News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
29. März 2022

LinkedIn Studie: Die neue Ratlosigkeit im Büroalltag

Für viele Berufstätige geht es pünktlich zum Wegfall der gesetzlichen Home Office-Pflicht wieder zurück in den Büro-Alltag, komplett oder zumindest teilweise. Doch wie fühlen sich die Deutschen nach zwei Jahren im Home Office nun bei der Rückkehr? Eine Censuswide-Studie im Auftrag von LinkedIn, für die über 1.000 deutsche Angestellte befragt wurden*, gibt Einblicke in die Befindlichkeiten der Büro-Rückkehrer. 40 Prozent von ihnen fürchten, sie hätten teilweise oder völlig verlernt, wie sie sich im Büro richtig verhalten. Ihnen fallen vermeintlich einfache Dinge jetzt schwerer als zuvor, wie zum Beispiel der Smalltalk mit Kollegen oder generell das Beisammensein mit anderen Menschen. Socializing ist eben nicht wie Fahrradfahren – man kann es verlernen.

Mysterium Büro-Etikette

Die LinkedIn-Studie zeigt, wo unsere größten Probleme bei der Rückkehr ins Büro liegen. Für fast ein Drittel der Befragten wartet die erste Herausforderung schon zu Hause vor dem Kleiderschrank: Was ziehe ich überhaupt an? Sind die bequemen Jogginghosen und Leggings jetzt salonfähig? Und auch der Büroalltag selbst bereitet nach der langen Zeit im Home Office mehr als jeder dritten Person Schwierigkeiten. Die neu entdeckte Freiheit aus dem Home Office ist im Großraumbüro eben nicht unbedingt praktikabel: kann ich lautstark telefonieren oder die Heizung nach meiner Wohlfühltemperatur aufdrehen? Kompromisse und Fingerspitzengefühl sind jetzt wieder gefragt.

Zu viel Nähe sorgt für Unbehagen

Nach der Isolation im Home Office fällt es fast der Hälfte der Arbeitnehmer schwer, mit den Kollegen zusammen zu sein: 40 Prozent der Befragten geben an, dass sie es nicht mehr gewohnt sind, einen ganzen Tag Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Besonders enge Räume sorgen für Unbehagen: 36 Prozent fühlen sich unwohl, mit zwei bis vier Personen einen Aufzug zu teilen. Dieses Unwohlsein gilt auch für Team-Meetings: nur jeder zweite fühlt sich gut dabei, an Veranstaltungen am Arbeitsplatz teilzunehmen – angefangen beim gemeinsamen Mittagessen bis hin zu After-Work-Treffen. Doch nicht nur das Zusammensein ist eine Herausforderung, sondern auch die Kommunikation. 29 Prozent geben an, Schwierigkeiten beim Socializing zu haben. Fast ein Drittel ist aus der Übung, Präsentationen persönlich vor Gruppen zu halten (28 Prozent) oder Smalltalk mit den Kollegen zu führen (31 Prozent).

Smalltalk baut Barrieren im Büro ab

Barbara Wittmann, Country Managerin bei LinkedIn DACH, sagt: „Smalltalk ist viel mehr als eine triviale Unterhaltung übers Wetter und kann einen großen Unterschied machen. Wir können eine Verbindung zueinander aufbauen und mehr über unser Gegenüber erfahren. Das ermöglicht es uns, uns ineinander einzufühlen und uns gegenseitig zu unterstützen.” Sie findet deshalb: „Gerade nach so langer Zeit im Home Office sind Konversationen wichtig, um uns neu kennenzulernen und den Teamgeist langfristig zu stärken. Außerdem können sie dazu beitragen, wichtige Kontakte für unser Berufsleben zu knüpfen.”

Trotz der fehlenden Routine und vieler kleiner und großer Ungewissheiten bezüglich des aktuell “richtigen” Verhaltens im Büro kann die – zumindest zeitweise – Abkehr vom Home Office also auch große Chancen bieten. Beachten dabei alle Beteiligten die in den vergangenen zwei Jahren erlernten Abstands- und Hygienemaßnahmen und greifen das Thema Smalltalk beherzt auf, sind die Bedenken, die die LinkedIn-Studie aufgezeigt hat, sicher schnell vergessen.

*Methodik: Die Marktforschungsberatung Censuswide hat die Umfrage im Auftrag von LinkedIn online zwischen dem 17. und 24. August 2021 durchgeführt. Befragt wurden 1.004 deutsche Arbeitnehmer, die einer Bürotätigkeit nachgehen.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Der Markt des Abschieds: Ökonomie und Wandel im Bestattungswesen
    Wirtschaft
    Der Markt des Abschieds: Ökonomie und Wandel im Bestattungswesen

    Der Tod gehört unweigerlich zum Leben dazu. Gleichzeitig bildet er die Basis für einen der ältesten und beständigsten Wirtschaftszweige überhaupt. Über viele Jahrzehnte hinweg war die Arbeit in dieser Branche stark von festen Traditionen geprägt und veränderte sich kaum. Doch dieses Bild wandelt sich aktuell spürbar. Die Gesellschaft entwickelt sich weiter, und damit auch die Art, wie Menschen trauern und Abschied nehmen. Feste Familienstrukturen lösen sich auf und Angehörige wohnen oft weit verstreut. Zudem verlieren klassische, kirchliche Rituale für viele an Bedeutung. Aus diesen gesellschaftlichen Veränderungen entstehen ganz neue Kundenbedürfnisse, wenn es um die Gestaltung einer Beisetzung geht.

    4 Min. LesezeitLesen
    Hitzeschutz am Arbeitsplatz: Wie Unternehmen warme Räume sinnvoll planen
    Arbeitsleben
    Hitzeschutz am Arbeitsplatz: Wie Unternehmen warme Räume sinnvoll planen

    Wenn Büros, Verkaufsräume oder Werkstätten im Sommer aufheizen, wird die Raumtemperatur zur betrieblichen Frage. Beschäftigte müssen unter geeigneten Bedingungen arbeiten können; zugleich unterscheiden sich die Anforderungen je nach Tätigkeit und Gebäude erheblich. Für Unternehmen lohnt es sich deshalb, zunächst die Situation vor Ort zu bewerten. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Kombination aus Sonnenschutz, Lüftung, Arbeitsorganisation und gegebenenfalls technischer Kühlung sinnvoll ist. Was die Regeln bei Wärme am Arbeitsplatz tatsächlich vorgeben Eine einzelne Zahl beantwortet die Frage nach zulässigen Arbeitsbedingungen bei Hitze nicht. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt während der Nutzung eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur und berücksichtigt dabei Arbeitsverfahren sowie körperliche Belastungen. Feste Detailwerte nennt sie selbst nicht. Arbeitgeber müssen die Bedingungen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung betrachten und erforderliche Schutzmaßnahmen festlegen, wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zu hohen Raumtemperaturen erläutert.

    6 Min. LesezeitLesen
    Praxis für Haut & Venen in Brannenburg: Dermatologie, Phlebologie und Laserbehandlungen
    Business
    Praxis für Haut & Venen in Brannenburg: Dermatologie, Phlebologie und Laserbehandlungen

    Wer eine Arztpraxis in der eigenen Region sucht, möchte vor allem wissen, welche Fachbereiche sie abdeckt und wo sie zu finden ist. Die Praxis für Haut & Venen Andreas Katzemich in Brannenburg bei Rosenheim nennt dermatologische und phlebologische Leistungen sowie Laserbehandlungen als Schwerpunkte. Dieses Porträt ordnet das veröffentlichte Angebot ein und zeigt, welche Informationen die Praxis zu ihrem Standort und ihrer Erreichbarkeit bereitstellt. Eine Praxis für Haut und Venen in Brannenburg

    6 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite