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12. November 2018

Ein Beruf am Puls der Zeit: Ausbildung zum Uhrmacher

Ausbildungsinhalte und Berufsbild

Die Ausbildung zum Uhrmacher dauert in der Regel 3 Jahre. Während dieser Zeit erlangt der Auszubildende umfangreiche Kenntnisse über den Aufbau und die Funktionsweise von Uhren unterschiedlichster Herstellungsart.

Ein erster wichtiger Ausbildungsteil ist dabei die handwerkliche und industrielle Herstellung von Uhren und anderen Zeitmessgeräten. Eine erste Pendeluhr wird bereits im ersten Lehrjahr gefertigt. Im zweiten Lehrjahr schließt sich dann die Quarzuhr an. Im dritten Lehrjahr schließlich folgt die Arbeit am Chronographen.

Neben der Herstellung von Uhren lernen Auszubildende auch, wie sie verschiedene Zeitmessgeräte prüfen, warten und reparieren. Dazu gehören unter anderem Tätigkeiten wie die folgenden:

  • Batterien wechseln
  • Armbänder befestigen
  • Gehäuse reinigen mit Chemikalieneinsatz
  • Umgang mit Mikroskop und Werkzeug
  • Herstellung von Maschinengravuren
  • Messen von Spannung, Strom und Widerstand

Im Rahmen der theoretischen Ausbildungen lernen Auszubildende die Geschichte des Uhrmacherhandwerks, aber auch kaufmännische Grundlagen kennen. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussprüfung mit einem zweigeteilten praktischen und einem schriftlichen Teil, in dem die erworbenen Kenntnisse abgeprüft werden.

So vielfältig wie die Ausbildungsinhalte sind auch die beruflichen Möglichkeiten. Wer sich mehr auf die Wartung und Instandsetzung von Uhren spezialisieren will, entscheidet sich für die Arbeit in Reparatur- und Service-Werkstätten. Findet man hingegen eher Freude am Umgang mit Kunden, empfiehlt sich eine Tätigkeit im Einzelhandel, wo Verkauf und Beratung im Mittelpunkt stehen. Zu guter Letzt besteht auch die Möglichkeit, in der industriellen Fertigung tätig zu werden.

Während ihrer beruflichen Tätigkeit bieten sich Uhrmachern viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Hier sind zum Beispiel die Bereiche Gold- und Silberschmiedetechnik, Edelsteinbearbeitung, Elektronik, Verkaufskunde und Arbeitsschutz zu nennen. Weiterhin sind Aufstiegsweiterbildungen zum technischen Fachwirt, zum Uhrmachermeister, zum Betriebsassistenten im Handwerk und ein Fachstudium in der Mikromechanik möglich.

Welche Eigenschaften sollte ein Auszubildender mitbringen?

Wer sich um eine Ausbildung zum Uhrmacher bewerben will, sollte einige Voraussetzungen mitbringen. Zunächst einmal wird von vielen Betrieben die Mittlere Reife gefordert.

Darüber hinaus müssen Interessenten vor allem Fingerspitzengefühl und handwerkliches Geschick mitbringen. Als Uhrmacher arbeitet man die meiste Zeit über mit sehr kleinen und empfindlichen Teilen, die millimetergenau justiert werden müssen. Da die Arbeit an einem Werkstück dabei nicht selten Stunden, Tage oder sogar Wochen erfordert, sind weiterhin Geduld und eine gut ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit vonnöten. In diesem Zusammenhang wird auch oft darauf geachtet, ob der Interessent Allergien gegen Metalle oder Chemikalien hat.

Weiterhin sind für eine umfassende Eignung einige Vorkenntnisse empfehlenswert. Auszubildende sollten ein grundlegendes Verständnis physikalischer Vorgänge mitbringen und in den Bereichen Werken und Technik bereits einige Erfahrung gesammelt haben. Für einige Arbeitsbereiche sind auch Computerkenntnisse vorteilhaft. Das gilt etwa für den industriellen Bereich, wo es um die Steuerung von Maschinen und um die Überwachung der Produktion geht.

Worauf sollte man bei einer Bewerbung zum Uhrmacher achten?

Wenn man sich als Uhrmacher bewirbt, sollte man in seinem Bewerbungsschreiben bereits einige Referenzen einbinden, die mit dem Berufsbild in Verbindung stehen. Es empfehlen sich Verweise auf Bereiche, in denen man seine Präzision und sein Geschick unter Beweis stellen musste. Gerne werden hier zum Beispiel Erfahrungen im Modellbau oder Praktika im Juwelierbereich hervorgehoben. Wer eine Ausbildung zum Uhrmacher anstrebt, sollte sich entsprechend schon einige Zeit vorher um Tätigkeiten in entsprechenden Bereichen bemühen.

Gute Chancen können auch Interessenten haben, die vor einem Studienabbruch in einem technischen Fach gelernt haben. In Physik-Studiengängen oder verwandten Bereichen gesammelte Kenntnisse sollten deshalb auf jeden Fall angesprochen werden.

Wo gibt es Ausbildungsplätze?

Ausbildungen zum Uhrmacher sind in den meisten Betrieben möglich, in denen das Uhrmacherhandwerk ausgeübt wird. Dazu gehören Reparaturwerkstätten, Betriebe der Uhrenindustrie und Uhrmacherschulen. Eine mögliche Anlaufstelle ist beispielsweise die Ausbildung zum Uhrmacher bei Wempe-Karriere.

In vielen Fällen handelt es sich um eine duale Ausbildung, die sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb erfolgt. Alternativ kann man das Handwerk aber auch in spezialisierten Berufsfachschulen erlernen, in denen jedes Jahr freie Ausbildungsstellen angeboten werden.

Die Verdienstmöglichkeiten während und nach der Ausbildung

Die Vergütung während der Ausbildung ist gestaffelt. Üblicherweise bewegt sie sich in folgendem Rahmen:

  • 1. Ausbildungsjahr: 850 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 900 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 980 Euro

Je nach Branche, Region und Betrieb kann es auch mehr sein. So verdienen manche Auszubildende im ersten Lehrjahr bereits über 1.000 und im dritten Lehrjahr fast 1.200 Euro.

Wie viel man nach der Ausbildung als Uhrmacher verdient, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. In der metallverarbeitenden Industrie gehören beispielsweise viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber der IG Metall an. In diesem Fall richtet sich das Gehalt nach den ausgehandelten Tarifverträgen. Welcher Tarifpartner für Ihre Region zuständig ist, erfahren Sie in der Handwerkskammer, Innung, dem Berufsverband oder der Arbeitsagentur vor Ort. Wenn Sie beispielsweise an einer Ausbildung bzw. einer Anstellung in Berlin interessiert sind und sich informieren wollen, können Sie sich an die Uhrmacher-Innung Berlin – Frankfurt/Oder – Potsdam wenden.

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