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Titus Zwirner: „Es gibt tausend Gründe, sich für Gründer zu engagieren – und ein großes Ziel: Innovation“

Warum engagiert sich EY (Ernst & Young) seit Jahren für Entrepreneure? Was motiviert den „Big Player“, sich für Gründer stark zu machen? Wir haben Titus Zwirner gefragt, Hauptansprechpartner der EY Start-up-Initiative in NRW.

EY

business-on.de: Warum ergreifen Sie die Initiative für digitale Entrepreneure?

Titus Zwirner: Wir sind der Überzeugung, dass innovative digitale Geschäftsmodelle essenziell wichtig für zukünftiges Wachstum sind. Wenn wir die richtigen Weichen stellen, können Wirtschaft und Gesellschaft enorm davon profitieren. Start-ups brauchen Beratung und Begleitung. Hierzu bringen wir an zehn Standorten in Deutschland insgesamt 350 junge, aber bereits erfahrene Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Transaktionsberater und Profis aus anderen Bereichen an den Start. Das Angebot der Förderung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Gründer. Schließlich spielt es eine große Rolle, ob sich ein Unternehmen in der Seed- oder in der Wachstumsphase befindet, ob es in Berlin oder Dortmund sitzt. Die regionalen Standorte und die bundesweite Aufstellung der Initiative bieten sehr gute, gezielte Vernetzungsmöglichkeiten mit Peers, Corporates und Investoren. Davon profitieren nicht nur Start-ups, sondern auch etablierte Großunternehmen und Mittelständler, als deren Partner wir uns traditionell verstehen. Bahnbrechende digitale Ideen können den Innovationsprozessen von Corporates neue Schubkraft verleihen.

„Wir helfen, gefährliche Fehler zu vermeiden und Türen zu öffnen.“

business-on.de: Was sind die konkreten Vorteile für junge Unternehmen?

Titus Zwirner: Ein ganz konkreter Vorteil ist sicherlich, dass wir alle möglichen Beratungsfelder – zum Beispiel Steuern, Recht, Strategie und Bewertung –aus einer Hand abdecken können – und dies in der notwendigen Qualität. Und wir helfen Gründern, gefährliche Fehler zu vermeiden, die richtigen Türen zu öffnen und in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten hängt dann regelmäßig von der Wachstumsphase einer Gründung ab. In der Seed-Phase geht es um Fragen wie die richtige Rechtsform, Gesellschaftsverträge, Businesspläne, Buchhaltung, Steuern und Fördermittel. In der Start-up-Phase treten Kontakte mit Investoren, Finanzierungs- und Beteiligungsformen, internationale Steuerfragen oder Reporting und Controlling in den Vordergrund. In der Wachstumsphase unterstützen wir Gründer bei der Bilanzierung, komplexeren Verträgen, ausländischen Rechtssystemen oder der steuerlichen Gestaltung. In der Expansionsphase schließlich werden internationale Märkte und die Vorbereitung auf den Exit akut. Unser Begleitungsprozess muss sehr viele Aspekte über längere Zeiträume berücksichtigen. Deshalb ist er von Anfang an langfristig angelegt.

business-on.de: Was müssen Start-ups mitbringen, um von Ihnen beraten und gefördert zu werden?

Titus Zwirner: Sie müssen an sich glauben – und uns überzeugen. Wir haben mit den Jahren viel Erfahrung in der Analyse neuartiger digitaler Geschäftsmodelle gesammelt. Unser Fokus liegt auf Bereichen wie E-Commerce, Software & Analytics, Health, FinTech, Mobility, Energy und AgTech. Start-ups in der Wachstums- und Expansionsphase können übrigens mit dem EY Growth NavigatorTM ihre Potenziale und Aussichten analysieren.

business-on.de: Was ist in Nordrhein-Westfalen anders als an anderen Standorten? Und welche Aktivitäten werden hier geboten?

Titus Zwirner: Anders als zum Beispiel in Berlin ist die Szene in Nordrhein-Westfalen sehr dezentralisiert. Viele Aktivitäten konzentrieren sich aber auf die Messestandorte Köln und Düsseldorf, wo Stars wie Trivago zu Hause sind. Dennoch gibt es interessante Entwicklungen in der ganzen Region. Die hohe Dichte an Universitäten mit ihren Spin-offs sorgt für einen deutlichen B2B- und Hightech-Fokus. Die RWTH Aachen konnte sich als wahre Talentschmiede etablieren. Die von uns unterstützten Maßnahmen decken ein breites Spektrum ab. So fördert der Entrepreneurs Club die Gründungskultur an der Universität Köln. Und das internationale Community-Event Startup Grind findet in regelmäßigen Abständen auch im Großraum Köln statt. 2016 waren wir bei der ersten Startup-Woche Düsseldorf mit an Bord, die Gründer und potenzielle Partner zusammenbringt. Sie war mit 2.600 Besuchern ein voller Erfolg. Die zweite Startup-Woche wird vom 5. bis 12. Mai 2017 stattfinden. Ebenfalls ein wichtiger Termin im Kalender der Szene ist die jährlich stattfindende StartupCon in Köln. Die Gründerkonferenz bietet Best Practices, Networking und Business Development. Grundsätzlich stehen digitalen Kreativen aus NRW natürlich auch Veranstaltungen offen, die woanders stattfinden können – etwa die EY Start-up-Challenge, bei der sieben handverlesene junge Unternehmen und sieben Corporates ein 12-wöchiges Mentoring-Programm absolvieren. Die Mentoren der Challenge 2016 in Berlin kamen von BASF, MAN, Daimler, Alnatura, RWE, ZF, Lidl und EY.

„Wir verstehen uns als Teil der Gründerszene in NRW.“

business-on.de: Was reizt Sie persönlich am Kontakt zur Start-up-Szene?

Titus Zwirner: Mich faszinieren Menschen, die etwas bewegen und verändern wollen. Die Motive und Ideen sind unendlich vielfältig und inspirieren mich bei meiner Arbeit. Wir – mein Team und ich – verstehen uns als Teil der Szene in Nordrhein-Westfalen und Deutschland. Es gibt tausend Gründe, sich für Start-ups zu engagieren – und ein Ziel: die Innovation in unserem Land voranzubringen.

 

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