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business-on.de Redaktion
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12. April 2021

Digitales Schaufenster: Potenzial, Voraussetzungen und Vorteile

Digitale Schaufenster: ein Konzept im Überblick

Immer mehr stationäre Einzelhandelsgeschäfte und Kaufhäuser setzen auf das Marketing-Mittel des digitalen Schaufensters. Es handelt sich um Werbe-Bildschirme unterschiedlicher Formate, die an gut sichtbaren Orten positioniert sind. Dies kann beispielsweise der Schaufensterbereich sein oder ein Ort nahe des Ladengeschäfts (etwa in Form eines Kundenstoppers). Die Idee hinter dieser Art von Display-Werbung ist es, das Potenzial des E-Shoppings mit dem Einkaufserlebnis vor Ort zu verknüpfen.

Eine Besonderheit ist das Kauferlebnis rund um die Uhr. Dank der digitalen Schaufenster sind Laden und Kundschaft unabhängig von Öffnungszeiten. Ähnlich wie beim Online-Shopping ist 24 Stunden am Tag das Stöbern und Kaufen möglich. Anders als beim reinen Online-Handel bieten digitale Schaufenster jedoch die Verbindung zum Kauferlebnis vor Ort.

Digitale Schaufenster sind ein Beispiel und Anwendungsbereich des Trends Digital Signage, also digitale Beschilderung. Gemeinsam ist den Komponenten des Digital Signage, dass sie auf digitalem Wege Medieninhalte übertragen. Dazu gehören Informations- und Werbematerialien wie elektronische Plakate oder Werbung in Ladengeschäften. Aber auch elektronische Verkehrsschilder, Wegbeschreibungen oder digitale Beschilderung von Türen gehören zum Anwendungsbereich des Digital Signage. In Form digitaler Werbeplakate ist das Digital Signage im öffentlichen Straßenbild auf dem Vormarsch und immer mehr Kundschaft schätzt diese Möglichkeit der digitalen Interaktion mit dem Geschäft.

Möglichkeiten und Einsatzbereiche für digitale Schaufenster

Digitale und interaktive Schaufenster kennen eine Vielzahl möglicher Umsetzungen und Anwendungsbereiche. Grundsätzlich sind hier der Fantasie der Werbetreibenden keine Grenzen gesetzt. Produkte und Dienstleistungen lassen sich durch verschiedene digitale Maßnahmen in Szene setzen. Dabei lässt sich deutlich mehr umsetzen als nur das, was in Printmedien möglich wäre.

Die Zielgruppe wird in Echtzeit angesprochen und zu Interaktion aufgefordert. Ein wichtiges Stichwort in dem Zusammenhang lautet Gamification: die Kundschaft wird auf geradezu spielerische Weise dazu aufgefordert, sich mit den Produkten zu befassen.

Konkrete Anwendungsbereiche sind Videowalls hinter den Schaufenstern. Eine andere Umsetzungsmöglichkeiten sind Rückprojektionen auf den Scheiben der Schaufenster. Auch im Hinblick auf die Inhalte sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, Neben klassischen Werbefilme lassen sich auch Sonderangebote, Gewinnspiele oder animierte Plakate zur Kundengewinnung ausspielen. Je nachdem auf welcher Blickhöhe sich die Inhalte befinden, lassen sich auch verschiedenartige Inhalte erstellen.

Eine klassische Umsetzungsmöglichkeit des digitalen Schaufensters ist die digitale Werbesäule. Diese schlanken Säulen kommen meist mit Touchscreen sowie WLAN und Bluetooth. Sie verfügen über gängige Betriebssysteme wie etwa Android und ermöglichen damit die Interaktion (etwa das Scannen von QR-Codes). Solche Werbesäulen eignen sich speziell zum Abspielen kreativen bewegten Inhalts im Schaufenster.

Eine andere Form des digitalen Schaufensters ist das große Wanddisplay. Dieses dient der gut sichtbaren Bewerbung und Information direkt am Point of Sale. Auch in Etablissements wie Restaurants oder Hotels kommen Wanddisplay zum Einsatz. Dank unterschiedlicher Größen lässt sich diese Form des digitalen Schaufensters fit für verschiedene Einsatzzwecke machen.

Eine alternative Möglichkeit sind digitale Schaufenster in Form von Kundenstoppern. Diese lassen sich flexibel einsetzen und positionieren. Es handelt sich um freistehende Systeme, die in unterschiedlichen Größen verfügbar sind. Sie lassen sich beispielsweise in verschiedenen Points of Sale direkt im Ladengeschäft positionieren. Auch ist es möglich, sie im Außenbereich in der Nähe einer Filiale aufzustellen. Mit großen Displays mit Touchscreen in hoher Auflösung können sie zur Ausspielung von Werbevideos eingesetzt werden. Ebenso können Kunden mit den digitalen Kundenstoppern interagieren, Bestellungen aufgeben oder Käufe abschießen.

Eine ähnliche Art des digitalen Schaufensters ist das freistehende Info-Terminal inklusive Touchscreen. Auch diese lassen sich direkt vor Ort im Ladenlokal oder Restaurant positionieren.

Eine kompaktere Möglichkeit ist der digitale Tischaufsteller. In kleineren Formaten und verschiedenen Displaygrößen eignet sich dieser besonders für das Aufstellen auf Tischen, Theken oder Tresen. Anwendungsbereiche sind beispielsweise Restaurants oder Hotels.

Technische Besonderheiten

Gemeinsam sind verschiedenen Arten digitaler Schaufenster bestimmte technische Merkmale. Sie arbeiten mit verschiedenen mobilen Technologien. Dazu gehören neben QR-Codes und Touchscreen-Displays auch iBeacons und NFC. Diese und andere Technologien fördern die interaktive Kommunikation zwischen Kundschaft und digitalem Schaufenster. Die flächendeckende Verbreitung von Smartphones und Tablets ermöglicht es nahezu allen Kundinnen und Kunden, in direkte Interaktion mit dem digitalen Schaufenster zu treten. Damit lässt sich Kundschaft und potenzielle Kundschaft über digitale Inhalte enger an eine Marke oder ein Produkt binden.

(Lauf-)Kundschaft kann die Inhalte in den digitalen Schaufenstern oft über ihre Bewegungen steuern. Gestenbasierte Anwendungen ermöglichen dies. Weiterhin lasen sich mobile Endgeräte über die Technik der Augmented Reality einbinden. Dank Integration von Daten aus den Social Media lässt sich ein noch stärkerer Bezug direkt zur Kundschaft herstellen. Über Techniken wie Facetracking ist es möglich, verschiedene Zielgruppen zu identifizieren. Individuelle und zielgruppenkonforme Inhalte lassen sich somit ausspielen.

Überlegungen im Vorfeld: für wen ist das digitale Schaufenster sinnvoll?

Das Potenzial digitaler Schaufenster ist groß. Informationen und Werbematerialien werden nicht nur ausgespielt, sondern in das Kauferlebnis mit eingebunden. Wichtig ist es jedoch, vor der Anschaffung bestimmte Überlegungen anzustellen. Das digitale Schaufenster kann sein Potenzial nur entfalten, wenn die Bedienung intuitiv verläuft und es für Kunden einen Mehrwert bietet.
Zu berücksichtigen ist, dass die Inhalte passend auszuwählen und zu gestalten sind. Wie auch in anderen Marketing-Maßnahmen muss die Präsentation das Unternehmen und die Marke optimal widerspiegeln und im Idealfall neue Kunden generieren. Auch in Anbetracht der höheren Anschaffungs- und Installationskosten ist abzuwägen, ob das digitale Schaufenster für die angestrebte Zielgruppe einen Mehrwert darstellt. Für jüngere Zielgruppen kann diese Form der Werbung besonders ansprechend sein.

Grundsätzlich ist es in Anbetracht der Digitalisierung sinnvoll, im Geschäft durch digitale Schaufenster mehr Käufer anzulocken. Doch die Art und Form der Umsetzung und die Entscheidung, welches Angebot auf diese Weise beworben werden soll, ist von der Branche und der Zielgruppe abhängig.

Damit die Investition in die digitale Schaufensterwerbung mittel- und langfristig sinnvoll ist, sind im Vorfeld mehrere technische Fragen zu klären.

Eine Überlegung betrifft das Display und seine Ausrichtung. Diese ist unter anderem abhängig von der geografischen Ausrichtung des entsprechenden Schaufensters. Eine wichtige Voraussetzung für ein positives Kundenerlebnis ist die optimale Ablesbarkeit. Daher ist der Spiegelungsfaktor der Schaufensterscheibe zu berücksichtigen ist. Die Helligkeit (Candela pro Quadratmeter) des Displays muss die der Umgebung deutlich übersteigen, damit sich das Schaufenster gegen die Sonnenspiegelungen durchsetzt. Da größere Displays allgemein besser wahrgenommen werden als kleinere, stellt sich hier zudem die Frage, was rechtlich erlaubt ist.

Auch im Hinblick auf Installation, Montage und Halterung sind die Bedingungen vor Ort zu klären. Dies bezieht sich sowohl auf technische Faktoren wie die Nutzlast der Decke als auch auf rechtliche Vorschriften. Wichtig ist beispielsweise die Frage, ob der Point of Sale gemietet oder Eigentum ist. Damit verbunden sind infrastrukturelle Fragen. Diese beziehen sich beispielsweise auf die Energieversorgung und Zuleitung. Ebenso muss die Statik des betreffenden Gebäudes geklärt sein.

Die Software des digitalen Schaufensters ist ebenso zu berücksichtigen. Gibt es mehrere Niederlassungen und Benutzer kann beispielsweise ein Rechtemanagement erforderlich sind. Damit lassen sich Zugriffsrechte der Belegschaft zuweisen und kontrollieren.

Nicht zuletzt sind Faktoren der Interaktion mit der Kundschaft vor der Installation zu berücksichtigen. Dies betrifft Fragen wie den zu erwartenden Betrachtungsabstand sowie die Betrachtungsdauer der Laufkundschaft. Diese und andere Aspekte aus unterschiedlichen Disziplinen sind im Vorfeld der Installation zu berücksichtigen, damit eine langfristig erfolgreiche Nutzung möglich ist.

Zu den wichtigsten Trends im Zusammenhang mit digitaler Schaufensterwerbung gehört die aktive Einbindung des Kunden. Dank immer sensibler werdender Touch-Sensoren und immer größerer Display-Formate und nicht zuletzt dank sinkender Preise ist von einer größeren Verbreitung auch in kleineren Geschäften auszugehen.

Ein weiterer wichtiger Trend ist die Datenauswertung und die Nutzwertanalyse. Speziell im Einzelhandel ist eine Analyse des Erfolgs der Werbung von großer Bedeutung. Mit Technologien wie Gesichtserkennung und Näherungs-Sensoren kann am digitalen Schaufenster selbst ermittelt werden, ob und in welcher Frequenz sich Kunden nähern. Diese Technologien können die direkte Umgebung des Geschäfts scannen. Vermittelt über Kamerabilder kann eine Software wichtige Zielgruppen-Daten erfassen. Gesichtserkennung ist imstande, Alter, Geschlecht und sogar die Stimmung der Betrachtenden zu ermitteln. Gemeinsam mit Messungen von Touchscreen-Berührungen lassen sich wichtige Rückschlüsse auf den Erfolg von Marketing-Maßnahmen geben. Präzise Auswertungen ermöglichen es, die Käuferschaft und potenzielle Kundschaft genauer zu erkennen. Schritt für Schritt lassen sich weitere Schaufenster-Werbemaßnahmen optimieren.

Digitale Schaufensterwerbung ist ein wertvoller Beitrag zu einem erfolgreichen Marketing-Mix. In Kombination mit herkömmlichen analogen Marketing-Maßnahmen (etwa Printwerbung) lässt sich die Zielgruppe immer präziser ansprechen. Verbesserte Gewinnung und Bindung der Kundschaft ist idealerweise die Folge.

Digital Signage: das innovative Flaggschiff der Werbe- und Informationsbranche

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