Bei der Schmiedekunst handelt es sich um eines der ältesten Handwerke, die auf der Welt existieren. Bereits im Mittelalter waren Schmiede dafür verantwortlich, Waffen und Werkzeuge aus Eisen zu schmieden. In unserer weitestgehend digitalisierten Welt ist es mitunter kaum vorstellbar, dass dieses traditionswürdige Handwerk noch immer festen Bestand hat. Dennoch haben sich die Aufgaben von Schmieden heute sogar erweitert und sind um einiges vielfältiger als zu anderen Zeiten.
Bereits im Jahr 1989 wurden die Berufsbilder des Schmiedes und des Metallbauers zusammengefasst. Dennoch ist die Berufsbezeichnung Schmied auch heute noch ein geläufiger Begriff. Im folgenden Artikel haben wir die wichtigsten Informationen über diesen Handwerksberuf mit langer Geschichte zusammengetragen.
Berufsbild des Schmiedes: Aufgaben auf einen Blick
Was macht ein Schmied eigentlich genau? Die typischen Aufgabengebiete sind:
- Fachmann/-frau für Metallbearbeitung, vor allem für die Verarbeitung von heißem Metall aus Schmiedeofen
- Aufgaben setzen sich aus Bereichen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau zusammen
- seit 1989 unter dem Begriff Metallbauer bekannt und offiziell keine eigene Berufsbezeichnung mehr
- Beherrschen sämtlicher Techniken der Metallbearbeitung notwendig, darunter spanabhebende, nicht spanabhebende und verbindende Verfahren, sowie Schmiedetechniken im engen Sinne
- qualifizierter Hauptschulabschluss und gute körperliche Belastbarkeit vonnöten
- durchschnittliches Monatsgehalt von 2.400 Euro brutto
Schmiede stellen sämtliche Arten von Metallkonstruktionen her und kümmern sich um die Montierung dieser. Daneben werden aber auch Werkzeuge und Waffen hergestellt, wie zum Beispiel das Katana Schwert für Liebhaber und Sammler.
Aufgaben und Arbeitsalltag
Schmiede arbeiten seit jeher mit Schmiedeglut und -eisen. Heutzutage stellen sie jedoch längst nicht mehr nur Werkzeuge und Waffen her, sondern Metallbauteile jeglicher Art. Um welche es sich dabei handelt, hängt vor allem von der Fachrichtung des Schmiedes und der Ausstattung seiner Werkstatt ab. Es kann sich dabei um Gegenstände des Hausbaus, darunter Geländer, Türen, Türklinken, Fenster und Zäune handeln, aber auch um Elemente zur Restaurierung und Sonderanfertigungen in der Pflege von Denkmälern.
Metallbauer im Fahrzeugbau stellen wiederum vorrangig Fahrzeugrahmen und Karosserien her, beispielsweise für Polizei und Militär. Da Metalle in diesem Beruf die Hauptrolle spielen, sind die Arbeitsbereiche von Schmieden entsprechend vielseitig.
Ein typischer Arbeitstag des Schmiedes kann beispielsweise damit beginnen, dass er seinen Auftrag vor Ort plant. Dazu übernimmt er das Ausmessen beim Kunden und zeichnet einen Entwurf. Möglich sind dabei Serienaufträge, aber auch maßgeschneiderte Kundenwünsche. Daneben fallen Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen in den Aufgabenbereich von Schmieden.
Das Zuschneiden und Bearbeiten von Metallstücken durch Brennschneiden, Scheren oder Sägen erfolgt anschließend in der Werkstatt des Schmiedes, wobei die Konstruktion den zentralen Arbeitsschritt darstellt. Dabei kommt es vor allem auf Materialkunde, verbunden mit handwerklichem und maschinellem Geschick, an. Schmiede lernen in ihrer Ausbildung, wie man Stahl, Kupfer und Aluminium im Schmiedeofen auf bestimmte Temperaturen erwärmt und anhand der Glühfarbe des Metalls einschätzt. Sie müssen dazu in der Lage sein, die Bearbeitung exakt an die Wünsche ihrer Auftraggeber anzupassen.
Um das zu gewährleisten, sind verschiedene Fertigungs-, Schweiß- und Fügeverfahren anzuwenden. Schmiede können Nieten und Schrauben, kümmern sich aber auch um die fachgerechte Oberflächenbehandlung ihrer Produkte, damit diese vor Witterung geschützt sind, sofern sie im Freien verwendet werden.
Zum Abschluss der Arbeiten erfolgt eine sogenannte Funktionskontrolle durch den Schmied. Danach ist das Metallbaustück zur Montage vor Ort bereit, was ebenfalls durch den Schmied vorgenommen werden kann. Metallbauer gehen demnach einer handwerklichen Arbeit nach, sollten aber auch Freude an maschinellen Tätigkeiten haben.
Wo arbeiten Schmiede?
Als Metallbauer hat man nach der Ausbildung einige Möglichkeiten. Typische Arbeitsorte und -unternehmen sind beispielsweise:
- Metallbauer/innen der Fachrichtung Konstruktionstechnik: Stahl- und Metallbauunternehmen, Dachdecker- und Fassadenbauunternehmen
- Fachrichtung Metallgestaltung: in der Denkmalarbeit, im Kunsthandwerk, als Restauratoren in Museen und Schlossereien, in Hufschmieden
- Fachrichtung Nutzfahrzeugbau: zur Herstellung von Karosserien, Fahrzeugrahmen und Fahrwerken in Kfz- und Maschinenbaubetrieben unterschiedlicher Spezialisierungen
Für die Wahl des Berufsortes ist demnach die entsprechende Fachrichtung des Schmiedes ausschlaggebend.
Wichtige Fähigkeiten und Voraussetzungen zum Schmieden
Schmiede müssen dazu in der Lage sein, verschiedene Metallbearbeitungs- und Schmiedetechniken zu beherrschen. Wer diesen Beruf erfolgreich ausüben möchte, sollte über bestimmte persönliche Stärken verfügen. Zu diesen gehören:
- körperliche Belastbarkeit
- genügend Kraft, damit schwere Werkzeuge im Stehen, gebückt oder über Kopf geführt werden können
- Schwindelfreiheit, um in großer Höhe auf Baustellen arbeiten zu können
- gutes Aushalten von Lärm, da Bearbeitung von Metall, Eisen und Stahl mit Hammer, Amboss, Fräsen, Bohrern und Schweißgeräten sehr laut sein kann
- ausgeprägtes Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein wegen der Arbeit mit Feuer und Hitze
- Toleranz für verschiedenste Witterungsbedingungen bei Arbeit auf Baustellen
Die Ausbildung zum Metallbauer/Schmied
Der Ausbildungsberuf Metallbauer kann in einer 3,5-jährigen Ausbildung absolviert werden. Dabei müssen sich angehende Metallbauer für eine Fachrichtung entscheiden. Sollen kreative Fertigungsprozesse im Fokus stehen, ist die Fachrichtung Metallgestaltung zu empfehlen. Wer mehr Interesse an Fahrzeugen und Maschinen hat, ist in der Fachrichtung Nutzfahrzeugbau besser aufgehoben.
Wichtige Voraussetzungen für die Ausbildung
Für die Ausbildung zum Metallbauer sollte man die Schule mindestens mit einem qualifizierenden Hauptschulabschluss beendet haben. Ausbildungsbetriebe sehen sich vor allem die schulischen Leistungen in Mathematik und Physik, sowie in handwerklichen und technischen Schulfächern an.
Allerdings stehen schulische Leistungen bei einer solchen Ausbildung nicht im Fokus. Vielmehr kommt es darauf an, ob die Bewerber/innen handwerkliches Geschick und körperliche Belastbarkeit mitbringen. Einige Betriebe bieten Probearbeitstage an, in denen überprüft wird, ob Bewerber/innen geeignet sind oder nicht.
Ablauf der Ausbildung
Die Ausbildung zum Metallbauer verläuft im dualen System, was bedeutet, dass sie sowohl aus einem schulischen als auch aus einem praktischen Teil besteht. In den 3,5 Ausbildungsjahren lernt der angehende Schmied/ die angehende Schmiedin alles, was er oder sie zur Ausübung des Berufes wissen muss.
Erstes Ausbildungsjahr
Der Lehrling lernt das Fertigen von Metallbauteilen und verwendet dabei sowohl handgeführte als auch maschinelle Werkzeuge. Dazu gehören beispielsweise spanabhebende, nicht-spanabhebende und verbindende Techniken. Gewährt wird zudem ein Einblick in die typischen Arbeitsabläufe und technische Systeme von Schmieden.
Zweites Ausbildungsjahr:
Nun lernt der angehende Metallbauer/ die angehende Metallbauerin weitere Techniken aus dem Metallbau, darunter Schweißen, thermisches Trennen oder Verfahren aus der Elektrotechnik. Weiterhin erfolgt eine Einführung in den Transport, die Montage und Demontage zuvor gefertigter Metallkonstruktionen
Drittes und viertes Ausbildungsjahr:
Die Kenntnisse der vorherigen Ausbildungsjahre werden vertieft und ausgebaut. Schließlich lernen Auszubildende, wie sie eigenständig Konstruktionen aus Stahl und Metall herstellen, montieren und instandhalten können. Mittlerweile sollte der Auszubildende dazu in der Lage sein, seine bevorzugte Spezialisierung zu wählen.
Beendet wird die Ausbildung mit einer erfolgreich absolvierten Gesellenprüfung.
Das Fazit: Der Schmiedeberuf hat viele Facetten
Auch wenn das Schmieden als Beruf heute nicht mehr so verbreitet ist, wie beispielsweise im Mittelalter, gibt es noch immer viele Handwerker in diesem Bereich. Die Aufgaben des Schmieds sind mit der Zeit immer vielseitiger und interessanter geworden. Zudem existieren verschiedene Fachrichtungen, zwischen denen angehende Metallbauer/innen wählen können, wie beispielsweise Konstruktionstechnik und Nutzfahrzeugbau.
Wer Schmied oder Schmiedin werden möchte, sollte vor allem körperliche Belastbarkeit und handwerkliches Geschick mitbringen. Auch die Arbeit mit typischen Maschinen und Werkzeugen, wie zum Beispiel Hammer und Amboß zeichnet diese Berufe aus. Spaß haben sollte man zudem an der Arbeit mit verschiedenen Metallen und Stahl.
- Titelbild: Bild von Dirk Hoenes auf Pixabay
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