Die Grundsätze einer effizienten Lagerorganisation

Grundlagen der Lagerorganisation – die Lagerbereiche
Wie hoch der Organisationsaufwand bei der Führung eines Lagers ausfällt, hängt in erster Linie von der Menge der eingelagerten Artikel ab. So kann es beispielsweise sein, dass man als gewerblicher eBay-Händler lediglich ein paar Regale in der heimischen Garage benötigt, um seine Produkte aufzubewahren. Mit steigender Sortimentsbreite und größer werdendem Versandumfang kann sich das aber schnell ändern. In diesem Fall ist ein ganzheitliches Lagerkonzept erforderlich.
Je nach Größe der zu planenden Organisation, nimmt man eine Unterteilung in drei- bis fünf Bereiche des Lagers vor. Dem Wareneingang, einem Einheiten- oder Kommissionierlager sowie einem Verpackungs- und Versandbereich der Produkte für den Warenausgang (siehe Abbildung).
Der Wareneingang:
Im Wareneingang erfolgt zunächst einmal die Vollständigkeits- und Qualitätskontrolle der Waren. Häufig wird dem Wareneingang auch ein zweites Einheitenlager oder ein temporäres Nachschublager zugeordnet. Über den Wareneingang erfolgt ebenfalls ein Warenaustausch mit den Lieferanten. Nicht mehr gebrauchte Paletten oder aus dem Lager entfernte Waren können vom Zulieferer gleich wieder mitgenommen werden.
Das Kommissionierlager:
Im Kommissionierlager erfolgt die Lagerung der einzelnen Warenstücke. Ziel des Kommissionierlagers ist es, aus der Gesamtmenge des Warensortiments, spezifische Teilbereiche für verschiedene Warensegmente zusammenzufassen und diese in einen verbrauchsspezifischen Zustand zu versetzen. Der Kommissionierung kommt auch wesentliche betriebswirtschaftliche Bedeutung zu. Neben diversen Kostenaspekten, hat eine gute und effizient geplante Kommissionierung Einfluss für die Kundenzufriedenheit. Kurze Bearbeitungs- und Lieferzeiten sowie die Vermeidung von fehlerhaften Sendungen erhöhen den Servicegrad der Kommissionierung.
Entsprechend der Sortiments- und Lagergröße sind zusätzliche Systeme zu installieren. Eine moderne Lagerorganisation erfordert eine EDV-Planung und die Einrichtung elektronischer Kommunikationsmittel, u.a. für die Erstellung einer Inventarliste. Für die Einlagerung sind Fachboden- oder Durchlaufregale in der Regel völlig ausreichend. Hier kann der Kommissionierer die bestellten Artikel ganz einfach entnehmen. Sollen größere und schwerere Artikel versandt werden, können auch zusätzliche Gerätschaften, wie zum Beispiel Kommissionierwagen oder Vakuum-Schlauchheber für schwere Lasten hilfreich sein. Damit ist es möglich, große und unhandliche Stücke mit Vakuumtechnik zu verladen, ohne die Ware zu beschädigen oder Mitarbeiter gesundheitlich zu schädigen.
Verpackung & Versand:
In diesem Lagerbereich wird die Ware für den Endkunden verpackt und für den Auslieferer zum Versand bereitgestellt. Eine finale Feststellung der Unversehrtheit wird vor der Verpackung durch die Mitarbeiter unternommen. Waren mit hohem Umschlag (sogenannte Schnelldreher) können für kurze Zeit auch mal im Versand untergebracht und direkt von der Palette kommissioniert werden. Auf diese Weise ersparen Sie sich umständliche Zeit- und Laufwege. In größeren Versandlagern gibt es hierfür üblicherweise festgelegte Vorkommissionierzonen im Versandbereich.
Der Warenausgang:
Die in der Packerei oder dem Versandbereich erstellten Kundensendungen verlassen über den Warenausgang die Lagerverwaltung und werden zum Kunden versandt. Häufig bilden dabei die Bereiche Verpackung und Versand sowie der Warenausgang einen einheitlichen Posten in der Lagerorganisation. Mit wachsender Logistik und zunehmendem Warenaufkommen können die Aufgaben in der Lagerhausverwaltung auch voneinander getrennt werden. Mittels einer Warenausgangskontrolle sollen fehlerhafte Lieferungen vermieden werden.
Die Planung des Lagers
Bei der Planung eines Lagers sind nicht nur betriebswirtschaftliche Faktoren zu berücksichtigen. Auch technische Kapazitäten spielen eine Rolle. Anbei ein Überblick über die wichtigsten Faktoren:
- Anzahl der im Sortiment befindlichen Artikel
- Größe der Artikel
- Durchschnittliche Lagermenge jedes Artikels
- Retourenquote
- Durchschnittliche Sendungsanzahl pro Tag
- Spitzensendungszahl
- Durchschnittliche Anzahl der Artikel pro Sendung
Grundsätzlich lässt sich die Lagerplanung in vier Bereiche einteilen. Hierzu zählen die Lagerorganisation, die Lager- und Transporttechnik, die Lagereinheit und das Lagerlayout. Die Lagerorganisation ist die zentrale Schnittstelle. Hier werden sämtliche Prozesse gesteuert, wobei Faktoren wie die Lagerstrategie (z. B. FIFO), die Mitarbeiterqualität und der Lagerprozess selbst berücksichtigt werden müssen. Hierbei kommt üblicherweise spezielle Software zum Einsatz. Einen kompakten Überblick über die wichtigsten Lagerbereiche finden Sie in dieser Übersicht des Instituts für Integrierte Produktion Hannover.
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