Northern Data: High Performance Computing für die digitale Transformation

Die Northern Data AG (NB2) ist 2019 aus einer Fusion der deutschen Northern Bitcoin AG und der amerikanischen Whinstone US Inc. entstanden. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 2013 zurück. Damals nahm ein Team um den heutigen CEO Aroosh Thillainathan erstmals 50 Computer in Betrieb, um Bitcoin zu schürfen. Mittlerweile bietet das Unternehmen High Performance Computing (HPC) für Kunden weltweit an, darunter internationale börsennotierte Konzerne.
Das Geschäftsmodell von Northern Data besteht im Kern darin, Unternehmen mit einer hohen Kapazität an Rechenleistung für anspruchsvollste Aufgaben und Rechenoperationen zu versorgen. Diese hohe Rechenleistung wird durch High Performance Computing (HPC) erreicht. Bei HPC wird Rechenleistung verschiedener Systeme aggregiert, so dass ein Vielfaches an Rechenleistung herkömmlicher Desktop- und einfacher Server-Systeme erreicht wird. Northern Data bietet die komplette Infrastruktur, um ihre Kunden zuverlässig und dennoch kosteneffizient zu bedienen. Die Standorte von Northern Data sind weltweit verteilt. Sie finden sich in den USA, Deutschland, Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Kanada.
Der Kundenkreis: von Bitcoin-Mining über Videorendering bis zur Wirkstoffforschung
Zur Zielgruppe von Northern Data gehören grundsätzlich alle Unternehmen ab einer bestimmten Größe, die ein großes Datenvolumen innerhalb kürzester Zeit verarbeiten oder auswerten müssen und dazu eine hohe Rechenleistung benötigen. Hierzu zählen auch Bitcoin-Mining-Unternehmen – denn das Schürfen der Kryptowährung erfordert eine enorme Rechenleistung. Die jüngste Entwicklung des Bitcoin-Kurses hat dazu geführt, dass die Nachfrage in diesem Bereich zusätzlich angestiegen ist.
Wurde High Performance Computing (HPC) ursprünglich vor allem in der Forschung verwendet, entwickelte sich HPC im Zuge der letzten Jahre zu einem standardisierten Faktor für industrielle Anwendungen. Bedeutet: Für die Industrie 4.0. die sich primär durch hohe Datennutzung definiert, sind technologische Lösungen wie HPC vielleicht die elementarste Rahmenbedingung. High Performance Computing wird so inzwischen, nicht nur wie anfänglich in der Forschung, sondern auch von Unternehmen auf Gebieten wie künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT), autonomes Fahren, Rendering, E-Gaming und vielen weiteren eingesetzt.
Die Technik: extreme Rechenleistung
In den HPC-Rechenzentren verarbeiten die Prozessoren Tausender Server parallel Daten, wodurch eine signifikant höhere Performance erreicht wird als bei herkömmlichen Systemen.
Begründet auf der jahrelangen Erfahrung im Bitcoin-Mining als erster kommerzieller Anwendung des High Performance Computings hat sich Northern Data einen Knowhow-Vorsprung erarbeitet. Dabei wurde ein eigenes Management für die hohen Abwärmemengen entwickelt, die vor allem in HPC-Rechenzentren auftreten. Northern Data schafft es, die Hardware ohne relevanten weiteren Energieinput zur Kühlung auf Betriebstemperatur zu halten. Das ist für deren optimalen Betrieb von entscheidender Bedeutung. Daher ist Northern Data eines der wenigen Unternehmen, die in der Lage sind, selbst unter warmen klimatischen Bedingungen ein Rechenzentrum im Bereich HPC mit sehr hoher Energieeffizienz zu betreiben.
Zurzeit plant, entwickelt und baut Northern Data einen der weltweit größten GPU-basierten Distributed Computing Cluster für HPC-Anwendungen. Er wird an Standorten in den Niederlanden, Skandinavien Norwegen, Schweden und Kanada installiert. Bis zum ersten Quartal 2021 soll dabei eine Rechenleistung entstehen, die den Anspruch von Northern Data am globalen Markt untermauert: Das GPU-Cluster soll ab Fertigstellung bis zu 404 Petaflops an Rechenleistung ermöglichen. Im internationalen Maßstab ein wirklicher Spitzenwert.
Die ausgeklügelte, von Northern Data selbstentwickelte Kühltechnik geht einher mit Bedienung und Steuerung der Technik. – Dabei müssen Tausende Hochleistungsrechner gleichzeitig gemanagt werden. Dies lösen die Spezialisten von Northern Data mit einer selbstentwickelten Management-Software, die die Hardware punktgenau überwacht und steuert und es ermöglicht, zeitnah auf Temperaturveränderungen zu reagieren. In der Branche hat sich aufgrund dieser Fakten mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass HPC im großen Stil mit Northern Data zuverlässig funktioniert. Dies ist auch ein Hauptgrund, warum global agierende, börsennotierte Konzerne langfristige Verträge mit dem Anbieter abschließen.
Die Zahlen: optimale Zukunftsaussichten
Für 2020 hat Northern Data einen Umsatz von 120 bis 140 Millionen Euro angekündigt. Die Prognose für 2021 beläuft sich bereits auf 350 bis 400 Millionen Euro. Auch die Analyten der Investmentbank Hauck & Aufhäuser erhöhen ihre Wachstumsprognosen für das Unternehmen, das bereits jetzt einen Börsenwert von einer Milliarde Euro überschritten hat. Weiteres Wachstum sei laut Marktbeobachtern nur die logische Langzeitfolge.
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