Bausparvertrag

Inhaltsverzeichnis:

Ist die Vertrag lich festgelegte Summe erreicht, erhält der Bausparer das Anrecht auf ein Darlehen über den Rest der Summe. Dabei profitiert er von besonders günstigen Darlehens- und Sparzinsen, die sich über die Jahre ansammeln. Die Darlehenszinsen werden durch eine Provision von 1 – 3 Prozent abgemildert, die während des Vertragsschlusses anfallen.

Der Bausparprozess untergliedert sich in drei Phasen.

Die Sparphase

In dieser Phase wird die vertraglich festgelegte Summe zum vereinbarten Prozentsatz angespart. Die meisten Menschen zahlen dabei monatlich zwischen 3 und 10 Promille der gesamten Bausparsumme. Zahlungshöhe und -häufigkeit können individuell festgelegt werden. Verweigert oder versäumt der Bausparer die Einzahlung, ist die Bausparkasse berechtigt, seinen Vertrag zu kündigen.

Die Bausparkasse gründet auf dem Kollektivgedanken. Da monatlich alle Bausparer einzahlen, aber nur wenige ausgezahlt werden, hat die Bausparkasse immer genügend Kapital zur Verfügung.

Die Zuteilungsphase

An die Sparphase schließt sich die Zuteilung an. Die Bausparkasse zahlt dem Bausparer sein Guthaben und das Darlehen zuzüglich Zinsen aus. Wann die Voraussetzungen für die Zuteilungsreife erfüllt sind, ist in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) festgeschrieben. Sie variieren je nachdem, um was für eine Bausparkasse und was für einen Tarif es sich handelt. Üblicherweise beziehen sich die Voraussetzungen auf die folgenden Punkte:

  • Das Mindestguthaben: Erst wenn das Bausparguthaben einen bestimmten Prozentsatz der Gesamtsumme erreicht hat, kann das Darlehen ausgezahlt werden. Meistens liegt es bei 40 – 50 Prozent.
  • Die Mindestvertragslaufzeit: Hier ist der frühestmögliche Zuteilungstermin festgelegt.
  • Die Mindestbewertungszahl: Diese Bewertung muss für eine Zuteilung mindestens erreicht werden.

Wesentliches Kriterium für die Zuteilung sind die Bewertungszahlen. An festgelegten Stichtagen werden sie berechnet und geordnet. Bei der Zuteilung hat immer der Bausparvertrag mit dem höchsten Wert den Vorrang. Die Zahl errechnet sich aus den eingezahlten Beiträgen, den Zinsen und der Vertragslaufzeit. Früher waren die Bewertungsstichtage immer am Quartalsende. Heute ist eine monatliche Beurteilung üblich.

Die Darlehensphase

Als Letztes folgt die Darlehensphase. Im Rahmen der Zuteilung erhält der Bausparer den Vertrag, der zur vollständigen Vertragssumme fehlt, als Bauspardarlehen. Er kann von diesem Zeitpunkt an über die volle Bausparsumme verfügen. Der Darlehensnehmer zahlt den Darlehenszins zu einem vorher vereinbarten Zins ab. Dieser ist unabhängig von den aktuellen Zinsen auf dem Finanzmarkt.

Während der Darlehensphase ist der Bausparer verpflichtet, das Darlehen zu tilgen. Er kann dies jederzeit vollständig oder in Raten tun. Anders als bei Banken muss er keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.

Bei Bauspardarlehen handelt es sich um Annuitätendarlehen, die zu eine festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit getilgt werden. Je nach Tarif beträgt die Tilgung am Anfang zwischen 0,2 und 0,9 Prozent im Monat. Es besteht die Möglichkeit, die Darlehen durch eine Risikolebensversicherung abzusichern. Dabei zahlt der Versicherer die offenen Darlehensbeträge im Falle des Todes an die Bausparkasse zurück. Die Kosten für die Versicherung übernimmt der Bausparer. Sie sind im Effektivzins ausgewiesen. Darüber hinaus kann man das Risiko eines vorzeitigen Todesfalls über die Abtretung einer Lebensversicherung abzufangen.

Ist der Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif, bieten Bausparkassen die Möglichkeit einer Zwischenfinanzierung über ein Vorausdarlehen an.

Anwendungsgebiete

Gemäß § 1 Abs. 3 des Bausparkassengesetzes (BauSparkG) kann ein Bauspardarlehen für folgende Zwecke genutzt werden:

  • Errichtung, Beschaffung, Erhaltung und Verbesserung von Gebäuden und Wohnungen, die überwiegend zu Wohnzwecken genutzt werden.
  • Erwerb von Bauland und Erbbaurechten
  • Erschließung und Förderung von Wohngebieten
  • Ablösung von Verbindlichkeiten

Kritik an Bausparverträgen

Ein Problem besteht darin, dass der Zuteilungspunkt im Vertrag nur geschätzt, aber nicht garantiert werden kann. Das kann zu monatelangen Wartezeiten führen. In einem Umfeld niedriger Zinsen relativiert sich dieses Problem allerdings, da die Kunden Wartezeiten durch Vor- und Zwischenfinanzierungen ausgleichen können. Dabei gibt es allerdings auch Nachteile. Da die Zinsen des Bausparvertrags unabhängig vom Kapitalmarkt festgelegt werden, sind ältere Verträge mit hoher Verzinsung mitunter nicht mehr profitabel.

Von Seiten des Verbraucherschutzes wurde häufiger Kritik darüber laut, dass sich Bausparer wegen der niedrigen Darlehenszinsen günstig Geld (zur Geld Definition) leihen können, das aber mit geringen Guthabenzinsen einhergeht. Da die Zinsen oft so niedrig sind wie die des Darlehens, machen Bausparer in den ersten Jahren häufig Verluste.

Christian Weis

Teilen:
Weitere Artikel
Produktivität trifft Design: Der Weg zur optimalen Büroeinrichtung
Arbeitsleben
Produktivität trifft Design: Der Weg zur optimalen Büroeinrichtung

Das Büro hat sich im Laufe der Zeit spürbar gewandelt. Es ist heute weit mehr als nur ein Raum mit Schreibtischen. Vielmehr dient es als wichtiger Ort für den fachlichen Austausch und für konzentriertes Arbeiten. Die Wahl der passenden Einrichtung spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Dabei geht es um weit mehr als um rein optische Fragen. Gut geplante Räume und sorgfältig ausgewählte Möbel wirken sich messbar auf das Wohlbefinden und die tägliche Arbeitsleistung aus. Somit ist eine kluge Entscheidung bei der Büroausstattung stets auch ein strategischer Schritt für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens.

3 Min. LesezeitLesen
Die Kunst der strategischen Erholung: Wie Unternehmer langfristig leistungsfähig bleiben
Wirtschaft
Die Kunst der strategischen Erholung: Wie Unternehmer langfristig leistungsfähig bleiben

Das Bild vom unermüdlichen Gründer, der Tag und Nacht am Schreibtisch sitzt, hält sich in der Wirtschaftswelt hartnäckig. Ständige Erreichbarkeit und ein voller Terminkalender gelten oft noch als Maßstab für berufliches Engagement. Doch dieser Dauerbetrieb fordert auf lange Sicht einen spürbaren Preis. Wer ein Unternehmen leitet, trägt viel Verantwortung, und genau das verbraucht tägliche Ressourcen. Erholung ist deshalb kein Luxus und erst recht kein Zeichen von mangelnder Disziplin. Vielmehr handelt es sich um eine sachliche Notwendigkeit im Arbeitsalltag. Die eigenen Energiereserven müssen genauso aufmerksam verwaltet werden wie die Finanzen des Betriebs.

4 Min. LesezeitLesen
Immobilienverkauf mit Weitblick: Die essenziellen Schritte für Eigentümer
Verbraucher
Immobilienverkauf mit Weitblick: Die essenziellen Schritte für Eigentümer

Der Verkauf einer Immobilie ist ein bedeutendes finanzielles Vorhaben. Oft sind die Räume mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden, was den Abschied verständlicherweise schwer macht. Doch genau diese Gefühle können den Blick auf die sachlichen Aspekte des Verkaufs verstellen. Wer ein Haus oder eine Wohnung erfolgreich auf dem Markt anbieten möchte, sollte das Vorhaben als geschäftliches Projekt betrachten. Die Bedingungen auf dem Immobilienmarkt verändern sich stetig. Rahmenbedingungen wie Zinsen schwanken, und auch die Erwartungen der Käuferseite passen sich den neuen Gegebenheiten kontinuierlich an. In einem solchen Umfeld ist ein klarer Fahrplan entscheidend für den Erfolg. Eine gründliche Vorbereitung schützt vor unerwarteten Hürden und sorgt für einen ruhigen, geordneten Ablauf bis zur Schlüsselübergabe.

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite