Rechtsformen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
2. Dezember 2022

Definition der Rechtsform: Limited

Die Ltd benötigt lediglich ein Stammkapital von mindestens einem englischen Pfund und haftet nur in der Höhe des Eigenkapitals und nicht mit dem privaten Vermögen der Gesellschafter. Nach den deutschen Rechtsformen handelt es sich bei einer Limited um eine Aktiengesellschaft (zur Aktiengesellschaft Definition) mit einem begrenzten Gesellschafterkreis.

Limited nach deutschen Vorschriften

Jedes Unternehmen mit einer gewerblichen Tätigkeit in Deutschland muss diese auch beim Gewerbeamt anmelden. Die Limited benötigt daher eine deutsche Geschäftsadresse, die beim Amt zu melden ist. Handelt es sich um eine selbstständige Zweigniederlassung in Deutschland, muss diese auch beim Handelsregister (Handelsregister Definition) eingetragen werden. Dafür hat der Geschäftsführer eine notarielle Anmeldung zu tätigen. Gründungsunterlagen und beglaubigte Übersetzungen müssen mitgeführt werden. Allerdings kann diese Eintragung zwischen drei bis acht Wochen andauern. Ist die Limited in Deutschland tätig, dann gilt hier das deutsche Recht. Nur wenn es um Streitigkeiten im Innenverhältnis geht, wird nach englischem Recht vorgegangen. Steuervorteile gibt es keine, wenn das Feld der Hauptarbeit ebenso in Deutschland liegt.

Generelle Richtlinien der Limited

Die gegründete Limited muss einen Firmensitz haben, der sich in England oder Wales befindet. Dieser ist lediglich als Postadresse zu sehen, bei der auch Verzeichnisse und Listen einsehbar sein müssen. Insgesamt benötigt man für eine solche Gründung mindestens zwei Personen, die zusammen drei Posten besetzen. Es gibt einen Aktionär oder Gesellschafter (Gesellschafter Definition), einen Geschäftsführer und einen Gesellschaftssekretär. Der Aktionär kann gleichzeitig der Geschäftsführer sein, wobei der Geschäftsführer nicht gleichzeitig der Gesellschaftssekretär sein darf. Gründet man eine solche Rechtsform, muss man auch mit dem englischen Recht vertraut sein. Nach der Gründung erfolgt auch hier die Eintragung in das englische Handelsregister. Damit diese erfolgreich abgeschlossen werden kann, benötigt man einen Gesellschaftsvertrag.

Vorteile der Ltd

  • kurze Gründungsdauer
  • Eigenkapital gering
  • Gesellschaftsform sehr transparent
  • eingeschränkte Haftung
  • englisches Recht ist firmenfreundlicher

Nachteile der Ltd

  • Steuererklärung in Deutschland
  • Jahresabschluss in England
  • Adresse und Vertreter in England müssen vorhanden sein
  • Spagat zwischen zwei Rechtssystemen

Risiken bei der Haftung

Bei einer Limited sind weder Direktoren noch Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen haftbar. In Ausnahmefällen können die einzelnen Mitglieder aber unterschiedlichen Haftungsrisiken unterliegen. Am stärksten betrifft das die Gesellschafter, die die Gesellschaft nach außen vertreten. Wenn sie mit einer Einlage beteiligt sind und nicht an der Leitung der Geschäfte teilnehmen, sind sie praktisch risikofrei. Dasselbe gilt für den Verwaltungsdirektor.

Dritten gegenüber ist die Haftung der Direktoren Dritten gegenüber in Ausnahmefällen möglich (Wrongful Trading, Fraudulent Trading). Wrongful Trading bezieht sich auf Geschäftshandlungen in Situationen, in denen eine unmittelbare Zahlungsunfähigkeit droht. Ein Straftatbestand liegt dann vor, wenn die Direktoren die Geschäfte wissentlich weitergeführt haben, ohne den Schaden der Gläubiger zu minimieren. Fraudulent Trading ist darüber hinaus auch außerhalb der Insolvenz möglich. Hierbei werden die Gläubiger durch willentliche Handlungen des Gläubigers geschädigt.

Bei einer Ltd., die in Deutschland tätig ist, gelten Haftungsrisiken gem. § 69 AO oder der §§ 34, 35 AO.

Die Limited & Co. KG

es besteht die Möglichkeit, die Limited als persönlich haftenden Gesellschafter in eine Personengesellschaft zu integrieren. In Analogie zur GmbH & Co. KG (zur GmbH & Co. KG Definition) entsteht hier eine Limited & Co. KG. Dabei beschränkt sich das Haftungsrisiko der Personen hinter der Gesellschaft auf auf das Betriebsvermögen der Limited und der Kommanditgesellschaft. Die Privatvermögen der Gesellschafter sind durch dieses Vorgehen sicher und geschützt.

Florian Weis

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Elektrosicherheit im Betrieb: Wie DGUV V3 und E-Check vor Ausfällen schützen
Personal
Elektrosicherheit im Betrieb: Wie DGUV V3 und E-Check vor Ausfällen schützen

Ohne Strom steht der Betrieb still. Ob Server im Büro, Kassen im Verkauf oder Maschinen in der Halle die heutigen Arbeitsabläufe sind stark von elektrischen Geräten abhängig. Eine zuverlässige Stromversorgung ist die absolute Basis für produktives Arbeiten. Doch wo täglich Strom fließt, entstehen oft unsichtbare Gefahren. Ein kleiner Defekt an einem Kabel oder ein unbemerkter Kurzschluss kann weitreichende Folgen haben. Ein plötzlicher Ausfall legt nicht nur die Arbeit lahm, sondern verursacht oftmals auch finanzielle Schäden. Genau hier setzt die betriebliche Elektrosicherheit an. Sie ist keine lästige Pflichtaufgabe, sondern ein wichtiger Teil des unternehmerischen Risikomanagements. Wer mögliche Gefahrenquellen im Blick behält, sorgt für sichere Abläufe und stärkt die langfristige Stabilität des gesamten Betriebs.

4 Min. LesezeitLesen
Renditeobjekt Heizungskeller: Wie sich Wärmepumpe, Sanierung und Fördermittel wirtschaftlich auszahlen
Verbraucher
Renditeobjekt Heizungskeller: Wie sich Wärmepumpe, Sanierung und Fördermittel wirtschaftlich auszahlen

Die Energieversorgung von Gebäuden rückt zunehmend in den Fokus wirtschaftlicher Überlegungen. Der Heizungskeller spielt dabei eine entscheidende Rolle für den langfristigen Werterhalt von Immobilien und Betriebsstätten. Steigende Energiekosten und veränderte gesetzliche Vorgaben machen eine vorausschauende Planung notwendig. Eine Heizungsmodernisierung ist heute kein reiner Kostenfaktor mehr. Vielmehr handelt es sich um eine strategische Investition in die wirtschaftliche Zukunft eines Gebäudes. Damit sich dieser Schritt auszahlt, ist eine genaue Kalkulation gefragt. Es gilt, die anfänglichen Ausgaben, den langfristigen Nutzen und die verfügbaren staatlichen Förderungen sorgfältig aufeinander abzustimmen.

4 Min. LesezeitLesen
Der reibungslose Standortwechsel: Ein Leitfaden für den Büroumzug ohne Betriebsunterbrechung
Business
Der reibungslose Standortwechsel: Ein Leitfaden für den Büroumzug ohne Betriebsunterbrechung

Ein neues Büro ist für jedes Unternehmen ein wichtiger Schritt. Oft wächst das Team, es werden modernere Arbeitsflächen benötigt oder die internen Abläufe haben sich gewandelt. Ein solcher räumlicher Wechsel bringt stets frische Impulse für den Arbeitsalltag. Gleichzeitig gibt es dabei eine spürbare Herausforderung: Der normale Geschäftsbetrieb muss reibungslos weiterlaufen. Ein stillstehender Betrieb kostet Geld, verzögert laufende Projekte und beeinträchtigt den gewohnten Service für die Kundschaft. Die Erreichbarkeit muss zu jedem Zeitpunkt gesichert sein. Das Ziel ist es daher, den Umzug so zu gestalten, dass die tägliche Arbeit nicht unterbrochen wird. Das gelingt mit einer durchdachten Vorbereitung und einer klaren Struktur. Wer im Vorfeld die richtigen logistischen und organisatorischen Schritte plant, meistert den Wechsel an den neuen Standort sicher und entspannt, ohne dass das Kerngeschäft darunter leidet.

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite