In nur zwölf Jahren, bis 2035, will die Bundesregierung die Treibhausgasneutralität im Stromsektor erreichen. Bereits 2030 sollen 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, drückt massiv aufs Tempo beim Umstieg von fossilen, klimaschädlichen Energieträgern wie Gas oder Öl auf erneuerbare Alternativen: „Wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energien mit ganzer Kraft vorantreiben. Wir haben mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im vergangenen Jahr, der Anhebung der Höchstsätze in den Ausschreibungen für Wind- und Solarenergie und einer Reihe von weiteren Änderungen den Weg für die Beschleunigung freigeräumt. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an. Und hier bietet vor allem der Solarausbau große Chancen.“
Photovoltaik-Ausbau muss sich bis 2026 verdreifachen
Im Erneuerbare-Energien-Gesetz sind 215 Gigawatt installierter Photovoltaik-Leistung (PV) im Jahr 2030 als Zwischenziel gesetzt. Hierfür muss sich der jährliche PV-Ausbau auf 22 Gigawatt im Jahr 2026 verdreifachen. Große und hehre Ziele – doch wie werden sie Wirklichkeit? Bereits vor mehr als 20 Jahren startete vormals die Solarindustrie in Deutschland durch. Doch von den einstigen Marktplayern wie Solarworld und Co. haben wenige bis heute überlebt.
Jetzt schickt sich eine neue Generation von innovativen Unternehmen an, die Solarwende wirklich zu vollenden. Was diese Firmen von den Solarworlds und Co. von einst unterscheidet, sind in der Regel viel ausgefeiltere, flexiblere und auch digitalisiertere Geschäftsmodelle. Die Chancen stehen damit mehr als gut, dass dieses Mal die Energiewende auch zum großen unternehmerischen Erfolg führt.
Ein Name, der in diesem Zusammenhang nicht fehlen darf, ist JES.Group. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Broderstorf bei Rostock und wurde in seinen Ursprüngen 2013 von Jonas Holtz gegründet.
Heute gibt es hierzulande wenige große, bekannte Anbieter für Photovoltaik-Lösungen. Holtz will das ändern. Aus mehreren Einzelfirmen schmiedete er die JES.Group und sagte jüngst dem „Handelsblatt“: „Wir wollen ganz klarer Marktführer bei Photovoltaik-Installationen und der innovativste Energiedienstleister in Deutschland werden.“ Für große Ziele schnappt man sich am besten starke, finanzstarke und bestens vernetzte Partner. Laut Informationen des „Handelsblatts“ ist die C&A-Eigner Familie Brenninkmeijer über ihren familieneigenen Fonds Skopos Impact mit einem zweistelligen Millionenbetrag bei JES Group eingestiegen.
Die Vision: Photovoltaik für alle
Einen besseren Zeitpunkt hätten sich die Brenninkmeijers wohl nicht ausdenken können: JES.Group startet gerade mit gepachteten Photovoltaikanlagen im Privatkundensegment durch, nachdem der Fokus bisher stärker auf dem PV-Dachausbau von Gewerbeimmobilien lag. Auch Privathaushalte mit entsprechendem Platz auf ihren Dächern können ihre Dachfläche jetzt dank JES.Group verpachten und sich kostenlos eine Photovoltaikanlage installieren lassen. Sie machen sich damit unabhängig von den örtlichen Stromanbietern und zahlen während der 20-jährigen Laufzeit des Pachtvertrags nur eine überschaubare Gebühr. Für Installation und Wartung ist JES.Group verantwortlich. Unter dem Strich können damit auch Haushalte von den Chancen der Sonnenkraft und dem grünen Gratisstrom profitieren, die selbst nicht genug Kapital haben, sich selbst eine PV-Anlage aufs Dach setzen zu lassen. „JES.Solarflat“ nennt das Unternehmen dieses Pachtmodell.
Im ersten Quartal 2023 blickt Firmenchef Holtz auf Rekordzahlen: Mit 915 realisierten Photovoltaikanlagen allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres ist das Solartech-Unternehmen mit einem neuen Rekordergebnis ins laufende Geschäftsjahr gestartet. Damit konnte das Unternehmen aus dem hohen Norden das Ergebnis des Vorjahresquartals verdreifachen.
Die installierten Anlagen produzieren zukünftig jährlich rund 8.900 Megawattstunden Ökostrom. Mit derzeit rund 100 PV-Anlagen, die die Gruppe bundesweit pro Woche installiert, ist der Trend im weiteren Jahresverlauf deutlich positiv und unterstreicht die ambitionierten Wachstumsziele des Unternehmens. Für das laufende Jahr plant die JES.Group den Bau von weiteren 4.000 Photovoltaikanlagen.
Die Berater von Roland Berger erwarten für die kommenden Jahre ein jährliches Wachstum des Solarmarkts von rund 20 Prozent. Für Jonas Holtz gut, aber nicht gut genug. „Wir wollen stärker zulegen“, zitiert ihn das „Handelsblatt“.
- Titelbild: Foto von Los Muertos Crew
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