News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
15. Juni 2012

Den Abenteuerspielplatz im Garten richtig vorbereiten

Kinder sind im Garten nur selten einfach mit Blumen oder Kräutern zu begeistern. Sie wollen toben, baden, sich verstecken, Ball spielen. Ein normaler Sandkasten oder ein aufblasbares Schwimmbecken reichen dafür schon lange nicht mehr aus. Auf vielen Grundstücken werden Klettergerüste, Trampolins und andere Spielgeräte aufgebaut, die den Vergleich mit öffentlichen Spielplätzen nicht zu scheuen brauchen. Im Sommer bietet der eigene Pool Abkühlung. Das Grundstück wird zum Abenteuerspielplatz.

„Im Prinzip können Hausbesitzer ihr Eigentum so gestalten, wie sie wollen“, erklärt Kai Warnecke, Jurist bei Haus & Grund Deutschland. Ein Riesen-Trampolin im Garten ist kein Problem, sofern es jederzeit auf- und abgebaut werden kann. „Ist es allerdings dauerhaft errichtet und fest im Boden verankert, ist unter Umständen eine Baugenehmigung notwendig. Das ist je nach Bundesland verschieden geregelt, sollte aber im Vorfeld geprüft werden.“

Auch Mittags gilt Ruhezeit

Da der eigene Garten nun einmal kein öffentlicher Spielplatz ist, muss bei der Wahl der Spielgeräte und ihres Standortes auch an die Nachbarn gedacht werden. Das Trampolin oder das Fußballtor gehört also nicht direkt an den Grundstückszaun, sondern ist in einer abgelegenen Ecke besser aufgehoben. „Auch beim Spielen und Toben müssen Kinder und Jugendliche Rücksicht auf Andere nehmen. Abends und nachts gelten Ruhezeiten, ebenso wie in der Mittagszeit“, erklärt Kai Warnecke.

Beliebt, nicht nur bei den Jüngsten, ist der Swimmingpool vor dem Haus. „Auch hier ist zu prüfen, ob eine Baugenehmigung notwendig ist“, sagt der Experte. Ein kleiner Gartenpool mit bis zu 100 Kubikmetern Wasser sei in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei. Wird er aber größer geplant oder sogar überdacht, muss die zuständige Behörde zustimmen. „Besitzer von Teichen oder Pools müssen auch an ihre Verkehrssicherungspflicht denken“, betont Warnecke. „Auf offenen Grundstücken sind solche Wasserflächen extra zu sichern, damit niemand hineinfallen kann. Ist allerdings das ganze Grundstück umzäunt, müssen keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden.“

Streit mit dem Nachbarn vermeiden

Wichtig ist auch der Abstand zum Nachbargrundstück. Abhängig von der jeweiligen Landesbauordnung sind bestimmte Abstände Pflicht, damit der angrenzende Garten nicht beschädigt wird. „Besonders in Hanglagen ist darauf zu achten, dass der Pool nicht abrutscht und Wasser auf das Nachbargrundstück schwappt.“

Gegen ein Baumhaus kann doch wirklich niemand etwas haben, meinen viele Hausbesitzer. Das mag für die improvisierten Hüttchen gelten, die sie aus ihrer eigenen Kindheit kennen. „Heute werden aber oft relativ große, professionelle Baumhäuser mit Fenster gebaut, die leicht als bauliche Anlage durchgehen. Wer so etwas vorhat, muss ebenfalls beim zuständigen Amt nachfragen, ob er das überhaupt darf.“

Selbst kleinere luftige Spielhütten können zum Zankapfel und schließlich zum Fall für das Gericht werden, wenn sich die Nachbarn nicht einigen. So musste sich das Landgericht Dortmund mit einem Baumhaus befassen, das im Garten zwischen zwei Fichten, auf einer Höhe von zweieinhalb Metern, errichtet worden war. Der Nachbar störte sich daran, weil der landesrechtlich vorgeschriebene Grenzabstand verletzt worden war. Die Distanz zu seinem Grundstück betrug nur 20 Zentimeter. Die Richter geben ihm Recht. Das Bauhaus sei zwar kein „Gebäude“, aber eine „sonstige Anlage“. Und für diese gelte der vorgeschriebene Grenzabstand ebenfalls (AZ: 1 S 109/06).

dapd/ Katja Fischer

Teilen:
Weitere Artikel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
Handel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

5 Min. LesezeitLesen
Gewerbe abmelden: So läuft die Abmeldung sauber ab
Business
Gewerbe abmelden: So läuft die Abmeldung sauber ab

Ein Gewerbe abmelden zu müssen, wirkt auf den ersten Blick wie ein rein formaler Behördengang. In der Praxis entsteht der größte Fehler aber meist schon davor: Nicht jede Veränderung im Betrieb führt automatisch zu einer Gewerbeabmeldung. Entscheidend ist, ob der Gewerbebetrieb endgültig aufgegeben wird, ob sich die Rechtsform ändert oder nur Daten des Unternehmens angepasst werden müssen. Seit dem 1. November 2025 gilt außerdem bei der Verlegung in einen anderen Meldebezirk ein vereinfachtes Rückmeldeverfahren, das die Abläufe an einem wichtigen Punkt verändert hat. Gerade für kleinere Unternehmen, Einzelunternehmen und wachsende Betriebe mit mehreren Standorten ist diese Unterscheidung wichtig. Wer die falsche Anzeige wählt, riskiert Rückfragen der Behörde, unnötige Doppelwege oder im schlechtesten Fall eine verspätete Meldung. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Fälle, in denen eine Abmeldung tatsächlich erforderlich ist, und auf die Konstellationen, in denen stattdessen eine Gewerbeummeldung oder eine neue Gewerbeanmeldung vorzunehmen ist. Wann muss ein Gewerbe tatsächlich abgemeldet werden?

9 Min. LesezeitLesen
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird
IT & Software
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird

Object Storage rückt im Mittelstand aus einer Nische in das Zentrum der IT-Planung. Der Grund liegt nicht in einem kurzfristigen Trend, sondern in einer strukturellen Veränderung: Unternehmen speichern heute deutlich mehr unstrukturierte Daten, sichern mehr Systeme gleichzeitig und wollen Daten später auch für Analysen, Automatisierung und KI nutzen. Klassische Speicherkonzepte geraten dabei oft an Grenzen, weil sie auf Dateipfade, feste Hierarchien oder teure Primärspeicher angewiesen bleiben. Object Storage setzt an genau dieser Stelle an und schafft eine skalierbare Grundlage für moderne IT-Architekturen. Was Object Storage grundsätzlich anders macht Object Storage speichert Daten nicht als klassische Dateien in Ordnern und Unterordnern, sondern als eigenständige Objekte. Jedes Objekt enthält die eigentlichen Daten, Metadaten und eine eindeutige Kennung. Dadurch entsteht im Kern keine starre Verzeichnisstruktur, sondern ein flacher, sehr gut skalierbarer Datenraum, in dem Anwendungen Objekte über Schnittstellen wie HTTP, HTTPS und REST finden und abrufen können. Einige Plattformen ergänzen dieses Prinzip heute zwar um filesystem-nahe Funktionen wie hierarchische Namespaces oder NFS-Zugriff, die Grundlogik von Object Storage bleibt aber objektbasiert. Genau dieser technische Unterschied macht das Modell für den Mittelstand interessant, weil es mit wachsenden Datenmengen besser umgeht als viele traditionelle Ansätze. Bilder, Videos, Backups, Logdaten, E-Mails, Sensordaten oder Archivbestände lassen sich in großen Mengen verwalten, ohne dass bei jeder Erweiterung das gesamte Speicherkonzept neu gedacht werden muss. In der Praxis steht hinter Object Storage deshalb nicht nur ein weiterer Speicherort, sondern ein anderer Ansatz für den Umgang mit unstrukturierten Daten. Wer moderne Anwendungen, verteilte Standorte oder hybride Infrastrukturen betreibt, profitiert besonders davon, dass Metadaten sehr gezielt ausgewertet und Richtlinien automatisiert auf große Datenbestände angewendet werden können.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite