Finanzen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
24. März 2022

Digitalisierung in der Versicherungsbranche

Digitalisierung – Warum jetzt?

Für Versicherungen gilt es nicht länger, lediglich bereits erfolgte Schäden zu verwalten und abzuwickeln. Langfristiger Erfolg wird durch Prävention und Flexibilität gesichert. Zudem geraten die gesammelten Datenmengen mehr und mehr in den Fokus von Hackern und Cyberattacken.

Mithilfe der Digitalisierung und dem Einsatz neuester Informationstechnologie kann es etablierten Versicherern gelingen, den Marktanforderungen Stand zu halten und zugleich das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.

Neben der positiven Einflüsse auf den Kunden wirken sich die Maßnahmen auch in Form von Kostensenkungen und Prozessoptimierungen auf die interne Struktur aus.

BiPro als Katalysator

Bereits vor über 15 Jahren wurde die brancheninitiative Prozessoptimierung (BiPro EV) gegründet. Ihr oberstes Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Versicherern und Maklern zu vereinfachen, einheitliche Prozesse sowie Schnittstellen zu schaffen.

Hinter der Initiative stecken eine Vielzahl von Versicherungsunternehmen und Hersteller von Maklerprogrammen. Gemeinsam werden Normen definiert und etabliert, welche die unternehmensübergreifenden Prozesse nachhaltig digitalisieren sollen.

Eine der bekanntesten Normen ist die Norm 430 .0. Mit den gesellschaftsübergreifenden Postfächern wurde der Schriftverkehr zu den Maklern, aber auch zu den Endkunden effizient automatisiert. Innerhalb einer Oberfläche werden Dokumente, Policen und sonstiger Schriftverkehr unabhängig von den verschiedenen Portalen abgewickelt.

Mit Data Analytics die Basis schaffen

Daten sind das Herzstück einer jeden Versicherung. Bleiben sie ungefiltert, sind sie nahezu wertlos. Im Zuge der Digitalisierung und Big Data werden viele Ressourcen in den Bereich Data Analytics investiert. Diese Abteilung hat zur Aufgabe, die Daten nutzbar zu machen.

Aus ihnen sollen Entscheidungsvorlagen und Risikoanalysen erstellt und Vertrags- und Schadensdaten analysierbar gemacht werden. Jedoch ist die bisherige Systemlandschaft sehr heterogen aufgebaut, sodass zunächst Schnittstellen zwischen den Systemen geschaffen werden müssen.

Big Data ist aus verschiedenen Blickwinkeln zukunftsweisend. Eine funktionierende Software ist in der Lage anhand von wiederkehrenden Mustern Betrugsfälle frühzeitig zu erkennen und Alarm zu schlagen. Der Abgleich von Datenbanken und eine automatische Bilderkennung erhöhen die Sicherheit.

Zum anderen kann die Preisgestaltung dynamischer und individueller auf den Kunden zugeschnitten erfolgen. Indem die bisherige Versicherungshistorie analysiert wird, ist es möglich diesen in verschiedene Risiko- oder Schadensklassen einzustufen.

Nicht zuletzt profitieren auch die Kunden von dem Einsatz künstlicher Intelligenz und der Datenanalyse. Der Aufwand für die manuelle Bearbeitung von Anfragen sinkt, was die Reaktionszeit erhöht. Versicherungen können wesentlich proaktiver handeln und einen wirklichen Mehrwert liefern.

Der Fokus auf mobile Services

Die Art wie Kunden agieren hat sich im Zeitalter der digitalen Transformation stark verändert. Statt Beratungsgespräche in angestaubten Büros sind Videocalls gefragt wie nie. Kurze Wege zur Kontaktaufnahme wie über einen Chatbot mit künstlicher Intelligenz oder sogar mobile Chatprogramme revolutionieren den Markt. Der Dreh- und Angelpunkt ist das eigene Smartphone.

Viele Startups haben dies erkannt und agieren als rein digitale Versicherer. Es gilt, alle vorhandenen Geschäftsdaten und Prozesse in userfreundliche, digitale Produkte umzuwandeln. Die Makler erhalten eine Übersicht aller Tarife, Prämien und Sonderdienstleistungen. Mit dieser und einem Tablet können sie Verbraucher ebenso fachgerecht beraten, wie zuvor.

Kunden können mit einem Klick ihre Verträge einsehen und rechtsgültig unterzeichnen. Doch das Privatkundengeschäft denkt noch weiter. Bestandskunden können dank der digitalisierten Prozesse Rechnungen herunterladen, Schadensmeldungen einreichen und Angebote vergleichen.

Die Zukunft hält viele Änderungen für die Versicherungsbranche bereit. Virtual Reality und innovative Software ermöglichen die Rekonstruktion von Unfällen, die Speicherung von sensiblen Vertragsdaten auf der Blockchain öffnet den Markt für virtuelle Währungen und das sensorgesteuerte Internet der Dinge gibt nie dagewesene Einblicke in das Verhalten der Verbraucher.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Wie verdienen Influencer ihr Geld – das echte Geschäft
    Influencer
    Wie verdienen Influencer ihr Geld – das echte Geschäft

    Influencer*innen verdienen ihr Geld vor allem über bezahlte Markenkooperationen. Dazu kommen Affiliate-Marketing, direkte Plattformvergütung, Abo- und Fan-Modelle sowie eigene Produkte. Die wichtigste Säule sind die Sponsored Posts auf Social Media. Wer verstehen will, wie Influencer ihr Geld verdienen, sollte nicht bei der Aufzählung der Einnahmequellen stehen bleiben. Entscheidend ist, wie viel vom Bruttoumsatz nach Provisionen, Kosten und Abgaben netto übrig bleibt und wie stark das Einkommen schwankt. Das Wichtigste im Überblick Bezahlte Kooperationen mit Unternehmen sind die wichtigste Einnahmequelle von Influencer*innen, gefolgt von Affiliate-Marketing und eigenen Produkten.

    10 Min. LesezeitLesen
    App programmieren lassen: Kosten, Verträge, Partnerwahl
    Ratgeber
    App programmieren lassen: Kosten, Verträge, Partnerwahl

    Wer eine App programmieren lassen möchte, steht zuerst vor einer breiten Preisspanne. Je nach Weg, ob Freelancer, App Agentur, Offshore-Team oder Eigenentwicklung, und je nach Komplexität liegen die Ausgaben grob zwischen wenigen tausend und über 80.000 Euro. Doch der Preis ist nur die halbe Entscheidung. Wirklich sicher wird eine Beauftragung erst durch drei Faktoren, die kaum ein Anbieter offen anspricht. Das sind der passende Vertrag, klar geregelte Nutzungsrechte am Quellcode und eine seriöse Bewertung des Entwicklungspartners. Das Wichtigste im Überblick Je nach Weg und Komplexität kostet es zwischen mehreren tausend und über 80.000 Euro, eine App entwickeln zu lassen.

    12 Min. LesezeitLesen
    ALG 1 Zuverdienst – was 2026 gilt
    Ratgeber
    ALG 1 Zuverdienst – was 2026 gilt

    Wer Arbeitslosengeld I bezieht, darf 2026 monatlich bis zu 165 Euro aus einem Nebenjob behalten, ohne dass das Arbeitslosengeld gekürzt wird. Voraussetzung ist, dass die wöchentliche Erwerbstätigkeit unter 15 Stunden bleibt. Jeder Euro oberhalb der Hinzuverdienstgrenze wird vollständig vom ALG I abgezogen. Die Regeln wirken auf den ersten Blick einfach, haben aber konkrete Fehlerquellen bei Anrechnung, Meldepflichten und Steuer, die zu Rückforderungen führen können. Dieser Guide erklärt die Anrechnungsmechanik mit Beispielrechnung, zeigt Möglichkeiten zur Erhöhung des Freibetrags und hilft beim Widerspruch gegen fehlerhafte Bescheide. Die Kurzversion 165 Euro monatlicher Freibetrag auf den Nebenverdienst bei ALG-I-Bezug.

    Lesen
    Zur Startseite