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  • 16.06.2020, 15:38 Uhr
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  • Deutschland
Finanzen

Ist es sinnvoll, mehrere Girokonten zu führen?

Viele Menschen besitzen nur ein einziges Konto für ihre alltäglichen Transaktionen. Der Arbeitgeber überweist am Ende des Monats das Gehalt auf dieses Konto, von dem wiederum Miete, Strom und andere Fixkosten abgezogen werden. Den Rest gibt man nach eigenem Gutdünken fröhlich aus oder spart es an. Das ist unkompliziert, keine Frage. Dennoch kann es sinnvoll sein, mehrere Konten parallel zu führen. Paarbeziehungen oder Wohngemeinschaften, selbstständigen Unternehmern und Bankkunden mit konkreten Sparplänen erleichtert dies, finanziellen Überblick und Transparenz zu wahren. Aber wie viele Konten darf man eigentlich gleichzeitig führen? Und unter welchen Bedingungen lohnt sich eine mehrfache Kontoführung überhaupt?

Es gibt keine gesetzliche Beschränkung für die Anzahl an Girokonten

Theoretisch kann in Deutschland jeder Mensch so viele Girokonten besitzen, wie er möchte und verwalten kann. Bei Direktbanken lassen sich diese meist in wenigen Schritten online einrichten. Dabei spielt es rechtlich gesehen keine Rolle, ob ein Kunde mehrere Konten bei derselben Bank oder einzelne Konten bei verschiedenen Banken eröffnet. Zur Eröffnung eines Onlinekontos wird der Antrag direkt über die Internet-Plattform der Direktbank gestellt. Dann dauert es meist ein bis zwei Wochen, bis die Unterlagen beim Antragsteller eintreffen und das Bankkonto genutzt werden kann. Entscheidet man sich für eine Filialbank, kann man die Anträge gemeinsam mit einem Berater in der örtlichen Filiale ausfüllen. Übrigens gibt es auch keine Pflicht, von einer Bank zu einer anderen überzuwechseln - es dürfen durchaus mehrere Konten parallel geführt werden.

Für wen ist es sinnvoll, mehrere Konten zu führen?

Im Grunde lohnt es sich für jeden Menschen, mehrere Girokonten zu führen, der den finanziellen Überblick über verschiedene Lebensbereiche behalten muss. Unternehmer, die ein Geschäftskonto eröffnen, trennen auf diese Weise berufliche und private Transaktionen. Wer Geld immer direkt ausgibt und so seine Sparpläne sabotiert, für den kann unter Umständen ein spezielles Sparkonto sinnvoll sein. Geht am Anfang jedes Monats ein festgelegter Betrag ab, ist die Hemmschwelle deutlich höher, diesen unnötig anzurühren. Auch für Partnerschaften oder Wohngemeinschaften lohnt es sich, ein gemeinsames Haushaltskonto zu führen, auf das alle Parteien Zugriff haben. Vor allem Paare sollten, des häuslichen Friedens wegen, möglichst früh in der Beziehung verbindliche Absprachen über gemeinsame Konten treffen. Uneinigkeiten über gemeinsame Ausgaben und Finanzen ist ein Streit- und Trennungsgrund, der oftmals unterschätzt wird. Eine gute Lösung kann es sein, dass jeder Partner ein eigenes Konto behält und zusätzlich ein gemeinsames Konto geführt wird. Von diesem werden dann Haushaltsausgaben, gemeinsame Urlaube oder andere gemeinsame Aktivitäten bezahlt, während gleichzeitig jeder der Partner seine finanzielle Unabhängigkeit behält.

Tipps zum Eröffnen mehrerer Girokonten

Es ist soweit, Sie haben beschlossen, ein zusätzliches Konto einzurichten. Worauf gilt es jetzt noch zu achten?

  • Konten bei verschiedenen Banken einrichten lassen. Die Anbieter, zwischen denen Sie wählen können, haben oftmals verschiedene Konditionen. Wenn Sie Konten bei unterschiedlichen Banken eröffnen möchten, können Sie die speziellen Vorteile der jeweiligen Anbieter für sich nutzen. Einer bietet zum Beispiel ein kostenloses Girokonto, bei einem kann weltweit kostenlos Geld abgehoben werden, ein anderer bietet persönliche Ansprechpartner vor Ort? Machen Sie sich vorher Gedanken über Ihre konkreten Bedürfnisse. Wollen Sie zum Beispiel als Paar oder Wohngemeinschaft ein gemeinsames Konto eröffnen, sollte es möglich sein, zwei Personen als Inhaber einzutragen.
  • Preise und Konditionen vergleichen. In den letzten Jahren wurden, insbesondere bei den großen Hausbanken, vielfach die Kontoführungsgebühren erhöht. Vor allem Konten, auf denen weniger Transfer stattfindet, sollte man bei einem günstigen oder kostenfreien Anbieter eröffnen. Falls Sie dabei feststellen, dass Sie generell zu viel für Ihr Konto bezahlen: Ein Kontowechsel ist heutzutage denkbar unkompliziert. Die meisten Banken bieten eine Kontowechselhilfe, die direkt online oder vor Ort in der Filiale in Anspruch genommen werden kann. Bei einer Bank zu bleiben, deren Kontoführungsgebühren unangemessen hoch sind, ist also nichts, womit sich Kunden abfinden müssten. So lange Sie jede Preiserhöhung mitmachen, können die Hausbanken jedoch auch stetig weiter an der Preisschraube drehen.
  • Achtung, Dispo! So einfach es auch ist - sehen Sie davon ab, einfach ein zweites Konto zu eröffnen, weil Sie bei der Hausbank Ihr Konto überzogen haben. Dieses Verhalten wird sofort von der Schufa registriert und kann Ihnen zum Verhängnis werden, sollten Sie einmal einen Kredit aufnehmen wollen. Davon abgesehen kann dies auch schnell in einer unkontrollierbaren Schuldenfalle enden. Eröffnen Sie nur Konten, die Sie wirklich benötigen, und achten Sie darauf, den Überblick über Ihre Ausgaben zu behalten.

(Redaktion)


 


 

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