News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
24. August 2011

Eduard Dörrenberg verdient gutes Geld mit der Angst der Deutschen vor der Glatze

Von Erich Reimann

Dörrenberg, ein Urenkel des Firmengründers, übernahm vor rund 14 Jahren im Alter von 29 Jahren die Leitung des Bielefelder Spezialisten für Haut- und Haarprobleme. „Geplant war das nicht. Aber im Nachhinein gesehen war es sicher die richtige Entscheidung“, sagt er im Rückblick. Der Manager hatte Maschinenbau und Management studiert und mit einer Karriere als Internetpionier geliebäugelt.

Doch dann rief die Familie. Denn das Bielefelder Unternehmen mit den Marken Alpecin, Linola und Alcina war zwar nicht in der Krise, doch drohte es, mit seiner in die Jahre gekommenen Produktpalette den Anschluss zu verlieren. „Die Zukunftsperspektive fehlte damals etwas. Die Innovationskraft hatte nachgelassen“, erinnert sich Dörrenberg heute an die Situation, die er vorfand.

Er spuckte in die Hände und setzte mit einiger Risikobereitschaft auf neue Produkte und aggressive Werbung. Der Dauerbrenner Alpecin erhielt nicht nur zeitgemäßere Verpackungen und eine neue Wirkformel. Wirksam spielte der neue Firmenchef auch auf der Klaviatur der Ängste: So erfand das Unternehmen den „Glatzenrechner“, der den Männern ihre künftige Haarentwicklung drastisch vor Augen führte und versprach „Doping für das Haar“.

„Meine Frau sagt, ich arbeite Tag und Nacht“

Außerdem suchte und fand das Unternehmen neue Nischenmärkte . Es entwickelte mit Plantur 39 ein Mittel gegen Haarausfall für Frauen nach der Menopause und brachte mit Biorepair eine Zahncreme ohne Fluor auf den Markt. Neue Produkte haben dank Dörrenberg heute schrille Namen wie „Akne-Attack“ oder „Schuppen-Killer-Shampoo“.

Das Rezept funktioniert: Trotz scheinbar übermächtiger Konkurrenten wie Procter & Gamble oder Henkel steigerte das Unternehmen aus der westfälischen Provinz im vergangenen Jahr seinen Umsatz um zehn Prozent auf 181 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2011 lag das Plus bei sieben Prozent. „Ich vergleiche uns gerne mit Asterix im Kampf gegen die Römer“, sagt Dörrenberg. Zum Gewinn schweigt sich der Wahlgallier allerdings aus. „Wir sind da ganz zufrieden“, ist Dörrenberg nur zu entlocken.

Zweifel an der Wirksamkeit einiger Präparate, wie sie etwa von der Stiftung Warentest formuliert wurden, wischt der Manager vom Tisch. „Wir haben genug wissenschaftliche Daten, die die Leistung belegen.“ Außerdem sprächen ja die guten Verkaufszahlen für die Wirksamkeit der Mittel. „Millionen Verwender können nicht irren.“

Mitarbeiter bezeichnen den 43-Jährigen als „Workaholic“. Er trägt es gelassen. „Meine Frau sagt, ich arbeite Tag und Nacht. Aber so schlimm ist das gar nicht“, meint er. Zehn Stunden verbringe er im Durchschnitt an den Wochentagen im Büro. Und natürlich arbeite er auch zu Hause noch ein bisschen. Dennoch sei es für ihn wichtig, genug Zeit für seine drei Kinder zu haben. Sein geliebtes Golfspiel hat er dagegen stark eingeschränkt.

Tatsächlich gibt es für den Manager noch Einiges zu tun. Vor allem im Exportgeschäft hat das Familienunternehmen beträchtlichen Nachholbedarf. Das Umsatzvolumen des Auslandsgeschäfts beträgt gerade einmal zwölf Prozent. In dieser Woche flog Dörrenberg nach Brasilien, um den Markt dort zu studieren.

dapd

Teilen:
Weitere Artikel
ALG 1 Zuverdienst – was 2026 gilt
Ratgeber
ALG 1 Zuverdienst – was 2026 gilt

Wer Arbeitslosengeld I bezieht, darf 2026 monatlich bis zu 165 Euro aus einem Nebenjob behalten, ohne dass das Arbeitslosengeld gekürzt wird. Voraussetzung ist, dass die wöchentliche Erwerbstätigkeit unter 15 Stunden bleibt. Jeder Euro oberhalb der Hinzuverdienstgrenze wird vollständig vom ALG I abgezogen. Die Regeln wirken auf den ersten Blick einfach, haben aber konkrete Fehlerquellen bei Anrechnung, Meldepflichten und Steuer, die zu Rückforderungen führen können. Dieser Guide erklärt die Anrechnungsmechanik mit Beispielrechnung, zeigt Möglichkeiten zur Erhöhung des Freibetrags und hilft beim Widerspruch gegen fehlerhafte Bescheide. Die Kurzversion 165 Euro monatlicher Freibetrag auf den Nebenverdienst bei ALG-I-Bezug.

Lesen
Beschränkte Steuerpflicht: Bedeutung und Anwendung
Recht & Steuern
Beschränkte Steuerpflicht: Bedeutung und Anwendung

Wer keinen Wohnsitz und keinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, aber Einkünfte aus inländischen Quellen bezieht, unterliegt der beschränkten Steuerpflicht nach § 1 Absatz 4 EStG. Besteuert wird dann ausschließlich der im Inland erzielte Teil des Einkommens. Zentrale steuerliche Entlastungen entfallen oder sind nur eingeschränkt verfügbar. Betroffen sind vor allem Auswanderer mit deutschen Mieteinnahmen und Rentner mit Wohnsitz im Ausland. Dieser Ratgeber erläutert die Rechtsgrundlagen, Gestaltungsmöglichkeiten und häufige Praxisfehler. Alles Wichtige im Überblick Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Regeln zur beschränkten Steuerpflicht kompakt zusammen.

Lesen
USP Bedeutung – was ein Alleinstellungsmerkmal ausmacht
Marketing
USP Bedeutung – was ein Alleinstellungsmerkmal ausmacht

USP steht für Unique Selling Proposition (auch Unique Selling Point) und bezeichnet im Deutschen das Alleinstellungsmerkmal eines Produkts, einer Dienstleistung oder eines Unternehmens. Im Marketing ist der Begriff zentral: Gemeint ist das entscheidende Verkaufsversprechen, das ein Angebot in der Wahrnehmung der Zielgruppe unverwechselbar macht und die Kaufentscheidung beeinflusst. Der folgende Artikel erklärt die USP Bedeutung, zeigt Wege zur Entwicklung eines belastbaren Alleinstellungsmerkmals und ordnet ein, warum das Konzept auch 2026 relevant bleibt. Wesentliche Fakten USP steht für Unique Selling Proposition und bezeichnet das Alleinstellungsmerkmal, das ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen klar von der Konkurrenz abhebt.

Lesen
Zur Startseite