Aktuell·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
23. Oktober 2018

Suzanne Grieger-Langer: So entlarven Sie Psychopathen schon im Bewerbungsgespräch

Der Begriff des Psychopathen ist weithin geläufig: Man verbindet damit zwielichtige Gestalten in Film und Fernsehen, die etwa als Serienmörder ganze Scharen von Ermittlern auf Trab halten, bevor sie in einem rasanten Finale festgesetzt und ihre perfiden Machenschaften gestoppt werden können. Nur die wenigsten Menschen wissen aber, dass uns Psychopathen ganz konkret auch im Alltag begegnen: Nicht als Gewalttäter im eigentlichen Sinne, wohl aber mit der gleichen kriminellen Energie: Psychopathen – egal ob im Privaten oder im Beruf – geht es darum, ihre persönlichen Ziele zu erreichen, und zwar ohne Mitleid, Rücksicht oder Reue. Wer verhindern will, einen Psychopathen für einen wichtigen Posten anzuheuern oder – so dies versehentlich schon geschehen ist – diesem eine sensible Aufgabe anzuvertrauen, muss wissen, wie dieser tickt.

Ein Psychopath kommt ohne emotionalen Link im Gehirn zur Welt – sein

Gefühlsapparatur steht quasi ab Werk auf „Off“. Weil Gefühle bekanntlich viel Stress machen können, lässt der Psychopath diese Einstellung sehr bewusst so, wie sie ist. Damit ist er im Geschäftsleben klar im Vorteil. Ein Psychopath ist zu allererst ein Eindrucksmanager: Er steuert gezielt den Eindruck, den andere von ihm haben sollen. Ganz anders sieht dies bei den Aufgaben aus, die ihm im Job zugewiesen werden: Diese erledigt er nur dann, wenn dies seinem persönlichen Plan dient. Denn nur diesem Plant dient auch er selbst. Der Psychopath ist ein Performer, der nur für sich selbst arbeitet.

Psychopathen können Firmen kurzfristig sehr wohl voranbringen – aber nur dann, wenn dies zufällig ihrer eigenen Agenda entspricht. Irgendwann wird ihnen langweilig und dann richten sie Schaden an. Die Gefahr ist systemimmanent. Der Psychopath ist also ein Loyalitätssimulant und damit brandgefährlich – man kann nie ahnen, was er als Nächstes tut. Bei einem Psychopathen hat man es mit einem Blender zu tun, der nur oberflächlich über Charme verfügt. Worüber er allerdings sehr wohl verfügt, sind raffinierte Lügen und einnehmende Umgangsformen. Diese helfen ihm dabei, hohe Positionen zu erlangen und das Vertrauen der Entscheider zu gewinnen.

Ein Psychopath ist überzeugt von seinem übersteigerten Selbstwert. Das lässt ihn bisweilen äußerst arrogant und eingebildet reagieren – aber immer nur Menschen gegenüber, die er niedriger einstuft, als sich selbst. Kritik prallt gänzlich an ihm ab. Der Psychopath ist ein versierter Lügner und führt seine Opfer ohne Skrupel bewusst in die Irre – manchmal einfach nur aus Langeweile. Dabei fehlt es ihm an jeglicher Reue oder Scham. Profiler wissen: Ein Psychopath ist geradezu unbarmherzig und blind für die Bedürfnisse anderer. Sofern ihm diese nicht dienen, hegt er Verachtung für seine Kollegen, die er nicht selten als Opfer sieht.

So wie der Psychopath jegliche menschliche Beziehungen ablehnt – ganz egal, ob es sich um persönliche oder berufliche dreht – lehnt er auch jegliche Form von Absprachen ab. Verabredungen und Verträge hält er nicht ein. Dass dieser Wesenszug im Beruf an allen Ecken und Kanten zu Problemen führt, bedarf keiner gesonderten Erklärung. Insgesamt ist der Psychopath die wandelnde Verantwortungslosigkeit, weshalb es essentiell wichtig ist, einen Menschen mit diesem Wesensmerkmal möglichst früh – am besten bereits im Bewerbungsprozess – von den geeigneten Jobanwärtern zu unterscheiden. Es empfiehlt sich, ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, wie jemand kommuniziert.

Der Psychopath fordert typischerweise vom Umfeld vieles ein, was er selbst nicht liefert – beispielsweise Respekt oder Fairness. Dabei ist er absolut unempfänglich für jede Form der psychologischen Manipulation – ganz einfach deshalb, weil er emotional nicht empfänglich ist. Um einen Psychopathen zu enttarnen, bevor er größeren Schaden anrichten kann, sollte man also zwingend beobachten, wie jemand mit Menschen interagiert, die er einer Nieder-Relevanz-Kategorie zuordnet – und zwar dann, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Wertet er ab, manipuliert er und verhält er sich aggressiv? Dann sollte man definitiv die Finger von ihm lassen.

Suzanne Grieger-Langer

Teilen:
Weitere Artikel
Warum das Aktenarchiv bares Geld kostet
Business
Warum das Aktenarchiv bares Geld kostet

Wie kleine und mittlere Unternehmen mit der Digitalisierung ihrer Bestände Bürofläche, Mietkosten und Suchzeiten senken. Wenn Unternehmen ihre Flächen neu bewerten, geht der Blick meist zuerst auf das Offensichtliche: Büroräume, die seit der Einführung hybrider Arbeitsmodelle nur noch teilweise genutzt werden, Lagerflächen, die nicht mehr zum aktuellen Sortiment passen, oder Besprechungsräume, die häufig leer stehen. Ein Bereich bleibt dabei oft außen vor: das Archiv. Es liegt im Keller, im Zwischengeschoss oder im hinteren Teil der Halle, verursacht im Alltag kaum Aufmerksamkeit und steht deshalb selten auf der Agenda. Dabei bindet ein Papierarchiv dauerhaft Fläche, die anderweitig genutzt werden könnte. In diesem Beitrag geht es darum, welche Kosten ein analoger Aktenbestand tatsächlich verursacht, was bei der Aufbewahrung und Vernichtung von Unterlagen rechtlich zu beachten ist und wie sich die Digitalisierung strukturiert angehen lässt, statt sie weitere Jahre aufzuschieben.

7 Min. LesezeitLesen
Levis Entrümpelung: Wenn eine Wohnung leer werden muss und Werte erhalten bleiben sollen
Business
Levis Entrümpelung: Wenn eine Wohnung leer werden muss und Werte erhalten bleiben sollen

Eine Wohnungsauflösung ist selten eine Angelegenheit, die sich nebenbei erledigen lässt. Oft stehen hinter ihr ein Umzug, ein Todesfall oder die Entscheidung, eine Immobilie zu verkaufen. Dann müssen innerhalb kurzer Zeit Möbel ausgeräumt, persönliche Gegenstände gesichtet und mitunter Jahrzehnte an Hausrat sortiert werden. Gerade in München kommt eine ganz praktische Schwierigkeit hinzu: Wie lässt sich eine komplette Wohnung räumen, wenn der nächste Parkplatz weit entfernt ist und das Treppenhaus kaum Platz für sperrige Möbel bietet? Levis Entrümpelung hat sich auf solche Aufgaben spezialisiert. Das Unternehmen übernimmt Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen im Großraum München und in Oberbayern und verbindet die Räumungsarbeiten mit der Bewertung und Verwertung gebrauchter Gegenstände. Ein regionales Unternehmen mit Erfahrung in der Wohnungsauflösung Hinter Levis Entrümpelung steht Marko Levis Lukacevic, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Team führt. Seit mehr als zehn Jahren ist der Betrieb nach eigenen Angaben in der Region tätig. Penzberg ist der Hauptsitz, hinzu kommt eine Niederlassung in der Münchner Maxvorstadt. Von dort aus betreut das Unternehmen Privatkunden, Hausverwaltungen, Immobilienbesitzer und gewerbliche Auftraggeber. Auch Erbengemeinschaften und Nachlassverwalter gehören zum Kundenkreis.

6 Min. LesezeitLesen
Scheidung und Trennung als Unternehmer: Was Selbstständige und Firmeninhaber beachten sollten
Business
Scheidung und Trennung als Unternehmer: Was Selbstständige und Firmeninhaber beachten sollten

Wenn eine Ehe oder Partnerschaft endet, denken die meisten zuerst an das Sorgerecht für die Kinder, die Wohnung oder die Aufteilung des Hausrats. Wer ein Unternehmen führt oder selbstständig tätig ist, muss jedoch noch eine zweite Ebene bedenken: die eigene Firma. Wie wirkt sich die Trennung auf den Betrieb aus, welche Rolle spielt der Unternehmenswert bei der Vermögensauseinandersetzung, und wie lässt sich der Geschäftsbetrieb stabil halten? Diese Fragen sind für Unternehmer, Selbstständige und Gesellschafter keine Randnotiz, sondern entscheiden im Ernstfall über die wirtschaftliche Zukunft des Betriebs. Warum eine Trennung für Unternehmer mehr als eine private Angelegenheit ist Bei Angestellten lässt sich das Einkommen vergleichsweise klar beziffern. Bei Selbstständigen und Firmeninhabern sind private und betriebliche Finanzen dagegen oft eng verflochten: Einzelunternehmen, Gesellschaftsbeteiligungen, betrieblich genutzte Immobilien, Darlehen und private Entnahmen können für die rechtliche Einordnung im Trennungsfall relevant werden. Hinzu kommt, dass der Wert eines Unternehmens selten auf den ersten Blick erkennbar ist Bilanzen, stille Reserven und Verbindlichkeiten müssen einzeln betrachtet werden.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite