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business-on.de Redaktion
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29. März 2023

Stackit & XM Cyber: Lidl-Konzern folgt Amazon ins IT-Imperium

Die Schwarz-Gruppe, Mutterunternehmen der beiden Supermarktketten Lild und Kaufland aus Heilbronn – hat offenbar eine heimliche doch massive Wende hinter sich. Seit Jahren schon wird parallel zum Lebensmittelgeschäft sowohl in einen Bildungscampus als auch in eine große Cloud-Plattform mit eigenem Rechenzentrum investiert. Zwei Standbeine also, mit denen die Schwarz-Gruppe im lukrativen IT-Business Fuß fassen will. Vorbilder sind dabei keine Geringeren als Amazon, Google und Microsoft.

Am Anfang stand der Eigennutz. Firmengründer Dieter Schwarz berichtet, man habe ursprünglich nach einer internen Cloud-Lösung gesucht, um die Online-Systeme von Lidl und Kaufland darüber laufen zu lassen. Stackit, so der Name der eigenen Plattform, die direkt ein selbstständiges Rechenzentrum mit Sitz in Deutschland vorweisen kann, stellt seinen Speicher mittlerweile auch externen Unternehmen und Verwaltungen offen.

„Das Cloud-Geschäft ist lukrativ“ – Lild-Mutterkonzern ist schon jetzt deutsche Marktführer

Ein sehr cleverer Schachzug, loben Branchenexperten. Cloud sei ein extrem lukrativer Markt mit hohen Margen. Schon Amazon sei eben diesen Schritt gegangen, indem sie anfänglich ihren Cloud-Dienst AWS als internen Hause-Speicher entwickelten, dieser aber schnell zu den meistgenutzten Diensten weltweit avancierte.

Ob dies auch das Ziel der Schwaz-Gruppe sei, verriet der Firmenchef nicht. Passend zu den vorgeführten Cyberräumen gab man sich top secret. Wie viele weitere Unternehmenskunden die Dienste von Stackit nutzen? Keine Information. Ob Schwarz durch die neue Ausrichtung den Riesen wie Amazon, Google und Microsoft Konkurrenz machen wolle? „Wenn es passiert, dann passiert es“, so Christian Müller, Chef der Schwarz-IT geheimnisvoll. Noch reiche aber das Potenzial bei weitem nicht aus. Stackit stoße an seien Grenzen, wenn es um die Abrufung von globalen Daten aus dem Ausland ginge. Allerdings zählt Schwarz bereits zu den größten deutschen Anbietern.

KI-Ökosystem: 30 Gebäude, insgesamt 12.000 Arbeitsplätze – „Raum für die schlausten Köpfe der Welt“

Weitaus größere Ziele strebt die Schwarz-Gruppe indes mit dem Bau eines eigenen Stadtteils an. Rund um die Firmenzentrale entstehen auf einem 23 Hektar großen Areal zahlreiche Institute, eine Programmschule und ein riesiger Bildungscampus. Schwerpunkt ist ein Forschungspakt für künstliche Intelligenz (KI). Die Utopia soll in circa zehn Jahren fertig gestellt sein, Platz für 30 Gebäude beinhalten und 5.000 Arbeitsplätze schaffen. Aktuell schon stellen die Bereiche Schwarz IT und Schwarz Digital bereits 7.000 Arbeitsplätze. Rolf Schumann, Digitalchef der Schwarzgruppe, spricht von einem neu geschaffenem Ökosystem. „Wir wollen die besten Köpfe nach Heilbronn holen.“

Nachteil eines so rasanten Wachstums: „Die Systeme sind so komplex geworden, dass sie nicht mehr beherrschbar sind“, sagt Schumann. Unterstützung holte man sich von einer Software des israelischen Sicherheitsexperten XM Cyber, den Schwarz Ende 2021 kaufte. Auch hier lagen die Beweggründe vormals in der Eigennutzung, bzw Eigenschutz. Doch mittlerweile bekomme man viele Anfragen seitens anderer Unternehmen. Wie viele Kunden man darüber akquirieren konnte? Ebenfalls geheimnisvolles Schweigen.

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