Finanzen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
26. Februar 2020

Aktien alternativlos – der Broker nicht!

Es geht dabei aber nicht nur um potenzielle Dividenden, Kursgewinne und Renditen. Denn viele Anleger lassen die Kostenseite unberücksichtigt. Das macht sich insbesondere bei kleinen Transaktionssummen deutlich bemerkbar. Kurz: Viele zahlen zu viel und reduzieren so ihre Erträge. Dabei ist es so leicht wie nie, mit dem eigenen Depot zu einem günstigeren Broker zu wechseln.

Transaktionsgebühren als heimlicher Renditefresser

Ohne Depot kein Börsenhandel – das ist jedem Anleger klar. Doch wie große die Unterschiede im Detail sein können, wissen viele nicht. Zwischen extrem günstigen Trading-Flats von Direkt-Brokern und den Gebühren bei der Hausbank liegen teilweise Welten. Das beginnt bereits bei der meistens kostenlosen Depotführung und schlägt dann bei den Tradinggebühren voll durch. Wer nur ein, zwei Posten im Jahr kauft oder verkauft, wird davon wenig spüren. Doch wer häufig handelt und das zu kleinen Ordersummen, wird den Unterschied schnell an der Depotentwicklung abschätzen können.

Beispiel bei einem kleinen Anlagepaket

Ein Beispiel: Es kauft jemand ein Aktienpaket von einem Papier, das genau bei 100 Euro Kurswert steht zu 1.000 Euro Orderwert, also zehn Anteile.

Bei einer Direktbank wie Comdirect oder Consors zahlt der Anleger dafür nach Ende der Neukundenrabatte etwa 10 Euro pro Trade. Das entspricht genau einem Prozent des Kurswertes.

Das heißt jedoch auch: Damit das Papier überhaupt in die Gewinnzone kommen kann, muss es mindestens ein Prozent zulegen. Da aber die Gebühren auch beim Verkauf zu Buche schlagen, sind es bereits zwei Prozent, die der Kurs sich nach oben entwickeln muss, um überhaupt einen Gewinn machen zu können – Steuern außen vor.

Im Beispiel macht der Anleger erst ab einem Kurswert von 102 Gewinn. Bei einem kleineren Aktienpaket sogar noch später! Wer zum Beispiel für 400 Euro diese Aktien kauft, ist erst ab einem Kurs von 105 Euro im grünen Bereich. Das sind bereits fünf Prozent des Kurswertes!

Bei einem Broker liegen die Gebühren unberücksichtigt der möglichen noch günstigeren Aktionspreise häufig um 5 Euro pro Trade herum. Flatex als einer der Marktführer verlangt beispielsweise aktuell im Regelfalls 5,90 Euro pro Trade. Bei Aktionen sowie für Neukunden liegt die Gebühr deutlich darunter. Ähnliche Konditionen bietet auch finanzen.net.

Bei angenommenen 5 Euro würden An- und Verkauf von zehn Papieren aus dem Beispiel einen Prozent ausmachen. Bei vier Papieren (400 Euro) sind es 2,5 Prozent. Das ist die Hälfte der regulären Kosten bei einer Direktbank.

Je mehr Order mit kleinen Beträgen, desto wichtiger sind die Gebühren

Es gilt die Faustregel: Je geringer der Orderwert, desto stärker fallen Transaktionsgebühren ins Gewicht. Das macht sich noch deutlicher bei Geschäften mit Börsengebühren bemerkbar. Denn muss ein Anleger direkt bei einer Börse kaufen oder verkaufen, kommen noch Spesen hinzu. Diese können die Gewinnmarge weiter schmälern bzw. die Gewinnzone auf einen höheren Kurs verschieben.

Besonders betroffen von Transaktionsgebühren sind Kleinanleger, die ihr Risiko breit streuen möchten. Wer (nur) mehrere Wertpapierpakete im drei- oder niedrigen vierstelligen Bereich kauft oder kaufen kann, muss noch genauer auf das Potenzial der Aktien schauen.

Nicht jeder Anbieter ermöglicht vollen Zugriff auf die Börsen

Bei welchem Broker das eigene Depot liegt, ist jedoch noch aus weiteren Gründen wichtig. Der wichtigste davon: Die Angebotsbreite. Daytrader und Experten werden sich nicht mit Frankfurt, London, Paris und New York zufrieden geben. Sie sollen weltweit Optionsscheine handeln, auf alle Fonds Zugriffe haben und auch mal Exoten kaufen können. Genau an dieser Stelle gibt es bei Banken häufig eine Grenze. Die Angebote sind auf Standardwerte und je nach Bank ein bisschen mehr beschränkt.

Online-Broker setzen jedoch auf Kunden, die häufig und umfassend handeln möchten. Dadurch verdienen sie das Geld. Daher ermöglichen sie den Handel auf einer größeren Zahl von Marktplätzen und mit noch mehr Wertpapieren. Die Unterschiede sind insbesondere bei einigen Fonds und vielen Optionsscheinen sichtbar. Hinzu kommen weitere Geschäfte wie der CFD- und der sonst häufig auf wenige Währungen beschränkte FX-Handel.

Interessierte Anleger sollten daher genau prüfen, ob ein Depotwechsel für ihre Situation sinnvoll ist. Wer häufig handelt, speziell keine großen Summen, hat bei einem Online-Broker nicht nur mehr Möglichkeiten. Durch die günstigen Tradinggebühren erzielen Anleger schneller Zuwächse.

Teilen:
Weitere Artikel
Warum ein guter Passwort-Manager für Unternehmen unverzichtbar ist
Business
Warum ein guter Passwort-Manager für Unternehmen unverzichtbar ist

Passwörter als unterschätztes Sicherheitsrisiko Digitale Konten und Anwendungen sind aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. E-Mail-Postfächer, Cloud-Dienste, Onlineshops, Banking-Systeme und interne Plattformen erfordern meist eigene Zugangsdaten. Mit der wachsenden Zahl an Accounts steigt jedoch auch die Gefahr, dass Passwörter mehrfach verwendet, zu einfach gewählt oder unsicher abgelegt werden. Gerade für Unternehmen kann daraus ein erhebliches Sicherheitsrisiko entstehen. Wird ein Zugang kompromittiert, können nicht nur einzelne Konten betroffen sein. Unter Umständen erhalten Angreifer Zugriff auf sensible Unternehmensdaten, Kundendaten oder interne Systeme. Ein durchdachtes Passwort-Management sollte deshalb ein fester Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie sein.

3 Min. LesezeitLesen
Vertragsmanagement digitalisieren: Warum Unternehmen ihre Verträge neu denken sollten
Business
Vertragsmanagement digitalisieren: Warum Unternehmen ihre Verträge neu denken sollten

Verträge gehören zum Fundament jedes Unternehmens. Sie regeln Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten, definieren Zahlungsbedingungen, Laufzeiten und Verantwortlichkeiten und können im Streitfall entscheidend sein. Trotzdem werden Verträge in vielen Unternehmen noch immer über verschiedene Ordner, E-Mail-Postfächer, Netzlaufwerke oder Tabellen verwaltet. Mit zunehmender Vertragsmenge wird dieses Vorgehen unübersichtlich und kann unnötige Risiken verursachen. Vom Dokumentenarchiv zum aktiven Vertragsmanagement Nach der Unterzeichnung beginnt für Unternehmen die laufende Vertragsverwaltung. Dazu gehören die Überwachung von Fristen, die Kontrolle vereinbarter Leistungen und die rechtzeitige Prüfung von Verlängerungen. Gerade automatische Vertragsverlängerungen können zum Problem werden, wenn Kündigungsfristen nicht rechtzeitig beachtet werden.

4 Min. LesezeitLesen
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt
Expertentalk
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt

Ob Terrasse, Eingangsbereich oder Parkett im Büro: Oberflächen prägen den ersten Eindruck eines Hauses oder Unternehmens und werden im Alltag stärker beansprucht, als viele Eigentümer annehmen. Verschmutzungen, Bewuchs oder Kratzer lassen sich dabei nicht mit ein und derselben Methode behandeln was im schlechtesten Fall mehr schadet als nützt. Im Interview ordnet REFINUM, ein Betrieb für Oberflächenaufbereitung aus der Region München, ein, welche Fragen vor einer professionellen Aufbereitung geklärt werden sollten, worin sich Innen- und Außenflächen unterscheiden und wo die Grenzen pauschaler Reinigungsversprechen liegen. Material und Verschmutzung zusammen denken business-on.de: Warum lassen sich Naturstein, Terrazzo, fugenlose Flächen und Holz nicht mit derselben Methode reinigen?

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite