Noch wird weltweit jährlich mit etwa 325 Millionen Tonnen so viel Fleisch konsumiert wie nie zuvor. Mit über 95 Kilogramm jährlich verbrauchen die Nordamerikaner das meiste Fleisch pro Kopf und auch der jährliche Fleischkonsum in Europa ist mit 65 Kilogramm pro Person beachtlich. Doch der Anteil der Bevölkerung, der auf eine gesunde Ernährung achtet und versucht, den Fleischkonsum einzuschränken, nimmt stetig zu.
„Die veränderte Nachfrage ermutigt Produzenten, Fleischalternativen zu entwickeln, und Einzelhändler, ihr Angebot zu erweitern“, so Carsten Gerhardt, einer der Autoren der Studie „Fleischersatzprodukte 2021“ von Kearney. „Verbraucher profitieren dadurch von einem immer vielfältigeren Angebot, was den Wandel der Konsumgewohnheiten weiter beschleunigt.“
Die aktuelle Studie von Kearney zeigt, dass gemäß der Selbstauskunft der Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwa die Hälfte (45 %) nur einmal oder seltener pro Woche Fleisch konsumiert, wobei sich über 15 Prozent entweder als Vegetarier (8 %), Veganer (5 %) oder Pescetarier (4 %) bezeichnen. Interessant: 60% der Befragten geben an, bereits einen Anteil der konsumierten Fleischprodukte durch vegetarische Alternativen zu ersetzen oder vollständig auf herkömmliche Produkte zu verzichten.
Kearney prognostiziert, dass in 20 Jahren nur noch 40 Prozent des weltweit konsumierten Fleischs aus konventionellen Quellen stammen wird. Während im Jahr 2040 Produkte auf Zellbasis oder Insektenbasis vorherrschen werden, werden die Konsumenten bis 2030 vor allem auf pflanzenbasierte Alternativen setzen. Neben Lifestyle-Trends und regulatorischen Anforderungen wird auch die geschmackliche Gleichwertigkeit von zellbasiertem Fleisch und konventionellen Produkten eine Rolle spielen.
Bei den Verbraucherpreisen ist nicht nur eine Angleichung von Fleisch und alternativen Produkten realistisch, zudem werden die Produktionskosten von Fleischalternativen zunehmend unter das Niveau von herkömmlichem Fleisch sinken.
Der Wandel beinhaltet großes Marktpotenzial für Fleischersatzprodukte mit einer erwarteten jährlichen Wachstumsrate von 20 bis 30 Prozent (je nach Region) für die nächsten Jahre.
(ots)
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