und -bewertung an, bei der beispielsweise alle naturschutzrechtlichen und planerischen Einschränkungen berücksichtigt werden. Interkommunale Ansätze sollen verstärkt ins Auge gefasst werden. Die Grundzüge des neuen regionalen Gewerbeflächenkonzeptes sollen bis Ende 2018 erarbeitet sein.
Die Arbeit findet in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden statt. Hierzu dienen unter anderem individuelle Kommunalgespräche. Ein projektbegleitender Beirat unterstützt die Arbeit des Planungsbüros, damit frühzeitig regionale Besonderheiten eingebunden werden können. Ihm gehören neben den Vorsitzenden der Bürgermeisterkonferenzen in den beiden Kreisen, Bürgermeister Walter Kiß (Kreuztal) und Bürgermeister Dietmar Heß (Finnentrop), die Planungsdezernenten der Stadt Olpe und der Gemeinde Burbach, Judith Feldner und Christian Feigs, sowie der Vorsitzende der Planungskommission beim Regionalrat Arnsberg, Bürgermeister Stefan Hundt (Lennestadt), an.
Abschließend verdeutlichte Hermann-Josef Droege die besondere Situation im IHK-Bezirk: „Anders als viele andere Regionen in Deutschland verfügen wir über einen üppigen und intakten Naturraum. Gerade einmal 1,5 Prozent der Gesamtfläche werden bei uns durch Industrie- und Gewerbe beansprucht, weit weniger als im Landesdurchschnitt. Gleichzeitig haben wir einen hohen Anteil an Industriebetrieben, die in besonderem Maße auf ausreichend Erweiterungsflächen angewiesen sind. Deshalb ist es richtig, dass sich die Region als Wirtschaftsraum aufstellt und mit einem gemeinsamen Gewerbeflächenkonzept Position bezieht!“
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BusinessWenn ein Mensch stirbt, bleibt den Angehörigen oft nur wenig Zeit, das Unvorstellbare zu organisieren. Zwischen Behördenwegen, Formalitäten und der eigenen Trauer entsteht in wenigen Tagen ein organisatorischer Kraftakt. In solchen Momenten zählt vor allem eines: ein verlässlicher Ansprechpartner vor Ort, der Ruhe, Erfahrung und Struktur in eine Ausnahmesituation bringt. In Chemnitz begleitet die Ambrosia Bestattungen GmbH als Familienunternehmen Menschen seit mehr als drei Jahrzehnten auf diesem Weg und hat zuletzt einen Generationswechsel vollzogen, der Kontinuität mit neuen Impulsen verbindet.

