IT & Software·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
20. Januar 2021

“Ohne übergeordnete Vernetzungen von smarten Geräten kann sich keine Schlüsselindustrie behaupten”

Herr Bös, das Thema „Internet of Things“ beschäftigt in Deutschland Politik und Wirtschaft – und das gefühlt seit Jahren. Wie können Unternehmen von IoT-Lösungen heute profitieren?

AB: Grundsätzlich können Unternehmen in zweierlei Hinsicht vom Internet of Things profitieren. Zum einen erlauben IoT-Lösungen die Realisierung neuer, innovativer Produkte, Services und Geschäftsmodelle. Auf der anderen Seite ermöglichen sie eine Effizienzsteigerung in bestehenden Unternehmensprozessen. Unabhängig von der Zielrichtung stellt sich stets die Frage, wie Unternehmen den Einstieg in das IoT-Umfeld finden. Insbesondere müssen Entscheider klären, ob sie als technologische Basis eine eigene IoT-Plattform aufbauen oder auf ein externes Angebot (Platform-as-a-Service) zurückgreifen möchten.

Wie funktionieren smarte Lösungen wie PaaS in der Praxis?

AB: Platform-as-a-Service (PaaS) ist eine besondere Form des Cloud-Computings. Im IoT-Umfeld werden Unternehmen dank PaaS beispielsweise in die Lage versetzt, smarte Geräte, Anwendungen und Dienste unterschiedlichster Hersteller zu verbinden und Automatisierungsketten für die Geräte zu erstellen, ohne hierfür eine eigene digitale Infrastruktur aufbauen zu müssen. Die notwendigen Funktionen, um Geräte und/oder Dienste zu vernetzen und zu steuern, bringt die externe Plattform mit, sodass Unternehmen keinen eigenen Code entwickeln müssen.

Welche Branchen sind auf derartige technische Neuerungen am ehesten vorbereitet?

AB: Grundsätzlich bietet das IoT Einsatzmöglichkeiten in zahlreichen Branchen. Die Bandbreite reicht von Industriebetrieben über die Finanzdienstleistungsbranche bis hin zu Verkehr, Logistik, IT, Telekommunikation und Handel. Auch im öffentlichen Sektor sind zahlreiche Use Cases vorstellbar. Besonders weit vorangeschritten sind entsprechende Projekte laut einer Studie von Crisp und Maincubes (Quelle) in den Bereichen Energie, Gesundheit, Einzelhandel, Automotive und Mobilität. Doch auch die Weiterentwicklung von Versicherungsleistungen mithilfe des IoT schreitet voran, wie man am Beispiel von Telematik-Tarifen erkennen kann

Smarthome – Das kannst Du aus deinem zu Hause machen

Profitieren durch IoT prinzipiell kleine Unternehmen, der Mittelstand oder sind es die Großkonzerne und warum?

AB: Vom IoT können nicht nur große Konzerne profitieren, die über hohe Budgets und spezifisches Know-how verfügen. Dank zahlreicher PaaS-Angebote ist es auch kleinen und mittelständischen Unternehmen mittlerweile möglich, ohne große Hürden einen Einstieg in das Thema zu finden. Gerade in Zeiten einer übermächtig erscheinenden E-Commerce-Konkurrenz ist dies eine große Chance.

Können technologische Errungenschaften wie das Internet der Dinge auch langfristig obsolet werden oder bleiben derartige Ansätze permanent für den Markt relevant?

AB: Das Internet of Things ist eine Schlüsseltechnologie des Digitalisierungszeitalters, welches gerade erst begonnen hat. Industrie 4.0, Smart Homes, Smart Cities, autonome Fahrzeuge, smarte Elektrogeräte – die Grundlage all dieser Themen sind vernetzte Produkte.. Wir müssen davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren nahezu jedes elektronische Produkt auch vernetzbar sein wird, selbst in Bereichen, in denen wir uns dies heute noch nicht vorstellen können.. Insofern wird das IoT für den Markt langfristig von hoher Relevanz sein.

Andreas Bös ist General Manager von Conrad Connect, eine der führenden IoT-Projektplattformen in Europa.

Andreas Bös ist General Manager von Conrad Connect, eine der führenden IoT-Projektplattformen in Europa. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der IT- und Elektrobranche, im Smart Home- und IoT-Bereich sowie im Innovationsmanagement. Vor seiner Zeit bei Conrad Connect war Andreas Bös unter anderem Head of New Business & Innovations bei der Conrad Electronics SE. Unter seiner Leitung entstand 2016 das Spin-Off Conrad Connect, dessen Team Bös führt. Conrad Connect hilft Unternehmen unterschiedlicher Branchen (u.a. Energiewirtschaft, Versicherungen, Handel und Produzenten von IOT-Hardware) neue, digitale Geschäftsmodelle für ihre Kunden zu entwickeln.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Interview mit Nenad Tomic: Wie N.D Service Wohnanlagen und Gewerbeobjekte in Neufahrn bei Freising pflegt
Expertentalk
Interview mit Nenad Tomic: Wie N.D Service Wohnanlagen und Gewerbeobjekte in Neufahrn bei Freising pflegt

Wohnanlagen und Gewerbeobjekte sind anspruchsvolle Immobilien: Treppenhäuser sollen sauber bleiben, Grünflächen gepflegt aussehen und technische Anlagen zuverlässig laufen. Für Hausverwaltungen und Eigentümer heißt das im Alltag oft, mehrere Dienstleister gleichzeitig zu koordinieren. Wie sich diese Aufgaben sinnvoll bündeln lassen und worauf es bei der Auswahl eines Dienstleisters ankommt, erklärt Nenad Tomic, Inhaber von N.D Service aus Neufahrn bei Freising, im Gespräch. Seine Kernthese: Wer Reinigung, Grünpflege und die Betreuung der Haustechnik aus einer Hand vergibt, reduziert den Abstimmungsaufwand und weiß im Zweifel immer, wer für das Gesamtbild der Immobilie verantwortlich ist. Im Gespräch mit Nenad Tomic von N.D Service N.D Service ist ein Hausmeister- und Reinigungsdienstleister mit Sitz in der Thomastraße 19 in Neufahrn bei Freising, unweit der Kreisstadt Freising und des Flughafens München. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben Wohnanlagen und gewerbliche Objekte in der Region und bündelt dabei Leistungen, die sonst häufig auf mehrere Firmen verteilt sind: von der Gebäudereinigung über die Treppenhaus- und Fensterreinigung bis hin zur Pflege von Grün- und Außenanlagen und der Betreuung haustechnischer Anlagen. Immobilieneigentümer und Hausverwaltungen, die einen Hausmeisterservice in Freising und Umgebung suchen, finden in dem Betrieb einen Ansprechpartner für die laufende Pflege ihrer Objekte. Im Interview beschreibt Inhaber Nenad Tomic, wie die einzelnen Leistungsbausteine zusammenhängen und was Auftraggeber bei der Vergabe beachten sollten.

5 Min. LesezeitLesen
Interview: Wie eine Wärmepumpen-Modernisierung in Bad Salzuflen in der Praxis abläuft
Expertentalk
Interview: Wie eine Wärmepumpen-Modernisierung in Bad Salzuflen in der Praxis abläuft

Wer heute über eine neue Heizung nachdenkt, kommt an der Wärmepumpe kaum vorbei. Steigende Energiekosten, staatliche Förderprogramme und der Wunsch nach klimafreundlichem Wohnen machen die Technik für Eigentümer von Bestandsgebäuden und Neubauten gleichermaßen interessant. Doch wie läuft der Umstieg von der alten Öl- oder Gasheizung in der Praxis tatsächlich ab und worauf sollten Hausbesitzer achten? Die kurze Antwort: in klar geordneten Schritten von der Gebäudeanalyse über Planung und Förderantrag bis zur Montage, die erfahrungsgemäß nur wenige Tage dauert. Antworten aus dem Handwerksalltag liefert Okan Bal, Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebs in Bad Salzuflen, der seit über 15 Jahren Wärmepumpen plant und installiert und bei der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld eingetragen ist. Im Gespräch erklärt er, wie eine Modernisierung Schritt für Schritt gelingt, welche Förderung möglich ist und warum Sanitär und Heizung oft zusammengehören. Wer steht hinter Bal Heizung & Sanitär? business-on.de: Herr Bal, stellen Sie sich und Ihren Betrieb kurz vor. Wer steht hinter Bal Heizung & Sanitär, und welche Leistungen bieten Sie an?

6 Min. LesezeitLesen
SPEKTRUM Malerwerkstätten: Ein sächsischer Malerbetrieb zwischen Handwerk und Fachkräftesuche
Arbeitsleben
SPEKTRUM Malerwerkstätten: Ein sächsischer Malerbetrieb zwischen Handwerk und Fachkräftesuche

Das Malerhandwerk hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. War früher vor allem der klassische Anstrich gefragt, reicht das Spektrum heute von der energetischen Fassadensanierung über die Restaurierung historischer Gebäude bis hin zur Werbetechnik. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Eigentümer erwarten langlebige Ergebnisse und öffentliche Auftraggeber strukturierte Abläufe; bei vielen Sanierungen spielen zudem energetische Fragen eine zentrale Rolle. Parallel dazu sucht die Branche händeringend qualifizierte Fachkräfte. Wie sich diese doppelte Herausforderung meistern lässt, zeigt ein Beispiel aus Sachsen: Die SPEKTRUM Malerwerkstätten GmbH, ein Malerbetrieb aus Chemnitz mit Niederlassung in Dresden, verbindet ein breites Leistungsangebot mit konsequenter Nachwuchsarbeit und steht damit beispielhaft für ein Handwerk im Wandel. Ein Malerbetrieb mit breitem Leistungsspektrum Der Betrieb ist für Kunden in Dresden und Umgebung tätig und beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 60 qualifizierte Mitarbeitende. Betreut werden Privatkunden ebenso wie Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Sechs Leistungsfelder bilden das Angebot: Maler- und Tapezierarbeiten, Fassadenarbeiten, Bodenbeläge, Fallschutzbeschichtungen, Objektrestaurierung und Werbebeschriftung. Damit deckt das Unternehmen ein Spektrum ab, das deutlich über das Angebot eines klassischen Malerbetriebs hinausgeht. Wer für ein Bauvorhaben einen Maler mit Erfahrung in Dresden sucht, findet hier einen Ansprechpartner für all diese Gewerke von der einzelnen Renovierung bis zur umfassenden Sanierung.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite