Finanzen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
22. März 2021

Leasing und Factoring – was ist der Unterschied?

Zur Erweiterung Ihres Unternehmens, zur Finanzierung größerer Aufträge oder zur Sicherung der Liquidität reichen die eigenen finanziellen Mittel oft nicht aus. Mit der Fremdfinanzierung verschaffen Sie Ihrem Unternehmen mehr Spielraum. Eine klassische Form der Finanzierung ist der Kredit. Er bietet jedoch wenig Flexibilität, da die Laufzeit zumeist ziemlich lang ist. Moderne Formen der Fremdfinanzierung in Unternehmen sind Leasing und Factoring. Solche attraktiven Finanzdienstleistungen können echte Alternativen zu einem Darlehen darstellen und bieten Ihnen mehr finanziellen Freiraum.

Was ist Leasing und wie funktioniert es?

Leasing ist vom Grundsatz her eine Miete. Sie mieten ein Objekt an und schließen dafür einen Leasingvertrag ab. Das Objekt steht Ihnen während der Vertragslaufzeit zur Verfügung. Sie zahlen in jedem Monat Leasingraten in der vereinbarten Höhe. Ähnlich wie die Raten bei einem Kredit sind die Leasingraten abhängig von der Vertragslaufzeit und vom Wert des Objekts. Die Gesamtsumme dieser Zahlungen kann deutlich niedriger als bei einem Darlehen sein. Nach Ablauf der Leasingperiode können Sie das Objekt zum Restkaufpreis erwerben oder an den Leasinggeber zurückgeben.

Beim Leasing werden grundsätzlich zwei Vertragsformen unterschieden:

  • Operating Leasing, bei dem der Leasingnehmer ein kurzfristiges Nutzungsrecht an einem Objekt erwirbt und den Vertrag zumeist kurzfristig kündigen kann. Der Leasinggeber trägt das wirtschaftliche Risiko und ist für die Instandhaltung des Objekts verantwortlich.
  • Financial Leasing, bei dem ein lang- oder mittelfristiger Vertrag mit unkündbarer Grundmietzeit abgeschlossen wird. Der Leasingnehmer trägt das Objektrisiko und ist zumeist auch für die Instandhaltung des Objekts verantwortlich.

Leasing wird häufig bei Fahrzeugen angewendet. Über einen bestimmten Zeitraum, häufig für drei Jahre, wird für das Fahrzeug ein Leasingvertrag abgeschlossen. Während der Leasingdauer muss der Leasingnehmer die vereinbarten Raten an den Leasinggeber zahlen. Nach Ende der Vertragslaufzeit kann der Leasingnehmer das Fahrzeug zum Restwert kaufen oder an den Leasinggeber zurückgeben.

Vorteile von Leasing

Als Unternehmer können Sie mit Leasingverträgen Ihr Kreditrating verbessern, da Sie in der Bilanz eine höhere Eigenkapitalquote ausweisen können. Sie verschaffen sich mehr Liquidität und schonen Ihre Kreditlinien. Zumeist können die Leasingraten als Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Factoring und die Funktionsweise

Factoring ist eine moderne Form der Fremdfinanzierung. Sie verschaffen sich kurzfristige Liquidität, indem Sie Ihre Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen an ein Factoring-Unternehmen (Factor) verkaufen. Sie sichern sich gegen Forderungsausfälle ab und können die frei werdende Liquidität zur Begleichung Ihrer Verbindlichkeiten nutzen. Der Factor zahlt an Sie die Summe der Forderungen abzüglich der Factoring-Kosten. Die Factoring-Kosten setzen sich aus einer Gebühr und den Zinsen zusammen.

Das Factoring ist beispielsweise geeignet, wenn ein Sanitär-Unternehmen gewerbliche Kunden bedient und zum Schutz vor Forderungsausfall die Forderungen an diese Kunden an einen Factor verkauft. Das Sanitär-Unternehmen bekommt vom Factor die Summe der Forderungen abzüglich der Factoring-Kosten.

Vorteile von Factoring

Unternehmen können sich mehr finanziellen Spielraum verschaffen, indem sie ihre Forderungen reduzieren und die Liquidität erhöhen. Das wirkt sich günstig auf die Bonität und die Kredit-Spielräume aus. Unternehmen sind nicht an eine lange Laufzeit gebunden und können kurzfristig finanzielle Mittel erhalten.

Möchten Sie kurzfristig Ihre Liquidität verbessern, sollten Sie sich über die Möglichkeiten für Leasing und Factoring informieren.

Fazit: Mehr Liquidität mit modernen Formen der Fremdfinanzierung

Leasing und Factoring sind moderne Formen der Fremdfinanzierung, die individuelle Vorteile für Unternehmen bieten. Diese Finanzierungsformen verschaffen mehr Liquidität und können vorteilhafter als ein Kredit sein.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Insolvenzwelle im Mittelstand? Ein Rechtsanwalt aus Dachau über die aktuelle Lage
Recht & Steuern
Insolvenzwelle im Mittelstand? Ein Rechtsanwalt aus Dachau über die aktuelle Lage

Wirtschaftliche Turbulenzen fordern den Mittelstand heraus Die deutsche Wirtschaft durchlebt turbulente Zeiten. Gestiegene Energiekosten, Lieferkettenprobleme und veränderte Marktbedingungen setzen mittelständische Unternehmen unter enormen Druck. Für eine rechtliche Einordnung haben wir mit Michael Seitz gesprochen, einem erfahrenen Rechtsanwalt in Dachau der Kanzlei Seitz. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Immer mehr Mittelständler kämpfen mit Liquiditätsengpässen. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen. Diese Gemengelage führt zu einer angespannten Situation, die ohne frühzeitige Gegenmaßnahmen existenzbedrohend werden kann. Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken und Anpassungen vorzunehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

5 Min. LesezeitLesen
Smart Glasses am Arbeitsplatz: Sind Ray-Ban Meta Smart Glasses das nächste Produktivitätstool?
Arbeitsleben
Smart Glasses am Arbeitsplatz: Sind Ray-Ban Meta Smart Glasses das nächste Produktivitätstool?

Der moderne Arbeitsplatz hat sich in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert. Arbeitsplätze sind digitaler geworden, Meetings mobiler, Kommunikation permanenter. Zwischen E-Mails, Nachrichten, Anrufen und Kollaborationstools wird von Fachkräften erwartet, jederzeit erreichbar zu sein – ohne dabei den Fokus auf ihre eigentliche Aufgabe zu verlieren. Hier kommt Wearable-Technologie ins Spiel. Smart Glasses sind längst keine futuristischen Gadgets mehr, sondern entwickeln sich zu praktischen Werkzeugen für den Arbeitsalltag. Besonders viel Aufmerksamkeit erhalten derzeit die Ray-Ban Meta Smart Glasses, die klassisches Brillendesign mit integrierter digitaler Funktionalität verbinden. Doch können sie tatsächlich als Produktivitätstool im beruflichen Umfeld dienen? Ein genauerer Blick lohnt sich.

4 Min. LesezeitLesen
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
Handel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite