Proof-of-Stake: Polkadot setzt auf Alternative zu Krypto-Mining

Das steckt hinter Polkadot
Krypto-Insider erwarten auch für das kommende Jahr zahlreiche spannende Entwicklungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Vor allem die Themen DeFi, NFT und Regulierung werden wohl immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses der Öffentlichkeit rücken.
Gut möglich, dass auch Polkadot seinen Bekanntheitsgrad in nächster Zeit ein wenig erhöhen könnte, obwohl es sich dabei keineswegs um einen Unbekannten in der Szene handelt. Die Kryptowährung bringt es mit Stand Dezember 2021 auf eine Marktkapitalisierung von rund 27 Milliarden Dollar. Im Vergleich zu Bitcoin nimmt sich das zwar sehr klein aus, doch damit ist Polkadot unter allen Kryptowährungen aktuell immerhin die Nummer 9 am Markt und lässt damit auch bekanntere Player wie beispielsweise Dogecoin oder Litecoin hinter sich.
Die Idee zu Polkadot hatte der Ethereum-Mitgründer Gavin Wood. Das grundsätzliche Ziel von Polkadot ist, einen sicheren und vertrauensvollen Austausch von Nachrichten über verschiedene Blockchains zu gewährleisten. Das soll erreicht werden, indem die diversen Blockchains über Polkadot miteinander kommunizieren. All jene, die in die Tokens investieren und Polkadot kaufen möchten, können dies nicht nur über Kryptobörsen tun, sondern sich diese auch verdienen, indem sie ihre Polkadot-Coins aktiv „staken“. Das heißt, sie verleihen ihre gekauften Coins an die Blockchain, tragen damit zur Sicherheit des Systems bei und erhalten dafür eine Belohnung.
Beim Einstieg im August 2020 lag der DOT-Kurs bei etwa 2,70 US-Dollar. Im November 2021 erreichte Polkadot sein bisheriges All-Time-High mit einem Kurs von über 51 US-Dollar. Auch wenn eine seriöse Prognose aufgrund der hohen Volatilität der Kryptowährungen kaum möglich ist, gehen viele Experten davon aus, dass eine Investition in Polkadot zumindest langfristig für entsprechende Gewinne sorgen wird.
Proof-of-Stake statt Krypto-Mining: Polkadot setzt auf die Alternative
Wirklich interessant macht Polkadot die Tatsache, dass die Betreiber im Gegensatz zu Bitcoin auf eine wesentlich weniger stromintensive Alternative setzen: Das sogenannte Proof-of-Stake-Verfahren.
Bei Polkadot kommt dafür eine sogenannte sequenzielle Phragmen-Wahl zum Einsatz. Namensgebend für dieses System ist der schwedische Mathematiker Lars Edvard Phragmen.
Wie bei den meisten Proof-of-Stake-Verfahren geht es auch hier darum, die Anzahl der Teilnehmer für eine endliche Zeitspanne zu begrenzen und entsprechende Algorithmen über die Auswahl der Teilnehmer entscheiden zu lassen. Dabei wird alle 24 Stunden die Menge der „Validierer“ bestimmt. Jeder kann mit einem bestimmten Einsatz an „Token“ an der Wahl teilnehmen.

Das Proof-of-Stake-Verfahren lässt sich in etwa mit einer Lotterie vergleichen. Mehr Lose bedeuten dabei auch immer höhere Gewinnchancen.
Proof-of-Stake vs. Proof-of-Work
Beim Proof-of-Work erhalten Teilnehmer für das Lösen von unterschiedlichen kryptografischen Aufgaben eine Belohnung in ihrer Kryptowährung. Jedes Mal, wenn eine Rechenaufgabe gelöst wird, führt das dazu, dass in der Blockchain ein neuer Block generiert wird. Das ist genau jener Vorgang, der umgangssprachlich unter dem Wort „Mining“ bekannt ist.
Der große Nachteil dabei ist jedoch, dass das Lösen dieser Aufgaben mittlerweile zu einer sehr zeit- und energieintensiven Angelegenheit geworden ist. Mit einem handelsüblichen PC ist es kaum noch möglich, entsprechende Erfolge zu erzielen. Die Preise für gute Mining Hardware mit hochwertigen Grafikkarten sind entsprechend teuer und aufgrund der ständig steigenden „Mining Difficulty“ wird es für Einsteiger immer schwieriger, sich hier ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufzubauen.
Beim Proof-of-Stake wird die jeweilige Kryptowährung nicht durch das Lösen von komplizierten Rechenaufgaben erzeugt. Stattdessen werden kleine Anteile der Währung in einer Wallet vorgehalten und dadurch entsperrt. Ein Konsensmechanismus entscheidet dabei mittels Zufallsauswahl ähnlich wie bei einer Lotterie darüber, welcher Teilnehmer zum Generieren des nächsten Blocks berechtigt ist. Wer mehr Token besitzt, hat auch höhere Chancen, ausgewählt zu werden.
Der große Vorteil von Proof-of-Stake ist, dass dafür keine große Rechnerleistung erforderlich ist. Deshalb erfordern diese Systeme auch nicht so viel Strom wie etwa Bitcoin, dessen Kosten für den Stromverbrauch zum Teil jenen von einzelnen Ländern übersteigt.
Mittelfristig könnte sich das auch zu einem Vorteil bei der Kursentwicklung der Währungen auswirken. Denn während all jene, die auf Proof-of-Work setzen, mit einem immer größeren Imageverlust zu kämpfen haben, präsentieren Player wie etwa Polkadot langfristig für die Umwelt tragbare Lösungen.
Die Tücken im System und wie Polkadot damit umgeht
Bei Blockchains, die auf Basis des Proof-of-Work-Verfahrens arbeiten, haben die Miner die volle Kontrolle über die Chains, die sie erstellen. Die Entwickler können zwar neue Versionen ihrer Blockchain-Software veröffentlichen. Allerdings sind sie nicht dazu in der Lage, die Miner dazu zu zwingen, diese in weiterer Folge auch zu verwenden.
Hier sind Proof-of-Stake-Systeme klar im Vorteil, weil die Validierer über ihre Anteile langfristig am Erfolg des Netzwerks beteiligt sind. Deshalb sind sie auch viel eher dazu bereit, den Wünschen von anderen Beteiligten im System zuzustimmen und entsprechende Upgrades zu installieren.
Kommt es jedoch zu keiner Einigung der User, haben Proof-of-Stake-Systeme Probleme mit sogenannten Forks. Denn dadurch entwickeln sich im Grunde genommen mehrere voneinander unabhängige Systeme innerhalb der Blockchain.
Bei Polkadot ist die Geschäftslogik in der Polkadot-Blockchain gespeichert und nicht in der Validierungs-Software. Das bedeutet, die Validierer haben dadurch keinen Einfluss auf die Geschäftslogik. Deshalb kann hier das Netzwerk aufgerüstet werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass es durch die Community aufgespalten wird.
So sind die Validierer „nur“ Dienstleister und keine Autokraten, die bestimmen können, welcher Geschäftslogik Polkadot künftig folgen soll. Für die Währung bedeutet das einen enormen Vertrauensbonus unter den Haltern der Coins.
Proof-of-Stake ist deshalb nicht nur beim Energieverbrauch die bessere Wahl, sondern auch, wenn es darum geht, Probleme zu isolieren und entsprechende Lösungen dafür zu finden. Das macht es für die Zukunft zur eindeutig besseren Wahl der beiden Systeme. Davon werden mittel- bis langfristig wohl auch Kryptowährungen wie Polkadot profitieren.
- Titelbild: Bild von xresch auf Pixabay
- Bild 1: Bild von Charles R. Goodson auf Pixabay
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