Außergewöhnliche Belastung: Einbau einer Kläranlage gehört nicht dazu
Das gilt nach dem Urteil des FG Münster vom 12.11.2010 (Az. 4 K 1393/08 E) selbst dann, wenn das Grundstück in einer dünn besiedelten Gemarkung liegt und wegen der schweren topografischen Erreichbarkeit nicht an das kommunale Abwassernetz angeschlossen ist. Im zugrunde liegenden Fall wurde der Hausbesitzer dazu verpflichtet, eine biologische Kläranlage einzusetzen. Die Anschaffungskosten betrugen 9.168 Euro, wobei die Stadt einen Zuschuss von 1.500 Euro zahlte. Er machte den Differenzbetrag in seiner Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend.
Die Kosten für den Einbau sind Anschaffungskosten der Immobilie. Zwar sind die angefallenen Kosten aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung zwangsläufig entstanden. Allerdings ist der Hauseigentümer in Höhe der Anschaffungskosten der Kleinkläranlage wirtschaftlich nicht tatsächlich belastet worden. Denn im Gegenzug wurden Gegenstände angeschafft, die für ihn einen Gegenwert zu den aufgewandten Kosten darstellen. In diesem Fall handelt es sich um eine bloße Umschichtung von Vermögenswerten, was Steuerzahler nicht belastet.
Entspricht die eingebaute Kleinkläranlage dem gesetzlich geforderten Stand der Technik, ist sie marktfähig und hat demnach einen Gegenwert. Insofern ist es unerheblich, ob – und wenn ja – in welcher Höhe der Wert des Grundstücks durch den Einbau der Kläranlage angestiegen ist. Denn es ist bereits davon auszugehen, dass sich ein potenzieller Erwerber des Einfamilienhauses die Existenz einer neuen Kläranlage etwas kosten ließe. Denn wäre das Grundstück noch nicht mit einer biologischen Anlage ausgestattet, müsste ein Kaufinteressent auf eigene Kosten eine den aktuellen technischen Anforderungen entsprechende Anlage in Betrieb nehmen. Denn zur Regulierung des Abflusses besteht eine gesetzliche Verpflichtung. Unter diesem Aspekt spielt der bereits getätigte Einbau bei der Ermittlung des Verkaufspreises einen wertbildenden Faktor, indem der potenzielle Verkaufspreis höher ausfällt.
Nach Ansicht des FG sind der Einbau und die anschließenden Betriebskosten der Kleinkläranlage schon dem Grunde nach nicht als außergewöhnlich. Allein die Zugehörigkeit zu einer kleinen Minderheit von Steuerpflichtigen, die bestimmte Aufwendungen zu tragen haben, genügt nicht, um diese Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen bei der Einkommensteuer zu qualifizieren. Entscheidend hierfür ist vielmehr, dass das die Aufwendungen auslösende Ereignis – wie beispielsweise bei einer Naturkatastrophe – außergewöhnlich ist und es sich um eine Beseitigung der entstandenen Schäden handelt. Doch es besteht die freie Auswahlentscheidung, ein Grundstück außerhalb bebauter und erschlossener Ortsteile zu erwerben. Wer diese Wahl trifft, muss dann als Folge auch in Kauf nehmen, dass er die Kosten für die abwassertechnische Erschließung und den Betrieb einer biologischen Kleinkläranlage selbst aufwenden muss, was dann nichts Außergewöhnliches mehr darstellt.
VSRW-Verlag
BusinessRabattaktionen gehören inzwischen zum festen Instrumentarium vieler Onlineshops. Sie können neue Kunden gewinnen, Kaufentscheidungen beschleunigen und den Absatz ausgewählter Produkte erhöhen. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass häufige Preisnachlässe die Marge belasten und Kunden daran gewöhnen, nur noch mit einem Gutschein zu bestellen. Erfolgreiches Gutscheinmarketing besteht deshalb nicht darin, möglichst hohe Rabatte zu verteilen. Entscheidend ist eine Strategie, bei der Zielgruppe, Zeitpunkt, Mindestbestellwert und wirtschaftliches Ziel aufeinander abgestimmt werden. Warum Kunden vor dem Kauf nach Gutscheincodes suchen
BusinessWenige Berliner Unternehmen verbinden die jüngere deutsche Geschichte so unmittelbar mit einem hochspezialisierten, international gefragten Geschäftsfeld wie die ZEG Berlin GmbH Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung. Aus einem Forschungsinstitut der DDR-Akademie der Wissenschaften ist binnen drei Jahrzehnten ein Beratungs- und Forschungsunternehmen geworden, das Pharma- und Medizintechnikunternehmen in ganz Europa bei sicherheitsrelevanten Studien begleitet. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet auf der Unternehmensseite zeg-berlin.de Einblicke in Expertise, Leistungsspektrum und aktuelle Publikationen. Für Unternehmerinnen und Unternehmer aus anderen Branchen lohnt der Blick auf ZEG Berlin auch deshalb, weil das Beispiel zeigt, wie sich aus einer historischen Umbruchsituation heraus ein tragfähiges, hochspezialisiertes B2B-Geschäftsmodell entwickeln lässt. Wurzeln im geteilten Berlin: von der Akademie der Wissenschaften zur eigenständigen GmbH Die Geschichte von ZEG Berlin beginnt nicht 1990, sondern schon in den 1960er-Jahren am epidemiologischen Studienzentrum der Humboldt-Universität Berlin an der Charité. Dort arbeiteten die Epidemiologen Professor Siegfried Boethig und Professor Lothar A. J. Heinemann an bevölkerungsbezogenen Querschnittsstudien, zunächst mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Gesundheit. Boethig leitete zudem zeitweise die Cardiovascular Disease Unit der Weltgesundheitsorganisation in Genf. In dieser Zeit wirkten die Berliner Epidemiologen an internationalen Projekten wie der WHO-MONICA-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem WHO-OC-Projekt zu oralen Kontrazeptiva und dem globalen INTERSALT-Projekt zum Zusammenhang zwischen Kochsalzaufnahme und Blutdruck mit. Ergänzend liefen an dem Institut die Präventionsprogramme CANON und CINDI, die auf die Vorbeugung nicht übertragbarer Erkrankungen zielten.
BusinessWer ein Einzelunternehmen gründen möchte, braucht weder Mindestkapital noch einen Gesellschaftsvertrag. Als natürliche Person können Sie direkt starten. Die Anmeldung beim Gewerbeamt und die steuerliche Erfassung über das Finanzamt genügen, die Gründungskosten bleiben meist unter 100 Euro. Dieser Praxisguide führt Sie Schritt für Schritt durch den Gründungsprozess 2026, liefert konkrete Steuervergleiche, zeigt Haftungsrisiken samt Gegenmaßnahmen und erklärt aktuelle Anforderungen wie die E-Rechnung-Pflicht. Das Wichtigste im Überblick Ein Einzelunternehmen lässt sich 2026 ohne Mindestkapital und Gesellschaftsvertrag gründen. Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung kosten zusammen meist unter 100 Euro.
