Tintenstrahl, Offset oder Laser: Drucktechnologien im Vergleich

Bereits 1450 löste Johannes Gutenberg mit der Erfindung des Buchdrucks eine Revolution aus. Im Laufe der Zeit wurden die Druckmaschinen stetig weiterentwickelt. Die Drucktechnologien sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass sich sogar in zahlreichen Privathaushalten ein Gerät befindet. Im Jahr 2020 besaßen in Deutschland 28,79 Millionen Personen ab 14 Jahren einen Drucker. Es gibt verschiedene Methoden wie die Farbe auf das Papier gebracht wird. Die Frage ist, welcher Drucker ist der Passende für den jeweiligen Zweck?
Tintenstrahldrucker für Fotos und Grafiken
Mit dem Tintenstrahl- oder Inkjetdrucker hatten die meisten Menschen bereits Berührung. Dadurch, dass er für ein breites Anwendungsspektrum eingesetzt werden kann, ist er äußerst beliebt.
Beim Tintenstrahldrucker werden feine Tintentröpfen auf das Papier oder andere Druckmedien aufgetragen. Bei dieser Methode werden wieder zwei Formen unterschieden:
- Piezo-Drucker
- Bubble-Jet-Drucker
Beide fallen unter die Gruppe der Tintenstrahldrucker. Bei der Piezo-Technologie wird Spannung erzeugt, indem bestimmte Kristalle verbogen werden. So kann beispielsweise die Druckdüse verbogen werden, wodurch die Tinte herausgedrückt wird. Mithilfe des Piezo-Effekts landen 20.000 bis 30.000 Tintentropfen pro Sekunden auf dem Papier. Es können Auflösungen bis zu 5.000 dpi erzeugt werden.
Da kann das Bubble-Jet-Verfahren nicht mithalten. Bei dieser Methode wird ein Heizelement genutzt. Dieses erwärmt die Tinte. Dampf entsteht. Dieser Dampf drückt die Tinte aus der Düse heraus. Bis zu 6.000 Tintentropfen pro Sekunde gelangen auf das Druckmedium.
Beide Tintenstrahltechnologien bringen mit hoher Geschwindigkeit Tausende von Farbtropfen auf den Untergrund. Zusammen ergeben diese das Gesamtbild. Durch ihre hohe Auflösung werden diese Drucker gerne für Fotos verwendet. Leider sind die Bilder nicht sehr resistent gegen Licht. Sie bleichen im Laufe der Zeit aus, wenn sie direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden.
Hochleistungstintenstrahldrucker machen mittlerweile auch dem Offset-Druck im Verlagswesen Konkurrenz. So setzen Firmen wie die Digital-Print-Group.de auch bei auflagenstarken Print-on-Demand-Aufträgen auf diese Technologie.
Wichtig bei Tintenstrahldruckern ist, dass sie regelmäßig im Einsatz sind. Ansonsten kann es nämlich passieren, dass die Farben austrocknen. Da die Druckerpatronen bei Tintenstrahlgeräten vergleichsweise kostspielig sind, ist darauf zu achten. Während die Folgekosten zwar hoch sind, gibt es die Geräte selbst meist zum günstigen Preis.
Laserdrucker für Textdokumente
Auch der Laserdrucker steht in vielen Haushalten und Büros. Er zeichnet sich durch seine Schnelligkeit aus. Die Druckqualität ist ebenfalls sehr gut, allerdings hinkt er beim Fotodruck dem Tintenstrahlmodell hinterher. Dafür sind die Ausdrucke wesentlich robuster gegenüber Lichteinfluss. Das liegt an der speziellen Methode, mit der die Farbe aufgetragen wird.
Bei dieser Druckerart bringt ein Laser zunächst das gewünschte Bild auf eine Bildtrommel. Die Bildtrommel ist positiv geladen. An den Stellen, an denen der Laser auf die Oberfläche trifft, entsteht negative Ladung. An den negativ aufgeladenen Bereichen bleibt die Tonerfarbe später hängen. Durch eine Walze wird sie dann auf das Druckmedium übertragen. Zum Schluss wird das Tonerpulver mit Hitze auf dem Papier fixiert. So ist die Farbe besonders langlebig.
Ein Laserstrahldrucker ist in der Anschaffung oftmals etwas teurer. Wohingegen sich die Folgekosten für Patronen in Grenzen halten. Gerade wenn Dokumente lange halten sollen, lohnt sich die Verwendung eines Laserdruckers.
Offset im klassischen Verlagswesen
Mit dem Offsetdruck kommen Privatpersonen direkt kaum in Kontakt. Allerdings hat wahrscheinlich jeder erwachsene Bürger bereits Offsetdrucksachen in Händen gehalten. Zeitungen, Verpackungen, Werbebroschüren und Bücher sind typische Produkte aus den wuchtigen Maschinen.
Die Farbe gelangt bei dieser Methode indirekt über Walzen auf das Druckmaterial. Vom Farbwerk kommt die Druckerfarbe auf den Druckformzylinder. Dieser wird über ein benachbartes Feuchtwerk permanent mit Flüssigkeit versorgt. Der Druckformzylinder gibt das Bild an ein Gummituch weiter. Darüber gelangt die Farbe dann an den Bedruckstoff.
Als Ergebnis dieser Technologie entsteht ein gestochen scharfes Bild. Die einzelnen Raster sind dabei mit bloßem Auge meist nicht mehr erkennbar. Ein weiterer Pluspunkt des Offset-Drucks ist, dass Sonderfarben und Pantone gedruckt werden können.
Die Anschaffungskosten der Maschinen sind sehr hoch und lohnen sich nur für den professionellen Gebrauch. Bei Großauflagen und im Dauereinsatz amortisieren sich die Kosten.
Entscheidend für ein perfektes Ergebnis ist aber nicht nur die Qualität des Offsetdruckers, sondern auch des Bedruckstoffes. Dieser sollte mit Zug, Feuchtigkeit und Reibung gut umgehen können. Gerade wenn PVC – beispielsweise für Verpackungen – bedruckt wird, müssen die einzelnen Komponenten perfekte zusammenpassen. Damit Drucker und Bedruckstoff einhundertprozentig kompatibel sind, bieten einige Druckerhersteller gleich das abgestimmte Druckmaterial zum Gerät an.
3D-Drucker als wahrgewordene Zukunftsmusik
Zum Staunen bringen die modernen 3D-Drucker. Was sie leisten, ist für viele Menschen kaum begreifbar.
Beim 3D-Druck wird Schicht für Schicht das Druckmaterial aufgetragen, und zwar so lange, bis ein dreidimensionaler Gegenstand entsteht. Diese Technologie wird in verschiedensten Wirtschaftszweigen eingesetzt. Automobil-, Pharmakonzerne und sogar die Nahrungsmittelindustrie sind an der Technik interessiert. Teilweise wird sie schon eingesetzt.
Bereits im Jahr 2011 kam ein essbares Spaceshuttle aus Jakobsmuscheln und Käse aus dem Drucker. Prothesen für Tier und Menschen könnten in Zukunft schnell und individuell ausgedruckt werden. Für den Hausgebrauch werden Deko-Artikel und Spielwaren direkt am Drucker produziert. Aber nicht nur das! Ganze Wohnungen und Einfamilienhäuser sind bereits mit 3D-Druck erzeugt worden. Es scheint beinahe so, als wären der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.
Sehr günstige Modelle starten bereits ab 2.000 Euro. Allerdings lässt deren Qualität häufig noch zu wünschen übrig. Während der aktuell noch hohe Preis die privaten Haushalte von einer Investition meist abhält, sehen Industrie und Politik ein zukunftsträchtiges Werkzeug im 3D-Drucker.
Diese Technologie könnte als Schritt in eine klimaneutrale Zukunft dienen. Dadurch, dass Materialien einfach an Ort und Stelle aufgedruckt werden, entfallen die häufig langen Transportwege unterschiedlichster Rohstoffe. Alternative Ausgangsmaterialien könnten beim 3-D-Druck bald schon das Plastik ersetzen und so eine umweltschonende Option darstellen.
Weitere Vorteile des 3D-Drucks sind die hohe Geschwindigkeit, die großen Individualisierungsmöglichkeiten und das geringere Risiko. Designs können schnell und ohne großen Mehraufwand verändert werden.
Was würde wohl Johannes Gutenberg denken, wenn er die heutigen Druckertechnologien sehen könnte? Egal, welche Meinung er davon hätte. Für den auflagenstarken Druck seiner Gutenberg-Bibel würde er sich wahrscheinlich für Tintenstrahl- oder Offsetdruck entscheiden. Die Rechnungen würde er auf Laserdrucker erstellen und sein Haus in 3D drucken. Und so sollte es auch Unternehmer und Privatpersonen handhaben. Bei der Druckerauswahl ist unbedingt der Einsatzzweck zu berücksichtigen. Nur so ist eine dauerhafte Zufriedenheit mit dem Gerät sichergestellt.
- Titelbild: Bild von tookapic auf Pixabay
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