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business-on.de Redaktion
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12. Dezember 2018

Interview Oliver Kraft von der sologics GmbH

business-on.de: Hallo Oliver! Schön, dass du da bist.

Oliver Kraft: Freut mich, hier zu sein.

business-on.de: Wenn man von E-Commerce spricht, ist ja immer häufiger auch von künstlicher Intelligenz die Rede. Was denkst du, welche Rolle sie 2019 im E-Commerce spielen wird?

Oliver Kraft: Die Rolle von KI wächst und neben guten Lösungen für die Suche entlastet KI bereits in vielen Shops den Kundenservice und stellt rund um die Uhr einen intelligenten virtuellen Ansprechpartner als Chat-Bot für den Shop-Besucher bereit. In der Auswertung dieser Anfragen und anderer Kundenfeedbacks kann KI ebenfalls Handlungsempfehlungen geben, um die Customer Journey effektiver und gewinnbringender zu gestalten.

business-on.de: Und welche Auswirkungen wird die Weiterentwicklung des E-Commerce auf den stationären Handel haben?

Oliver Kraft: Insbesondere die großen Plattformen wir Amazon, Zalando und Co. haben unser Einkaufsverhalten bereits nachhaltig verändert. Deren digitale Schnittstellen werden immer omnipräsenter und wir gewöhnen uns immer mehr an den digitalen Einkauf per Klick.

Zudem kann das Kundenverhalten online in Echtzeit ausgewertet werden. KI wird hier künftig noch stärkere Möglichkeiten bieten, auf dieses Kundenverhalten einzugehen und die passenden Inhalte zur Verfügung zu stellen. Sobald 3-D Kameras in den Mobiltelefonen Einzug gehalten haben und es zuverlässige Lösungen für die virtuelle Anprobe gibt, werden die stationären Händler weiter unter Druck geraten.

business-on.de: Wie schätzt du die Bedeutung von Blockchain im E-Commerce ein?

Oliver Kraft: Viele Projekte, die auf der Blockchain basieren, sind noch in der Testphase, aber das Potential ist unbestritten da. „Smart Contracts“ sind ein praxisnaher Ansatz, mit dem die Blockchain so genutzt werden kann, dass sich Verträge sowohl abbilden als auch automatisiert abwickeln lassen. Es wird aber wohl noch etwas Zeit vergehen, bis alle rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sind und die Verbraucherakzeptanz ausreicht.

business-on.de: Spielt sich der Einkauf in Zukunft mehr Mobile oder am Desktop-PC ab?

Oliver Kraft: Weder noch. Die nächste Evolutionsstufe beschränkt sich nicht mehr auf die beiden Kategorien Mobile und Desktop. Alltagsgegenstände, Maschinen und Geräte sind bereits heute vielfach smart, vernetzt und können Transaktionen auslösen. Darüber hinaus werden Sprachassistenten immer besser und akzeptierter. In Zukunft benötigt ein Shop-Betreiber also deutlich mehr als nur ein responsives Frontend.

business-on.de: Welche Shop-Optimierungen sollte man in den kommenden Jahren nicht versäumen?

Oliver Kraft: Ambitionierte Betreiber sollten die Weichen für die Zukunft stellen und auf API-first Systeme sowie die konsequente Trennung von Frontends für die visuelle Ausgabe und Backends mit der Business-Logik setzen. Durch diese Entkoppelung entsteht die Möglichkeit neue Touchpoints aufzubauen, ohne jedes Mal Logik nachbauen zu müssen. So können zum Beispiel eine App, ein Online-Shop und eine Voice Anwendung als separate Kontaktpunkte entstehen, sich aber dennoch eine gemeinsame Geschäftslogik teilen. Das macht die künftige Entwicklung effizient und vor allem schnell.

business-on.de: Wie könnten künftige IoT-Konzepte im E-Commerce aussehen?

Oliver Kraft: Es gibt bereits eine Reihe von IoT-Anwendungen wie beispielsweise Regale, die sich selbst auffüllen, wenn eine integrierte Waage feststellt, dass das Gewicht der verbleibenden Artikel unter dem Mindestbestand liegt. Maschinen die ihren Wartungsbedarf vorhersehen und Wartungsmaterial und Servicetechniker selbständig bestellen sowie nutzungsbasierte Abrechnung für Equipment-as-a-Service-Geschäftsmodelle sind hier weiterhin zu nennen.

business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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