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business-on.de Redaktion
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16. Februar 2020

Zahlungsarten im E-Commerce – Die wichtigsten Zahlungsarten im Überblick

Kauf auf Rechnung, PayPal und Lastschrift

Viele bevorzugen es beim Kauf im Internet, erst nach Erhalt der Ware zu bezahlen. Dies bestätigt die Studie Online-Payment 2019 des EHI Retail Institute, einem Forschungs- und Bildungsinstitut des Handels. Trotz leichter Einbußen war die Zahlungsart mit einem Anteil von 27,9 Prozent die umsatzstärkste im deutschen Onlinehandel 2018. PayPal legte leicht zu und setzte sich mit 20,5 Prozent gegenüber der Lastschrift durch, welche mit 19,7 Prozent auf Platz drei der umsatzstärksten Zahlungsarten im E-Commerce rangiert.

  • Rechnung: Während sich der Rechnungskauf beim Konsumenten auch heute großer Beliebtheit erfreut, kann die Zahlungsart insbesondere bei Startups massive finanzielle Probleme verursachen. Zwar steigt die Chance auf mehr Umsatz, gleichzeitig ist das Risiko für ausbleibende Zahlungen groß. Nicht selten lässt die Zahlungsmoral zu wünschen übrig, die Kosten für Inkassoverfahren legen zu und die Liquidität des Betriebs leidet. Ein Kompromiss könnte sein, die riskante, aber gefragte Zahlungsart auf Stammkunden zu beschränken oder das Angebot externer Bonitätsauskunfteien zu beanspruchen.
  • PayPal: Genießt beim Verbraucher großes Vertrauen. Die Zahlungsart begeistert mit Komfort, Schnelligkeit und Käuferschutz. Sie steht für sicheres Bezahlen und zügige Abwicklung von Bestellungen. Für Händler entstehen relativ hohe Gebühren, welche PayPal insbesondere für kleine Beträge mit geringer Marge uninteressant macht. Vom Verzicht auf PayPal ist wegen der enormen Kundenakzeptanz abzuraten.
  • Lastschriftverfahren: Hier geben Kunden ihre Kontodaten ein und erteilen eine Einzugsermächtigung. Der Zahlbetrag wird vom Konto eingezogen und dem Händlerkonto gutgeschrieben. Problematisch wird es für Unternehmer bei Eingabe falscher Kontodaten oder bei nicht gedeckten Konten. Neben dem Zeitaufwand können Kosten für Inkassoverfahren und Rücklastschriftgebühren entstehen. Letztere dürfen Kunden zwar in Rechnung gestellt werden, wurde die Ware aber schon verschickt, sind die Einbußen für Internethändler nicht zu unterschätzen.

Aus sieben Zahlungsarten können Verbraucher bei führenden Onlineshops im Durchschnitt ihren Favoriten wählen.

Kreditkarten – geringes Risiko für die Liquidität, teuer für Kunden

Kreditkarten schafften es mit 10,7 Prozent „nur“ auf Rang 4. Wie die Studie zeigt, berichten 40 Prozent der Befragten E-Commerce Händler, die den Sicherheitsstandard 3DS zur Gewährleistung der starken Kundenauthentifizierung im Rahmen von Payment Service Directive 2 (PSD2) nutzten, von zunehmenden Kaufabbrüchen im Zusammenhang mit der Zahlung per Kreditkarte. Der Grund: Wegen der zusätzlichen Sicherheitsprüfung gestaltet sich der Checkout-Prozess wesentlich komplexer. Dennoch ist das Risiko für Händler im Vergleich zu Rechnungskauf und Co. gering, da die Ware vor dem Versand bezahlt wird.

Debitkarten mit Zusatzfunktionen: Kommt die Karte für alles?

Eine Entwicklung in der Schweiz könnte künftig auch im deutschen Handel Fuß fassen: In Kooperation mit Banken will SIX Payment Services 2020 die Visa Debit und die Debit Mastercard lancieren. Die beiden neuen Debitkarten sollen gegenüber den bisherigen V-Pay- und Maestro-Karten zusätzliche Extras bieten. Darunter das sichere Online-Shopping. Da Debitkarten nicht nur in der Schweiz zu den beliebtesten Zahlungsmitteln gehören, könnte die neue Kartengeneration spannend für den Onlinehandel werden. Debitkarten sind gegenüber Kreditkarten wesentlich günstiger für Verbraucher. Auch die Tatsache, dass die veranlasste Zahlung dem entsprechenden Girokonto unmittelbar belastet wird, begrüßen viele, weil es den finanziellen Überblick fördert. Eine Nutzung von Debitkarten im Ausland ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls möglich. „Dann muss allerdings in der Regel eine Verknüpfung mit einem anderen System erfolgen, wie zum Beispiel Maestro oder auch V-Pay“, heißt es auf ftd.de, einem Finanzportal, das die bargeldlose Zahlung mit Debitkarte umfassend thematisiert hat. Kann das Zahlungsmittel künftig im E-Commerce verstärkt zum Einsatz kommen, wären Kreditkarten kein Muss mehr. Das allgemein bekannte Kartensammelsurium, das viele Konsumenten stört, könnte der Vergangenheit angehören.

Der Ratenkauf – komfortable Abwicklung lockt Kundschaft

Obwohl der Ratenkauf beziehungsweise die Finanzierung einen deutlich geringeren Anteil am Umsatz ausmacht, darf die Zahlungsart in dieser Liste keinesfalls fehlen. Insbesondere im Bereich von hochpreisigen Produkten stellt sie eine elementare Option für Käufer dar. Die Abwicklung gelingt direkt über Banken oder Zahlungsanbieter. Dank simpler Tools klappt die Prozedur zügig und für Verbraucher verständlich. Ob der Kunde zahlungsfähig ist, wird mittels Risikoprüfung innerhalb von Sekunden geklärt. Das Kreditausfallrisiko trägt die abwickelnde Bank.

Vorkasse & Sofortüberweisung

Die händlerfreundliche Zahlungsart Vorkasse ist bei Kunden weniger beliebt, schließlich müssen sie erst zahlen und tragen damit ein großes Risiko. Während zufriedene Stammkunden mit Vorkasse weniger Probleme haben, da sie dem Händler bereits ihr Vertrauen schenken, entscheiden sich Neukunden für andere Zahlungsmöglichkeiten. Das Gewähren von Skonto kann ein attraktives Mittel sein, um auch diese Kundengruppe von Vorkasse zu überzeugen. Der Verwaltungsaufwand darf allerdings nicht unterschätzt werden: Ohne durchdachte Software verschlingt das Zuordnen von Kunden und die Prüfung der Geldeingänge bei hohem Bestellvolumen wertvolle Zeit.

Die Sofortüberweisung hat laut ECC-Payment-Studie Vol. 23 am stärksten an Beliebtheit zugelegt. Für die Studie haben das ECC Köln und Prof. Dr. Malte Krüger das Online-Payment sowohl aus Händler- als auch Verbrauchersicht geprüft. Knapp 400 deutsche Onlinehändler und 2.000 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden im Herbst 2018 befragt.

Unterstützung im Payment-Chaos

Die Gewährleistung von Sicherheit und die Bewerkstelligung der Integration von Zahlungsarten verlangt der E-Commerce Branche einiges ab. Die Realisierung der perfekten Payment-Mischung kostet Zeit und Geld. Hilfe von Payment Dienstleistern und Payment-Service-Providers gewinnt diesbezüglich an Bedeutung. „So arbeitet etwa die Hälfte der befragten Händler bereits mit einem Dienstleister zusammen, ein weiteres Fünftel plant die Zusammenarbeit“, heißt es in der Pressemeldung zur ECC-Payment-Studie Vol. 23. Vorgefertigte Bezahllösungen wie Klarna, PayPal Plus, Amazon Pay sind typische Beispiele. Laut Studie wurde PayPal von mehr als 80 Prozent der Konsumenten bereits in Anspruch genommen. Amazon Pay, Apple Pay, Giropay und Google Pay wurden von der Gruppe der Smart Consumer und Heavy-Onlineshopper bevorzugt. Sie sind neuen Payment-Anbietern im Vergleich zum Durchschnittsverbraucher aufgeschlossener.

Weiterführende Informationen zu den genannten Studien:

  • Pressemeldung zu „Online-Payment 2019“ unter ehi.org
  • Pressemitteilung zur ECC-Payment-Studie Vol. 23 unter ifhkoeln.de

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