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14. Januar 2025

Expertentalk mit Gynäkologe Dr. med. Christoph Bauer

Dr. med. Christoph Bauer ist ein erfahrener Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe mit zwei erfolgreichen Praxen in München (Marienplatz) und Wolfratshausen am Starnberger See. Sein Leistungsspektrum umfasst unter anderem Krebsvorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaftsvorsorge, Hormon- und Stoffwechseltherapien sowie ambulante Operationen. In der modernen Gynäkologie stehen bedeutende Veränderungen an, die sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen. Technologische Fortschritte, neue Behandlungsmethoden und ein wachsendes Bewusstsein für individuelle Patientenbedürfnisse prägen das Fachgebiet. In unserem heutigen Expertentalk teilt Dr. Bauer seine Perspektiven zu diesen Entwicklungen und erläutert, wie er in seinen Praxen innovative Ansätze umsetzt, um eine patientenzentrierte und fortschrittliche Versorgung zu gewährleisten.

Business-On: Herzlich willkommen, Christoph Bauer. Sie sind selbstständiger Gynäkologe in München und Wolfratshausen. Zunächst einmal rein praktisch: Wie geht das? Denn wenn Sie Öffnungszeiten in München haben, ist in der Regel auch die Praxis in Wolfratshausen geöffnet. Teilen Sie sich die Patientinnen mit einem anderen Arzt oder sind sie sowohl der behandelnde Frauenarzt am Marienplatz als auch in Wolfratshausen?

Christoph Bauer: Die beiden Praxen sind gleichzeitig geöffnet, ich bin in beiden Praxen der behandelnde Arzt und ich bin jederzeit telefonisch an beiden Standorten erreichbar. Die Privatpraxis in München führe ich in Praxisgemeinschaft mit Frau Dr.Perlet, Radiologin mit ausschließlicher Tätigkeit in Brustdiagnostik

Business-On: Wer zu Ihnen in die Praxis kommt, weiß also, dass Sie auch der verantwortliche Arzt sind. Gerade im Bereich der Frauenheilkunde ist diese Sicherheit und die Arzt-Patientinnen-Beziehung von herausragender Bedeutung. Gibt es bestimmte Dinge, die Sie oder Ihr Team tun, damit sich die Frauen bei Ihnen wohlfühlen können oder auch bestimmte Behandlungen, die Sie mittlerweile nicht mehr durchführen oder durch sanftere Methoden ersetzt haben?

Christoph Bauer: Ja, meine Patientinnen wissen, dass sie ausschließlich von mir betreut werden. Ich denke, daß die Kontinuität in der Behandlung ein Gefühl des Wohlfühlens erzeugt, dies stellt gerade in der Gynäkologie einen wichtigen Gesichtspunkt dar. Die “Behandlungen” betreffen zum überwiegenden Teil die Vorsorgeuntersuchungen mit der Abstrichentnahme vom Muttermund. Es gibt in dieser Hinsicht keine “sanfteren Methoden”. Daneben ist der Schwerpunkt meiner Tätigkeit die Hormonberatung, aber auch die Betreuung in der Schwangerschaft. Auch hier gibt es keine alternativen Methoden.

Business-On: Neben diesen Entwicklungen ist auch in der Medizin die KI in aller Munde. Von Terminvergabe über Anamnese bis hin zu Diagnosen und OPs – die Hoffnungen auf deutliche Erleichterungen durch die Digitalisierung und die Hilfe von KI sind groß. Teilen Sie diese Perspektiven, nutzen vielleicht sogar schon eine KI-Anwendung oder stehen Sie dem Thema eher skeptisch gegenüber?

Christoph Bauer: Es mag in der bildgebenden Diagnostik (Röntgen, Ultraschall, CT etc..) zunehmend Möglichkeiten geben, die KI sinnvoll einzusetzen. Auch im operativen Bereichen scheint dies möglich (OP-Roboter, etc.). Daneben spielt das persönliche Gespräch mit der Patientin im Hinblick auf Anamnese und Diagnostik aber primär eine außerordentlich wichtige Rolle. Für die Terminvergabe ist die Online-Buchung eine sehr bequeme und beliebte Methode.

Business-On: Wie beurteilen Sie allgemein die Entwicklungen der letzten 10 oder 20 Jahre im Bereich Gynäkologie?

Christoph Bauer: Sowohl die Gynäkologie als auch die Geburtshilfe haben sich, wie andere Fachrichtungen übrigens auch, in den letzten 20 Jahren von einem sehr umfassenden Fach hin zur Spezialisierung gewandelt. Ich halte es für notwendig, das breite, grundlegende Wissen in der Ausbildung weiterhin zu vermitteln und anzuwenden. Innerhalb dessen ist die Spezialisierung heute unumgänglich und wichtig für unsere Patientinnen.

Business-On: Mit der Münchener Innenstadt und der Region um den Starnberger See sind Sie an zwei vergleichsweise teuren Standorten vertreten, aber die kassenärztlichen Tarife steigen nicht mit den Ausgaben. Zusätzlich ist die Schließung von Geburtskliniken im Rahmen der Gesundheitsreform von Minister Lauterbach vorgesehen. Bitte geben Sie uns abschließend eine Einschätzung der politisch-medizinischen Lage, in der sich Praxen wie die Ihrige befinden. Welche Forderungen haben Sie hier an die Politik?

Christoph Bauer: Ich höre immer wieder, dass Einzelpraxen auf Grund der Kostenstrukturen keine Zukunft haben. Das scheint für Kolleginnen und Kollegen am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn in Gegenden mit hohen Betriebskosten völlig richtig zu sein. Für mich stellt sich die Situation durch die beiden seit langem etablierten Praxen natürlich nicht so dramatisch dar. Die Schaffung von Gemeinschafts- oder Filialpraxen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das kassenärztliche Honorar den Kostenstrukturen dringend angepasst werden müsste. Hier wäre die Politik schon lange gefragt…

Business-On: Vielen Dank für diese Einblicke in ein Thema, welches rund die Hälfte der Bevölkerung betrifft und welches große Herausforderungen, aber auch positive Aussichten mit sich bringt, Dr. med. Christoph Bauer, Gynäkologe im Raum Südbayern.

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