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7. April 2020

ZDF-Doku-Reihe „Deutschlands große Clans“ erzählt „Die Deichmann-Story“

Inhaltsverzeichnis:

  1. Portrait über Deichmann
  2. Deichmann Gründung
  3. Deichmann 1. und 2. Generation
  4. Deichmann Expansion
  5. Deichmann 3. Generation
  6. Deichmann Internationalisierung
  7. Deichmann Digitalisierung
  8. Deichmann Humanitäres Engagement
  9. Deichmann Stiftung
  10. Deichmann Firmenphilosophie
  11. Deichmann Lieferanten
  12. Deichmann Marken
  13. Deichmann während der Corona-Krise

Schuhe für den kleinen Geldbeutel – mit diesem Credo wächst Heinz-Horst Deichmann auf. Sein Vater Heinrich Deichmann betreibt seit 1913 eine kleine Schusterei im Arbeiterviertel Borbeck bei Essen. Als fromme Christen und Mitglieder einer evangelischen Freikirche sehen es die Deichmanns als ihre Pflicht, auch ärmeren Kunden zu ordentlichen Schuhen zu verhelfen. Nach Heinrich Deichmanns frühen Tod im Jahr 1940 führt Ehefrau Julie das Geschäft allein mit den Töchtern weiter. Nach dem Krieg ermöglicht sie den Neuanfang des Unternehmens, das ihr Sohn Heinz-Horst später in eine neue Dimension führt. Der wachsende Erfolg der Firma gründet nicht nur auf der Leistung des neuen Firmenchefs: Seine Ehefrau Ruth wirkt tatkräftig im Hintergrund und wird Mitinhaberin. So sind es auch die Frauen der „Deichmänner“, die das Unternehmen groß machen.

Mit dem Slogan „modische Schuhe zu kleinen Preisen“ erobert Heinz-Horst Deichmann den Weltmarkt. Die Produktion in Billigländern jedoch führt zu Kritik, denn die Inhaberfamilie hat den Anspruch, auch ihre Geschäfte nach christlichen Grundsätzen auszurichten. Das 100-jährige Firmenjubiläum überlebt Heinz-Horst Deichmann nur um ein Jahr. Die Leitung des Schuh-Imperiums hat er da schon längst an seinen Sohn Heinrich Otto übergeben, der das Unternehmen getreu dem Vorbild seines Vaters führt.

In der Dokumentation nimmt der Firmenerbe Stellung zu den Vorwürfen, mit der Forderung nach einer Stundung von Mietzahlungen während des Corona-Lockdowns Immobilienbesitzer in Bedrängnis gebracht zu haben. Langjährige Weggefährten des legendären Gründers geben mit ihren Interviews seltene Einblicke in die Familien- und Firmengeschichte. Bislang unveröffentlichte Filmaufnahmen aus dem Deichmann-Archiv dokumentieren den Weg einer Essener Schuhmacherfamilie zu einer weltbekannten Industriellen-Dynastie.

Portrait über Deichmann

Schuhe für alle Altersgruppen in einer hohen Bandbreite und zu günstigen Preisen anzubieten, ist die Mission der Deichmann SE. Das Unternehmen zählt zu den bekanntesten inhabergeführten Familienbetrieben in Deutschland. Die Handelsgesellschaft für Schuhe hat ihren Hauptsitz in Essen. Sie ist in 30 Ländern mit mehr als 400 Filialen präsent. Über 40.000 Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig. Der Umsatz beläuft sich auf rund 6,5 Milliarden Euro pro Jahr. Damit ist Deichmann europaweit der größte Schuhhändler.

Deichmann Gründung

Im Arbeiterviertel Borbeck (heute ein Stadtteil von Essen) begann 1913 die Geschichte von Deichmann. Heinrich Deichmann, Jahrgang 1888, eröffnete in der heutigen Johannes-Brokamp-Straße ein kleines Schuhmachergeschäft, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau Julie betrieb. Das Ziel war, die Bevölkerung mit hochwertigen, aber bezahlbaren Schuhen zu versorgen. Das Geschäft firmierte unter dem Namen „Schuhreparatur Elektra“. Zur Zielgruppe gehörten insbesondere die Bergleute aus dem Ruhrgebiet.

Deichmann 1. und 2. Generation

Heinrich Deichmann war Gegner des NS-Regimes und verurteilte die Judenverfolgung. Nach seinem Tod im Jahr 1940 übernahm seine Frau Julie die Leitung der Firma. Sohn Heinz-Horst Deichmann, Jahrgang 1926, half gelegentlich im Familienbetrieb und unterstützte seine Mutter dabei, das Geschäft durch die schwierige Zeit zu bringen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Schuhe von Deichmann aus Pappelholz und Fallschirmgurten hergestellt. Außerdem baute die Familie eine Tauschbörse für gebrauchte Schuhe auf. Aus Schuhfabriken wurde preiswerte Neuware beschafft. Ende der 1940er Jahre eröffnete Heinz-Horst Deichmann das erste Geschäft außerhalb der Stadt Essen. Der Standort war die Ackerstraße in Düsseldorf. Nach seinem Studium der Theologie und der Promotion als Mediziner praktizierte Heinz-Horst Deichmann als Arzt. 1956 gab er seinen Beruf auf und übernahm die Leitung der Firma. Das Lebenswerk seines Vaters wollte Heinz-Horst Deichmann als der Jüngste von fünf Geschwistern nun mit ganzer Kraft vollenden.

Deichmann Expansion

Weitere Filialen wurden im Ruhrgebiet und im Rheinland gegründet. Unter der Leitung von Dr. Heinz-Horst Deichmann entwickelte sich das Familienunternehmen zum Marktführer im deutschen und europäischen Schuhhandel. Mit Vorwahlständern und dem Rack-Room-Konzept setzte sich das Familienunternehmen von der Konkurrenz ab. Als erster deutscher Schuhhändler überhaupt ermöglichte Deichmann es somit den Kunden, sich selbst aus den Regalen zu bedienen. Bereits 1974 wurde in Würzburg die hundertste Filiale eröffnet.

Deichmann 3. Generation

Heinrich Otto Deichmann, der 1962 geborene Enkel des Unternehmensgründers, studierte Wirtschaftswissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie. 1989 trat er in den Familienbetrieb ein. Zehn Jahre später stieg Heinrich Otto Deichmann in die Geschäftsführung auf und übernahm deren Vorsitz. Die Expansion der Firma im Ausland hat er weiter vorangebracht.

Deichmann Internationalisierung

1973 übernahm Deichmann den schweizerischen Schuhhandel Dosenbach. Anfang der 1990er Jahre folgte die Übernahme der schweizerischen Schuh- und Sportkette Ochsner. Die Filialen von Deichmann in der Schweiz heißen auch heute „Dosenbach-Ochsner“. Ab 1984 war Deichmann in die USA präsent, ein Jahr später über das Tochterunternehmen vanHaren auch in die Niederlanden. In den 1990er Jahren kamen Österreich und Polen hinzu. Nach der Jahrtausendwende wurden zunächst Filialen in Ungarn und Großbritannien eröffnet, später auch in Dänemark und Tschechien. Nach der EU-Erweiterung in 2004 war Deichmann auch in der Slowakei und Slowenien präsent. Auch in der Türkei, in Rumänien und Bulgarien eröffnete das Unternehmen Geschäfte. Zum 1. Januar 2010 änderte Deichmann die Rechtsform und entschied sich, als Europäische Gesellschaft zu firmieren. In 2017 wurde die internationale Expansion mit den ersten Filialen in Frankreich und Belgien fortgeführt. Ein Jahr später kaufte Deichmann die US-amerikanische Kette KicksUSA. In 2019 eröffnete das Unternehmen Filialen in China, Dubai, Estland und Lettland. Ein Jahr später übernahm die Deichmann SE über das niederländische Tochterunternehmen vanHaren 43 belgische Brantano-Filialen.

Deichmann Digitalisierung

Deichmann war der erste Schuhhändler in Deutschland, der Werbespots im Fernsehen schaltete. Damit waren die Maßstäbe für die Nutzung moderner Medien gesetzt. Im Jahr 2000 baute Deichmann als erstes Unternehmen einen Onlineshop für Schuhe auf. Mittlerweile existieren 40 Onlineshops.

Deichmann Humanitäres Engagement

Bereits in den 1970er Jahren begann Heinz-Horst Deichmann, sich humanitär zu engagieren. In Indien initiierte er das Hilfsprojekt „wortundtat“ zu Gunsten von Leprakranken. Seitdem ist das Familienunternehmen vom sozialen Engagement gekennzeichnet. Auch die Tochtergesellschaften im Ausland unterstützen humanitäre Projekte vor Ort durch Spenden und Sponsoring.

Deichmann Stiftung

Die Dr. Heinz-Horst Deichmann-Stiftung fördert soziale und humanitäre Projekte im In- und Ausland. Dazu zählen Initiativen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, der Entwicklungshilfe, Katastrophenhilfe, der Kunst und Kultur, Bildung und Forschung, dem Gesundheitswesen und der Pflege. Während der Corona-Pandemie wurden eine Million Gesichtsmasken an den Caritasverband im Erzbistum Berlin gespendet.

Deichmann Firmenphilosophie

Deichmann ist ein wertegebundenes Unternehmen. Die Unternehmensführung legt Wert auf ein kollegiales Betriebsklima und vertrautes Miteinander. Dazu gehören auch die eigenständigen Gestaltungsmöglichkeiten der Beschäftigten. Jeder einzelne Mitarbeiter wird mit all seinen individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Ideen einbezogen. Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt. Dadurch ist die Beständigkeit der Firmenphilosophie gesichert. Die Beschäftigten werden am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Die Deichmann SE bietet ihren Mitarbeitern freiwillige soziale Leistungen. Die Firma unterstützt die Beschäftigten außerdem dabei, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. In einem Modellprojekt wurden Auszubildende in Essen an zwei Tagen pro Woche freigestellt, um Grundschüler beim Lernen zu helfen. Nach wie vor ist Deichmann ein Familienunternehmen, das Wert auf ein gesundes Wachstum und Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt legt.

Deichmann Lieferanten

Inzwischen beschafft Deichmann die Schuhe aus 40 verschiedenen Ländern. Beim Einkauf der Ware legt Deichmann großen Wert auf Fairness. Daher achtet das Unternehmen konsequent darauf, dass die Menschen an den Produktionsstandorten unter humanen Bedingungen arbeiten. Im „Code of Conduct“ sind diese Prinzipien festgelegt.

Deichmann Marken

Zum Sortiment der Schuhhandelskette gehören traditionsreiche Marken wie adidas, Nike, Puma, Kappa, Elefanten, Medicus und Gallus. Auch die hochwertigen Schuhe der Marke 5th Avenue, die Sportschuhe der Marke Victory sowie die moderne Graceland-Kollektion zählen zum Programm. Das Sortiment wird entsprechend der aktuellen Modetrends zusammengestellt.

Deichmann während der Corona-Krise

Durch die Corona-Pandemie ist die Firma Deichmann erstmals in ihrer Geschichte in eine erste schwere Krise geraten. In vielen Ländern mussten fast alle Geschäfte des Schuhhändlers vorübergehend schließen. Seit dem 8. März 2021 sind in Deutschland alle Filialen unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder geöffnet.

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