News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
16. August 2023

Sascha Klupp: Was bedeutet die GEG-Sanierungspflicht für Hauskäufer?

Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende hat das ambitionierte Ziel, bis 2030 die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent (Referenzjahr 1990) zu senken und den Anteil der erneuerbaren Energien bis dahin auf 65 Prozent zu erhöhen. Ein wesentlicher Treiber ist das GEG, da in Deutschland mehr als ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs durch Gebäude verursacht wird. Soweit, so gut. Neben anderen Vorgaben und Maßnahmen sollen auch durch Eigentümerwechsel Verbesserungen der Energiebilanz von Gebäuden initialisiert werden. Welche Immobilien sind hiervon betroffen, was und wo muss saniert werden, wer kann sich auf die Ausnahmeregelung berufen?

Beschränkung auf Ein- und Zweifamilienhäuser

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die Sanierungspflicht lediglich für Gebäude mit maximal zwei Wohnungen gilt. Tatsächlich betrifft diese Regelung also „nur“ die 12,6 Millionen Ein- und die 6,2 Millionen Zweifamilienhäuser in der Bundesrepublik. 21,2 Millionen Mehrfamilienhäuser in DE bleiben außen vor. Sanierungspflichtig sind dann auch nur Immobilien, die vom Verkäufer schon vor dem 01.02.2002 bewohnt wurden, da diese bisher von zahlreichen Sanierungsauflagen befreit waren. Gebäude, die später errichtet wurden, entsprechen üblicherweise bereits den strengeren energetischen Vorgaben, dies gilt auch für Mehrfamilienhäuser. Die Grundfläche der Immobilie muss zudem 50 qm überschreiten, um unter die Sanierungspflicht zu fallen. Weiterhin ist es irrelevant, wie man in den Besitz des Grundstück gelangt ist – ob über Erbschaft, Schenkung oder Kauf.

Drei Sanierungspflichten

Sobald also fest steht, dass die Pflicht für den neuen Eigentümer gilt, unterscheidet das Gesetz drei konkrete Sanierungs-Bereiche. Das Dach – bzw. die oberste Geschoßdecke einer beheizten Wohnung – muss fachgerecht gedämmt werden. Ist eine Gas- oder Ölheizung mit Standard- oder Konstanttemperaturkessel vorhanden, fällt diese unter die Sanierungspflicht, gleichzeitig gilt hier eine Maximallaufzeit von 30 Jahren. Niedrigtemperatur- und Brennwettheizungen sind hingegen ausgenommen. Zudem müssen Heizungs- und Warmwasserleitungen, die durch ungeheizte Räume laufen, ebenfalls wärmegedämmt werden. Diese Maßnahmen sind innerhalb von 24 Monaten nach Eigentümerwechsel durchzuführen.

Fördermöglichkeiten

Da auch dem Gesetzgeber sehr bewusst ist, welche Investitionen auf die neuen Eigentümer zukommen können, wurden verschiedene Fördermöglichkeiten geschaffen. Den Gesamtüberblick erhalten Sie auf der Webseite der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), der erste Ansprechpartner sollte ein zugelassener Energieberater sein. Mit diesem lässt sich ein individueller Sanierungsfahrplan erstellen. Die Kosten dafür werden zu 80 Prozent vom Staat getragen. Beispielsweise wird die erwähnte Dämmung des Dachs bzw. der obersten Geschoßdecke durch Übernahme von einem Fünftel der Kosten bezuschusst, der finanzielle Aufwand zur Austausch der Heizung reduziert sich durch die BEG um bis zu 45 Prozent.

Fazit

Die aufgeführten Maßnahmen sind durchaus sinnvoll, die Kommunikation der Vorteile ließ bisher leider ein wenig zu wünschen übrig. Meine Empfehlung für zukünftige Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhauses: Erkundigen Sie sich unbedingt vorher über notwendige Maßnahmen, konkrete Fördermöglichkeiten und Ausnahmeregelungen. Gerade im Bereich der Heizungsanlage existiert eine enorme Bandbreite von Optionen, die überblickt und weitsichtig analysiert werden sollte. Ansonsten fallen eventuell Kosten an, die man leicht hätte vermeiden können.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
    Handel
    RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

    In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

    5 Min. LesezeitLesen
    Effizienter, nachhaltiger, digitaler – so modernisieren Gastronomen ihren Einkauf
    Marketing
    Effizienter, nachhaltiger, digitaler – so modernisieren Gastronomen ihren Einkauf

    Digitale Transformation verändert das Beschaffungswesen grundlegend Die Gastronomie durchlebt einen fundamentalen Wandel. Während traditionelle Bestellprozesse über Telefon, Fax oder persönliche Lieferantenkontakte jahrzehntelang Standard waren, etablieren sich zunehmend digitale Beschaffungslösungen als Schlüssel zu mehr Wettbewerbsfähigkeit. Moderne Gastronomiebetriebe erkennen die strategischen Vorteile automatisierter Bestellsysteme und cloudbasierter Einkaufsplattformen. Die Umstellung auf digitale Prozesse erfordert zwar anfängliche Investitionen, zahlt sich jedoch bereits kurzfristig durch Effizienzgewinne und Kosteneinsparungen aus. Die Digitalisierung des Einkaufs bedeutet weit mehr als nur den Wechsel vom Telefonhörer zur Maus. Sie ermöglicht Echtzeit-Preisvergleiche, automatische Bestandsführung und vorausschauende Bedarfsplanung. Gastronomen profitieren von transparenten Lieferketten und können Schwankungen im Verbrauch präzise analysieren. Diese datengetriebene Herangehensweise reduziert Fehlerquellen und schafft Zeit für das Kerngeschäft: exzellente Bewirtung und Gästezufriedenheit. Besonders bei zeitkritischen Entscheidungen während des laufenden Betriebs erweisen sich digitale Systeme als unverzichtbare Unterstützung. Die permanente Verfügbarkeit von Produktinformationen, Lagerbeständen und Lieferzeiten ermöglicht schnelle Reaktionen auf spontane Anforderungen.

    4 Min. LesezeitLesen
    Vom passiven Zuhörer zum aktiven Markenbotschafter: wie Gamification das Eventmarketing revolutioniert
    IT & Software
    Vom passiven Zuhörer zum aktiven Markenbotschafter: wie Gamification das Eventmarketing revolutioniert

    Wer kennt es nicht? Man besucht eine Fachmesse oder ein Firmenevent, schlendert durch die Gänge und wird an fast jedem Stand mit den gleichen Flyern, Kugelschreibern und langen Vorträgen konfrontiert. Nach der dritten Präsentation schaltet der Kopf meistens ab. Die Informationen rauschen vorbei, und am Ende des Tages bleibt oft nur ein Stapel Visitenkarten übrig, zu denen man kaum noch ein Gesicht vor Augen hat. In einer Welt, in der Aufmerksamkeit das wertvollste Gut ist, stoßen klassische Marketing Methoden immer häufiger an ihre Grenzen. Die Erwartungshaltung des Publikums hat sich gewandelt. Niemand möchte mehr nur passiv beschallt werden; Menschen wollen Teil der Geschichte sein, sie wollen interagieren und etwas erleben. Hier kommt Gamification ins Spiel. Der Begriff klingt im ersten Moment vielleicht nach Spielerei, doch dahinter verbirgt sich eine knallharte Strategie. Es geht darum, bewährte Spielmechaniken in den geschäftlichen Alltag zu übertragen, um Barrieren zu brechen und echte Begeisterung zu entfachen.

    4 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite