Aktuell·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
7. April 2021

Siegener Einzelhändler: Uni ein Gewinn für die Innenstadt

Siegen/Olpe. „Vom Grundsatz her kann man überhaupt nichts dagegen haben, dass zwei weitere Fakultäten der Universität in die Siegener Innenstadt ziehen.“ Daran lässt Michael Schreiber keinen Zweifel. Der geschäftsführende Gesellschafter des gleichnamigen Siegener Schuhhauses bezieht sich damit auf einige Kommentare in den sozialen Netzwerken und Leserbriefen, die sich in der jüngeren Vergangenheit kritisch mit dem Projekt „Uni in die Stadt“ auseinandersetzten. „Der gesamte Handel und auch die Gastronomie leiden derzeit Corona-bedingt unter enormen Frequenzrückgängen“, zeigt er auf. „Hier sollten alle froh sein, dass wir bereits jetzt durch die Fakultät III auf dem Campus Unteres Schloss knapp 5.000 zusätzliche Menschen – nicht nur Studierende – in der Innenstadt haben, auch wenn sie in der Regel als nicht sonderlich zahlungskräftig gelten: Sie werden nach Corona dazu beitragen, Handel und Gastronomie wieder zu beleben.“

„Das Angebot im Einzelhandel verjüngt sich“, freut sich Thomas Weissner, geschäftsführender Gesellschafter der Leder Jaeger GmbH in Siegen. „Durch Studierende und Absolventen ergeben sich auch neue, kreative Geschäftsmodelle im Handel, in der Gastronomie und im Dienstleistungssektor, die sich durchaus auch in der Innenstadt ansiedeln können.“ „Vorher war diese Klientel doch fast nur auf dem Haardter Berg“, erinnert Wolfgang Keller, geschäftsführender Gesellschafter der Autohaus Keller GmbH & Co. KG und Vorsitzender des Einzelhandelsausschusses der IHK Siegen. „Nach Vorlesungsschluss oder Feierabend stiegen sie in ihre Autos, die Busse oder die Bahn und waren verschwunden“, spielt er auf die hohe Pendlerquote der Uni an. „Jetzt sind Universitätsangehörige in der Innenstadt bzw. kommen noch hierher. Und sie konsumieren hier.“ Das werde sich durch den Zuzug der Fakultäten I und II im Quartier Friedrichstraße bzw. Löhrtor noch verstärken. „Man spricht von mindestens 13.000 Menschen. Das sorgt für eine lebendige Innenstadt, von der alle profitieren. Ein super Projekt!“

Dass diese Vielzahl von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Universität die Innenstadt auch irgendwie erreichen muss, sei klar, so die einhellige Meinung. „Das Thema Verkehrsentwicklung haben wir seit Jahren auf der Agenda“, ordnet Thiemo Brinkmann, Vorsitzender der ISG Oberstadt, ein. Ein auf die Zukunft ausgerichtetes Gesamtkonzept sei jetzt ganz wichtig. Das könne man aber nicht aus dem Hut zaubern. Er ist sich sicher: „Die Stadt wird schon bald ein ausgereiftes Konzept vorstellen, das auch das Thema Parkraum beinhaltet, um diese Riesenchance ‚Uni in die Stadt‘ erfolgreich umsetzen zu können. Die ISG steht jedenfalls voll dahinter.“

„Wir alle wollen doch am liebsten mit unseren Autos bis zur Ladenkasse fahren“, äußert sich Michael Schreiber. „Klar, Individualverkehr und Parken gehören zu dem urbanen Stadtleben eines Oberzentrums dazu.“ In größeren Universitätsstädten mit einem eng getakteten ÖPNV sei vielen Studierenden das Thema Auto überhaupt nicht mehr wichtig, ergänzt Thomas Weissner, ebenfalls Mitglied im IHK-Einzelhandelsausschuss: „Da müssen wir auch hinkommen.“ Im Prinzip sei alles gut, was die Innenstadt verdichte und das Oberzentrum stärke, fasst er zusammen. Dazu gehöre natürlich auch eine ansprechende, nicht zu einheitliche und nicht zu hohe Architektur. Thomas Weissner: „Siegen heißt doch gewinnen. Mit dem Projekt ‚Uni in die Stadt‘ kann man nicht verlieren.“

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Präzision im Fokus: wie moderne Laserbeschriftung Industrie und Mittelstand beflügelt
    Wirtschaft
    Präzision im Fokus: wie moderne Laserbeschriftung Industrie und Mittelstand beflügelt

    In der heutigen Industriewelt ist ein Produkt ohne Kennzeichnung fast undenkbar geworden. Ob es sich um eine winzige Schraube in einem Flugzeugtriebwerk, ein medizinisches Skalpell oder ein einfaches Bauteil aus dem Maschinenbau handelt jedes Teil benötigt heute eine Identität. Diese Identität sorgt nicht nur für Ordnung im Lager, sondern ist das Fundament für Sicherheit und Vertrauen. Früher reichten oft einfache Aufkleber oder Tintenstrahlaufdrucke aus, um Informationen zu vermitteln. Doch die Anforderungen sind gestiegen. In einer Zeit von globalen Lieferketten und strengen gesetzlichen Vorgaben muss eine Kennzeichnung mehr können: Sie muss extremen Temperaturen trotzen, Chemikalien standhalten und auch nach Jahrzehnten noch perfekt lesbar sein. Genau hier setzt die Laserbeschriftung an. Sie hat sich von einer teuren Nischentechnologie zu einem echten Allrounder für den Mittelstand entwickelt. Anstatt Material aufzutragen, verändert der Lichtstrahl die Oberfläche des Werkstücks direkt. Das Ergebnis ist ein digitaler Fingerabdruck, der so dauerhaft ist wie das Produkt selbst.

    5 Min. LesezeitLesen
    Vom Manager zum Leader: warum externe Impulse den Mittelstand erfolgreicher machen
    Wirtschaft
    Vom Manager zum Leader: warum externe Impulse den Mittelstand erfolgreicher machen

    Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, doch dieses Rückgrat muss derzeit enorme Lasten tragen. Digitalisierung, der Wandel der Arbeitswelt und ein immer schärfer werdender Fachkräftemangel setzen Unternehmen unter Druck. In vielen Betrieben zeigt sich dabei ein deutliches Muster: Was früher funktionierte, greift heute oft nicht mehr. Starre Hierarchien und das klassische „Ansagen und Abarbeiten“ stoßen bei modernen Teams auf Widerstand und bremsen die nötige Agilität aus. Führung im Mittelstand bedeutet heute nicht mehr nur, Prozesse zu steuern und Zahlen zu kontrollieren. Es geht vielmehr darum, Menschen zu begeistern, Talente zu binden und in einem dynamischen Marktumfeld handlungsfähig zu bleiben.

    5 Min. LesezeitLesen
    Der unsichtbare Motor: wie Unternehmen durch externe Lohnbuchhaltung an Fahrt gewinnen
    IT & Software
    Der unsichtbare Motor: wie Unternehmen durch externe Lohnbuchhaltung an Fahrt gewinnen

    Der Alltag in einem Unternehmen gleicht oft einem Uhrwerk, in dem viele Rädchen perfekt ineinandergreifen müssen. Doch während die Geschäftsführung eigentlich neue Ideen entwickeln und das Wachstum vorantreiben möchte, bremsen bürokratische Aufgaben den Betrieb oft aus. Besonders die monatliche Lohn- und Gehaltsabrechnung erweist sich dabei als echter Zeitfresser. Sie ist eine jener Aufgaben, die im Hintergrund lautlos funktionieren müssen, aber bei kleinsten Fehlern für großen Ärger sorgen können. Monat für Monat stehen Verantwortliche vor demselben Berg aus Arbeit: Enge Fristen müssen eingehalten, neue Gesetze beachtet und Berechnungen fehlerfrei durchgeführt werden. Das bindet wertvolles Personal und kostet Nerven, die an anderer Stelle viel dringender gebraucht werden.

    4 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite
    Siegener Einzelhändler: Uni ein Gewinn für die Innenstadt | business-on.de